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FED bleibt auf Kurs - EZB im Dilemma
24.03.25 08:45
Raiffeisen Bank International AG
Wien (www.anleihencheck.de) - Die FED hielt die Leitzinsen erwartungsgemäß konstant - die Bandbreite der Federal Funds Rate liegt zwischen 4,25% und 4,50%, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).
Überraschenderweise habe die FED jedoch angekündigt, den Abbau der Notenbankbilanz weiter zu verlangsamen. Die neuen Wirtschaftsprognosen würden einen leicht stagflationären Effekt der Politik Trumps widerspiegeln. Es zeige sich langsameres Wachstum - aber keine Rezession - und vorübergehende Inflationsanstiege im Jahr 2025. Damit gebe die FED eine wenig glaubwürdige Orientierung: Seien Rezessionsängste übertrieben, könnten zwei Zinssenkungen zu viel sein. Trete eine Rezession ein, würden wohl mehr folgen. Man erwarte weiterhin keine Zinssenkung in diesem Jahr und rechne somit mit einem hawkishen Repricing am US-Zinsmarkt in den nächsten Monaten.
Nichtsdestotrotz habe man aufgrund der jüngsten UST-Rally die Renditeprognosen für die nächsten beiden Quartale leicht nach unten angepasst. Dabei müsse genau beobachtet werden, ob sich die in Umfrageindikatoren abzeichnende Abschwächung der US-Wirtschaft auch in diesem Maße in den harten Fakten widerspiegele. Am Finanzmarkt würden Konjunktursorgen zunehmend den Inflationssorgen gegengerechnet.
In Bezug auf die Inflationssorgen werde sich diese Woche der Fokus auf die PCE-Inflation richten. Es sei zu erwarten, dass auch im Februar die PCE-Kerninflation keinen weiteren Fortschritt für das zeitnahe Erreichen des Inflationsziels widerspiegle. Diese habe zuletzt bei 2,6% gelegen und sich in den letzten zwölf Monaten nicht wesentlich reduziert.
Am europäischen Zinsmarkt habe man letzte Woche überarbeitete Zinsprognosen vorgestellt, welche insbesondere die Implikationen der veränderten fiskalischen Rahmenbedingungen in Deutschland berücksichtigen würden. In aller Kürze könne gesagt werden, dass das von Merz vorgeschlagene Fiskalpaket die Erwartungen auf mehr Wachstum, mehr Inflation und natürlich mehr Schulden schüre. Die EZB müsse dies in ihren Entscheidungen berücksichtigen, was eine Pause im April mit sich bringen könnte, und Leitzinsen unter 2% unwahrscheinlich erscheinen lasse. Diese Woche würden Daten zum Kreditwachstum und auch erste Länderdaten zur Inflation im März (FR und ES) veröffentlicht, welche Diskussionen über eine Leitzinsänderung im April nähren sollten. Am Kapitalmarkt müsse der Bund etwas an seiner strukturellen Prämie einbüßen. Die Kreditwürdigkeit Deutschlands sehe man nicht als gefährdet an, die bevorstehende Flut an Bund-Emissionen sollte bei sinkenden Notenbankbilanzen aber sehr wohl für höhere Renditen und steilere Kurven sprechen.
Die Schweizer Nationalbank habe den Erwartungen gemäß den Leitzinssatz um 25 Basispunkte auf 0,25% gesenkt. Darüber hinaus habe sie die Inflationsprognose in etwa gleich belassen, während das Direktorium die Inflationsaussichten in der mittleren Frist als stabil betrachte. Dementsprechend passe man die Zinsprognose nach oben an und sehe mit dem heutigen Schritt das Ende des Zinssenkungszyklus erreicht. Infolgedessen habe man ebenso die EUR/CHF-Aussichten leicht nach oben korrigiert, um das größere Zinsdifferential und zu einem gewissen Grad auch die Hoffnungen auf eine bessere Performance der europäischen Wirtschaft zu reflektieren. Angesichts des geopolitischen Umfelds bleibe die Unsicherheit jedoch hoch. (Ausgabe vom 21.03.2025) (24.03.2025/alc/a/a)
Überraschenderweise habe die FED jedoch angekündigt, den Abbau der Notenbankbilanz weiter zu verlangsamen. Die neuen Wirtschaftsprognosen würden einen leicht stagflationären Effekt der Politik Trumps widerspiegeln. Es zeige sich langsameres Wachstum - aber keine Rezession - und vorübergehende Inflationsanstiege im Jahr 2025. Damit gebe die FED eine wenig glaubwürdige Orientierung: Seien Rezessionsängste übertrieben, könnten zwei Zinssenkungen zu viel sein. Trete eine Rezession ein, würden wohl mehr folgen. Man erwarte weiterhin keine Zinssenkung in diesem Jahr und rechne somit mit einem hawkishen Repricing am US-Zinsmarkt in den nächsten Monaten.
In Bezug auf die Inflationssorgen werde sich diese Woche der Fokus auf die PCE-Inflation richten. Es sei zu erwarten, dass auch im Februar die PCE-Kerninflation keinen weiteren Fortschritt für das zeitnahe Erreichen des Inflationsziels widerspiegle. Diese habe zuletzt bei 2,6% gelegen und sich in den letzten zwölf Monaten nicht wesentlich reduziert.
Am europäischen Zinsmarkt habe man letzte Woche überarbeitete Zinsprognosen vorgestellt, welche insbesondere die Implikationen der veränderten fiskalischen Rahmenbedingungen in Deutschland berücksichtigen würden. In aller Kürze könne gesagt werden, dass das von Merz vorgeschlagene Fiskalpaket die Erwartungen auf mehr Wachstum, mehr Inflation und natürlich mehr Schulden schüre. Die EZB müsse dies in ihren Entscheidungen berücksichtigen, was eine Pause im April mit sich bringen könnte, und Leitzinsen unter 2% unwahrscheinlich erscheinen lasse. Diese Woche würden Daten zum Kreditwachstum und auch erste Länderdaten zur Inflation im März (FR und ES) veröffentlicht, welche Diskussionen über eine Leitzinsänderung im April nähren sollten. Am Kapitalmarkt müsse der Bund etwas an seiner strukturellen Prämie einbüßen. Die Kreditwürdigkeit Deutschlands sehe man nicht als gefährdet an, die bevorstehende Flut an Bund-Emissionen sollte bei sinkenden Notenbankbilanzen aber sehr wohl für höhere Renditen und steilere Kurven sprechen.
Die Schweizer Nationalbank habe den Erwartungen gemäß den Leitzinssatz um 25 Basispunkte auf 0,25% gesenkt. Darüber hinaus habe sie die Inflationsprognose in etwa gleich belassen, während das Direktorium die Inflationsaussichten in der mittleren Frist als stabil betrachte. Dementsprechend passe man die Zinsprognose nach oben an und sehe mit dem heutigen Schritt das Ende des Zinssenkungszyklus erreicht. Infolgedessen habe man ebenso die EUR/CHF-Aussichten leicht nach oben korrigiert, um das größere Zinsdifferential und zu einem gewissen Grad auch die Hoffnungen auf eine bessere Performance der europäischen Wirtschaft zu reflektieren. Angesichts des geopolitischen Umfelds bleibe die Unsicherheit jedoch hoch. (Ausgabe vom 21.03.2025) (24.03.2025/alc/a/a)


