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FED: Zinssenkung Ende Oktober ist für die Märkte das Basisszenario
13.10.25 08:30
Raiffeisen Bank International AG
Wien (www.anleihencheck.de) - Die nächste Woche könnte mit Blick auf anstehende Datenveröffentlichungen abermals ruhig ausfallen, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).
Die spannendsten Daten würden wohl jene sein, die nicht erscheinen würden. Der US-Shutdown halte weiter an, ein Ende sei nicht in Sicht, und somit werde die Veröffentlichung der Verbraucherpreisinflation für September sehr wahrscheinlich ausfallen. Damit würde der Federal Reserve ein weiteres wichtiges Puzzlestück für ihr nächstes Meeting Ende Oktober fehlen. Einen gewissen Anhaltspunkt könnte der Nowcast der Cleveland FED bieten - dieser deute einen Anstieg der Gesamtinflation sowie einen leichten Rückgang der Kerninflation an (p.a.-Betrachtung). Jedenfalls verweile die Inflationsdynamik weiterhin auf einem erhöhten Niveau. Auch bezüglich der US-Konjunkturdynamik könnte sich nächste Woche ein nur eingeschränktes Bild ergeben. Während die Daten zu den Einzelhandelsumsätzen im September ausbleiben sollten, dürften wenigstens die Daten zur Industrieproduktion erscheinen, hier werde ein marginaler monatlicher Anstieg von 0,1% erwartet.
In Europa stünden auch ohne einen Shutdown nur wenige Daten auf der Agenda. Der deutsche ZEW für Oktober dürfte nach Meinung der RBI einen Anstieg bei den Zukunftserwartungen (37,3 auf 45,4 Punkte) und bei der aktuellen Lage (-76,4 auf -73,5 Punkte) anzeigen. Die Industrieproduktion des Eurozone-Aggregats dürfte im August angesichts teils starker nationaler Rückgänge (Deutschland -4,3% p.m., Italien -2,4% p.m.) nachgelassen haben, die RBI prognostiziere einen monatlichen Rückgang in Höhe von -3% (-1,5% p.a.). Politische Entwicklungen dürften auch in Europa weiterhin eine Rolle spielen, nachdem Frankreichs Premierminister Sébastien Lecornu am Montag nach nur vier Wochen im Amt seinen Rücktritt verkündet habe. Angesichts dieser anhaltenden politischen Volatilität (seit Anfang 2024 seien fünf verschiedene Premiers im Amt gewesen) würden auch die Sorgen hinsichtlich der fiskalischen Zukunft des Landes weiterhin andauern. Präsident Emmanuel Macron solle bereits heute den Nachfolger Lecornus bekanntgeben, ob es diesem gelingen werde, die französischen Staatsfinanzen auf einen nachhaltigeren Weg zu bringen, bleibe aber ungewiss.
Da wegen des US-Shutdowns keine regelmäßigen Daten aus den USA erscheinen würden, hätten die Zinsmärkte anderswo nach Orientierung gesucht. Darüber hinaus seien auch die Entwicklungen in der französischen Innenpolitik im Fokus der Märkte gewesen. Abgesehen von der Volatilität französischer Vermögenswerte und dem schwächeren Euro seien die europäischen Märkte aber nicht stark betroffen gewesen. Die Renditen deutscher Bundesanleihen hätten etwas unter Abwärtsdruck gestanden, was mit sicherheitsorientierten Umschichtungen in festverzinsliche Wertpapiere, vor allem am kurzen Ende der Kurve, zusammenhängen könnte. Neben dem Thema Frankreich hätten die Protokolle der EZB- und FED-Sitzungen vom September im Fokus gestanden. Der Markteinfluss habe sich aber in Grenzen gehalten. Bei der EZB habe es bei der Sitzung im September eine intensive Diskussion über die Risiken für die mittelfristigen Inflationsaussichten gegeben. "Es gab mehrere Aufwärts- und Abwärtsrisiken für die Inflation, und obwohl jede Gesamtbewertung eine Frage der Einschätzung