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FED-Zinssitzung: Keine Überraschungen
01.08.24 11:45
Raiffeisen Bank International AG
Wien (www.anleihencheck.de) - Das Statistische Amt der Europäischen Union veröffentlichte gestern vorläufige Zahlen zur Preisentwicklung im Euroraum, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).
Etwas überraschend seien die Preise im Juli im Jahresvergleich mit 2,6% stärker als im Monat zuvor gestiegen. Die Erwartungen hätten im Vorfeld bei einer stagnierenden Inflationsrate von 2,5% gelegen. Die Hoffnungen, dass die EZB in ihrer Septembersitzung die Zinsen erneut senken werde, hätten dadurch einen minimalen Dämpfer erhalten. Aktuell rechne der Markt jedoch mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 70% mit einer Senkung am 12. September. Ein wichtiger Indikator für das zugrunde liegende Preiswachstum, die Kernrate, habe ebenfalls nicht den erwarteten Rückgang gezeigt und sei unverändert bei 2,9% geblieben, während Ökonom:innen von 2,8% ausgegangen seien. Haupttreiber für die hartnäckige Inflation seien laut Eurostat die Dienstleistungspreise gewesen, welche im Vergleich zum Vorjahresmonat um 4,0% zugelegt hätten. Immerhin habe sich in Österreich eine Entschleunigung des Preiswachstums gezeigt: Hierzulande habe die Preiserhöhung 2,9% betragen, während es im Vormonat noch 3,0% gewesen seien. An den europäischen Börsen habe man sich dennoch mehrheitlich von den etwas enttäuschenden Inflationszahlen unbeeindruckt gezeigt. Der EURO STOXX 50 habe mit 0,66% am kräftigsten zulegen können, gefolgt vom DAX der ein Plus von 0,53% verbucht habe. Lediglich der österreichische ATX habe mit 0,05% ein zartes Minus verzeichnen müssen.
Weniger Überraschungen habe es bei der Zinssitzung der FED gegeben, welche gestern abgehalten worden sei. Der Leitzins sei in einer Spanne von 5,25 - 5,50% beibehalten worden. Eine Zinssenkung um 25 Basispunkte auf der nächsten Sitzung im September könne als Basisszenario der FED angesehen werden und entspreche der RBI-Prognose wie auch der Erwartung des Marktes. Bekräftigt worden sei diese Prognose vom schwachen US-Arbeitsmarktdaten. ADP habe gestern von einem Anstieg der Beschäftigten im Privatsektor um lediglich 122.000 berichtet, was hinter der Prognose von 147.000 neuen Stellen zurückgeblieben sei. Schließlich habe eine starke Nachfrage nach Computerchip-Titeln für Auftrieb an den US-Börsen gesorgt. Vor allem der technologielastige NASDAQ 100 habe mit 3,01% deutlich zulegen können. Aber auch der S&P 500 müsse sich mit einem beachtlichen Plus von 1,58% nicht verstecken müssen. Der Dow Jones habe einen Gewinn von 0,24% verbucht. Die Rendite von 10-jährigen US-Staatsanleihen habe sich unterdessen um rund 9 Basispunkte auf 4,055% verringert.
Nachdem eine acht Jahre andauernde Phase von Negativzinsen in Japan im März beendet worden sei, sei gestern erneut eine Zinserhöhung seitens der Bank of Japan gefolgt. Konkret sei der kurzfristige Leitzins von zuvor 0,10% auf 0,25% angehoben worden. Ökonomen seien von einer Beibehaltung des Zinsniveaus ausgegangen und folglich überrascht worden. Dies habe sich unterstützend auf den Yen ausgewirkt: Der Wechselkurs Euro/Yen sei um 2,54% auf rund 162,8 Yen zurückgegangen.
Die Ermordung eines Hamas-Führers im Iran habe die Spannungen im Nahen Osten erneut verschärft, was sich unterstützend auf den Ölpreis ausgewirkt habe. Aktuell koste ein Fass der Nordseesorte Brent rund USD 81,50. Auch der Goldpreis habe gestern von den geopolitischen Spannungen profitieren können. Eine Feinunze handele aktuell bei rund USD 2.440. Die Kryptowährung Bitcoin habe gestern leichte Zugewinne verbuchen können und handele aktuell bei USD 63.700.
Die asiatischen Börsen würden sich heute Morgen fast allesamt im negativen Bereich zeigen. Dabei steche vor allem der japanische Topix heraus, welcher derzeit mit deutlichen Abschlägen handele. Im Datenkalender stünden für heute die Arbeitslosenquote im Euroraum und der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in den USA am Programm. (01.08.2024/alc/a/a)
Etwas überraschend seien die Preise im Juli im Jahresvergleich mit 2,6% stärker als im Monat zuvor gestiegen. Die Erwartungen hätten im Vorfeld bei einer stagnierenden Inflationsrate von 2,5% gelegen. Die Hoffnungen, dass die EZB in ihrer Septembersitzung die Zinsen erneut senken werde, hätten dadurch einen minimalen Dämpfer erhalten. Aktuell rechne der Markt jedoch mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 70% mit einer Senkung am 12. September. Ein wichtiger Indikator für das zugrunde liegende Preiswachstum, die Kernrate, habe ebenfalls nicht den erwarteten Rückgang gezeigt und sei unverändert bei 2,9% geblieben, während Ökonom:innen von 2,8% ausgegangen seien. Haupttreiber für die hartnäckige Inflation seien laut Eurostat die Dienstleistungspreise gewesen, welche im Vergleich zum Vorjahresmonat um 4,0% zugelegt hätten. Immerhin habe sich in Österreich eine Entschleunigung des Preiswachstums gezeigt: Hierzulande habe die Preiserhöhung 2,9% betragen, während es im Vormonat noch 3,0% gewesen seien. An den europäischen Börsen habe man sich dennoch mehrheitlich von den etwas enttäuschenden Inflationszahlen unbeeindruckt gezeigt. Der EURO STOXX 50 habe mit 0,66% am kräftigsten zulegen können, gefolgt vom DAX der ein Plus von 0,53% verbucht habe. Lediglich der österreichische ATX habe mit 0,05% ein zartes Minus verzeichnen müssen.
Nachdem eine acht Jahre andauernde Phase von Negativzinsen in Japan im März beendet worden sei, sei gestern erneut eine Zinserhöhung seitens der Bank of Japan gefolgt. Konkret sei der kurzfristige Leitzins von zuvor 0,10% auf 0,25% angehoben worden. Ökonomen seien von einer Beibehaltung des Zinsniveaus ausgegangen und folglich überrascht worden. Dies habe sich unterstützend auf den Yen ausgewirkt: Der Wechselkurs Euro/Yen sei um 2,54% auf rund 162,8 Yen zurückgegangen.
Die Ermordung eines Hamas-Führers im Iran habe die Spannungen im Nahen Osten erneut verschärft, was sich unterstützend auf den Ölpreis ausgewirkt habe. Aktuell koste ein Fass der Nordseesorte Brent rund USD 81,50. Auch der Goldpreis habe gestern von den geopolitischen Spannungen profitieren können. Eine Feinunze handele aktuell bei rund USD 2.440. Die Kryptowährung Bitcoin habe gestern leichte Zugewinne verbuchen können und handele aktuell bei USD 63.700.
Die asiatischen Börsen würden sich heute Morgen fast allesamt im negativen Bereich zeigen. Dabei steche vor allem der japanische Topix heraus, welcher derzeit mit deutlichen Abschlägen handele. Im Datenkalender stünden für heute die Arbeitslosenquote im Euroraum und der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in den USA am Programm. (01.08.2024/alc/a/a)


