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FED-Zinssitzung: Keine überraschende hawkishe Wende
21.06.21 10:30
Raiffeisen Bank International AG
Wien (www.anleihencheck.de) - In der abgelaufenen Woche stand alles im Schatten der Zinssitzung der US-Notenbank Federal Reserve, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).
Die FED habe nicht wie die EZB zuvor mit vornehmlich "taubenhaften" Botschaften überraschen können. Auch wenn das geldpolitische Statement nur geringfügige Änderungen aufgewiesen habe, welche vornehmlich den Impffortschritt begrüßt hätten, würden die Vorzeichen auf geldpolitische Normalisierung deuten. Erstens sei auf der Juni-Zinssitzung die Tapering-Diskussion gestartet und das "Reden über das Reden über das Tapering" ad acta gelegt worden. Auch wenn der Start des Tapering nicht unmittelbar bevorstehe - auch in den nächsten Monaten werde die Diskussion fortgesetzt - sei es der erste Schritt in diese Richtung.
Zweitens würden die aktualisierten Wirtschaftsprognosen zeigen, dass nun eine Mehrheit der Mitglieder des Offenmarktausschusses einen ersten Zinsschritt 2023 als wahrscheinlich erachte. Obwohl Präsident Powell betont habe, dass dies nicht als offizielle Forward Guidance für den erwarteten Leitzinspfad zu verstehen sei, spiegele es dennoch die Erwartung wider, dass die dafür nötigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen früher als bisher angenommen eintreten würden.
In Summe schätzen wir die Zinssitzung nicht als überraschende hawkishe Wende ein, sondern vielmehr als einen ersten einleitenden Schritt einer graduellen geldpolitischen Normalisierungen im Umfeld eines an Dynamik gewinnenden Konjunkturaufschwungs, so die Analysten der RBI. Denn auch am mittelfristigen Inflationsausblick sei wenig verändert und das Narrativ weitgehend vorübergehender Inflation 2021 aufrechterhalten worden.
Der Markt habe auf den etwas hawkishen Unterton der FED-Zinssitzung mit steigenden Renditen und Rückenwind für den US-Dollar reagiert. EUR/USD sei am Tag der Zinssitzung auf 1,2 gefallen und am darauf folgenden Tag habe sich die Bewegung weiter fortgesetzt auf 1,19, womit der Euro seit der FED-Zinssitzung 1,8% an Wert verloren habe. Die Bewegung am Zinsmarkt habe sich entlang der Renditekurve differenziert gezeigt. Der Renditeanstieg sei auf das mittlere Laufzeitensegment (3-7J) konzentriert gewesen. Am ganz langen Ende (30J) lägen die Renditen dagegen sogar unter dem Niveau von vor einer Woche und die 10-jährige Benchmark Laufzeit habe die erste Marktreaktion bereits wieder egalisiert. Die US-Treasury-Kurve habe sich demnach verflacht.
Ein erwähnenswertes Charakteristikum am Zinsmarkt sei der Abwärtsdruck auf gepreiste Inflationserwartungen (Breakevens) gewesen, selbst im Umfeld rasch steigender Inflation - die Kerninflation sei im Mai auf 3,8% p.a. gestiegen. Am Markt werde daher das Narrativ der Federal Reserve weitgehend vorübergehender Inflationsanstiege unterstützt. Die Kombination aus steigenden realen Renditen im mittleren Laufzeitensegment und sinkenden Inflationserwartungen lege jedoch auch die Vermutung nahe, dass die Glaubwürdigkeit der neuen geldpolitischen Strategie des Average Inflation Targeting (AIT) ins Wanken gerate. Die Analysten der RBI würden jedoch nicht erwarten, dass sich der Abwärtsdruck auf die mittelfristigen Inflationserwartungen nachhaltig fortsetzen werde, sondern dass ein moderater Aufwärtsdruck auf US-Treasury-Renditen die Herbst- und Wintermonate 2021 charakterisieren sollte. (Ausgabe vom 18.06.2021) (21.06.2021/alc/a/a)
Die FED habe nicht wie die EZB zuvor mit vornehmlich "taubenhaften" Botschaften überraschen können. Auch wenn das geldpolitische Statement nur geringfügige Änderungen aufgewiesen habe, welche vornehmlich den Impffortschritt begrüßt hätten, würden die Vorzeichen auf geldpolitische Normalisierung deuten. Erstens sei auf der Juni-Zinssitzung die Tapering-Diskussion gestartet und das "Reden über das Reden über das Tapering" ad acta gelegt worden. Auch wenn der Start des Tapering nicht unmittelbar bevorstehe - auch in den nächsten Monaten werde die Diskussion fortgesetzt - sei es der erste Schritt in diese Richtung.
In Summe schätzen wir die Zinssitzung nicht als überraschende hawkishe Wende ein, sondern vielmehr als einen ersten einleitenden Schritt einer graduellen geldpolitischen Normalisierungen im Umfeld eines an Dynamik gewinnenden Konjunkturaufschwungs, so die Analysten der RBI. Denn auch am mittelfristigen Inflationsausblick sei wenig verändert und das Narrativ weitgehend vorübergehender Inflation 2021 aufrechterhalten worden.
Der Markt habe auf den etwas hawkishen Unterton der FED-Zinssitzung mit steigenden Renditen und Rückenwind für den US-Dollar reagiert. EUR/USD sei am Tag der Zinssitzung auf 1,2 gefallen und am darauf folgenden Tag habe sich die Bewegung weiter fortgesetzt auf 1,19, womit der Euro seit der FED-Zinssitzung 1,8% an Wert verloren habe. Die Bewegung am Zinsmarkt habe sich entlang der Renditekurve differenziert gezeigt. Der Renditeanstieg sei auf das mittlere Laufzeitensegment (3-7J) konzentriert gewesen. Am ganz langen Ende (30J) lägen die Renditen dagegen sogar unter dem Niveau von vor einer Woche und die 10-jährige Benchmark Laufzeit habe die erste Marktreaktion bereits wieder egalisiert. Die US-Treasury-Kurve habe sich demnach verflacht.
Ein erwähnenswertes Charakteristikum am Zinsmarkt sei der Abwärtsdruck auf gepreiste Inflationserwartungen (Breakevens) gewesen, selbst im Umfeld rasch steigender Inflation - die Kerninflation sei im Mai auf 3,8% p.a. gestiegen. Am Markt werde daher das Narrativ der Federal Reserve weitgehend vorübergehender Inflationsanstiege unterstützt. Die Kombination aus steigenden realen Renditen im mittleren Laufzeitensegment und sinkenden Inflationserwartungen lege jedoch auch die Vermutung nahe, dass die Glaubwürdigkeit der neuen geldpolitischen Strategie des Average Inflation Targeting (AIT) ins Wanken gerate. Die Analysten der RBI würden jedoch nicht erwarten, dass sich der Abwärtsdruck auf die mittelfristigen Inflationserwartungen nachhaltig fortsetzen werde, sondern dass ein moderater Aufwärtsdruck auf US-Treasury-Renditen die Herbst- und Wintermonate 2021 charakterisieren sollte. (Ausgabe vom 18.06.2021) (21.06.2021/alc/a/a)