war, war es sehr schwierig, alle Faktoren zu einer ausgewogenen Risikobewertung zu summieren." Solange sich also die Risikofaktoren nicht in die eine oder andere Richtung konkretisieren würden sollte die EZB die Leitzinsen vorerst unverändert lassen. Bei der FED sei die Zinssenkung im September als Ausdruck einer Verschiebung der Risikobewertung gesehen worden. "Die meisten Teilnehmer hielten es für angemessen, den Zielkorridor für den Leitzins in Richtung einer neutraleren Einstellung zu verschieben, da sie der Ansicht waren, dass die Abwärtsrisiken für die Beschäftigung zugenommen hätten […] und dass die Aufwärtsrisiken für die Inflation entweder zurückgegangen oder nicht gestiegen seien." Bemerkenswert sei auch, dass Stephen Mirans Ansicht, den Leitzins um 50 Basispunkte zu senken, von anderen nicht geteilt worden sei. Im Gegensatz dazu "erklärten einige Teilnehmer, dass es sinnvoll sei, den Leitzins bei dieser Sitzung unverändert zu lassen". Mit Blick auf die Zukunft könnte die FED Ende Oktober ohne viele neue Informationen über die Festlegung der Leitzinsen entscheiden müssen. Nach der Interpretation des Protokolls durch die RBI und der jüngsten Reden von FOMC-Mitgliedern könnte die FED ihren Weg zu einer "neutraleren Geldpolitik" mit einer Senkung um 25 Basispunkte bei ihrer Sitzung im Oktober fortsetzen. Ohne Anzeichen für eine Stabilisierung des Arbeitsmarktes oder einen unerwarteten Anstieg der Inflation könnte die FED eine weitere Zinssenkung als unbedenklich ansehen. Für die Märkte sei eine Zinssenkung Ende Oktober das Basisszenario. (13.10.2025/alc/a/a)
Die spannendsten Daten würden wohl jene sein, die nicht erscheinen würden. Der US-Shutdown halte weiter an, ein Ende sei nicht in Sicht, und somit werde die Veröffentlichung der Verbraucherpreisinflation für September sehr wahrscheinlich ausfallen. Damit würde der Federal Reserve ein weiteres wichtiges Puzzlestück für ihr nächstes Meeting Ende Oktober fehlen. Einen gewissen Anhaltspunkt könnte der Nowcast der Cleveland FED bieten - dieser deute einen Anstieg der Gesamtinflation sowie einen leichten Rückgang der Kerninflation an (p.a.-Betrachtung). Jedenfalls verweile die Inflationsdynamik weiterhin auf einem erhöhten Niveau. Auch bezüglich der US-Konjunkturdynamik könnte sich nächste Woche ein nur eingeschränktes Bild ergeben. Während die Daten zu den Einzelhandelsumsätzen im September ausbleiben sollten, dürften wenigstens die Daten zur Industrieproduktion erscheinen, hier werde ein marginaler monatlicher Anstieg von 0,1% erwartet.
In Europa stünden auch ohne einen Shutdown nur wenige Daten auf der Agenda. Der deutsche ZEW für Oktober dürfte nach Meinung der RBI einen Anstieg bei den Zukunftserwartungen (37,3 auf 45,4 Punkte) und bei der aktuellen Lage (-76,4 auf -73,5 Punkte) anzeigen. Die Industrieproduktion des Eurozone-Aggregats dürfte im August angesichts teils starker nationaler Rückgänge (Deutschland -4,3% p.m., Italien -2,4% p.m.) nachgelassen haben, die RBI prognostiziere einen monatlichen Rückgang in Höhe von -3% (-1,5% p.a.). Politische Entwicklungen dürften auch in Europa weiterhin eine Rolle spielen, nachdem Frankreichs Premierminister Sébastien Lecornu am Montag nach nur vier Wochen im Amt seinen Rücktritt verkündet habe. Angesichts dieser anhaltenden politischen Volatilität (seit Anfang 2024 seien fünf verschiedene Premiers im Amt gewesen) würden auch die Sorgen hinsichtlich der fiskalischen Zukunft des Landes weiterhin andauern. Präsident Emmanuel Macron solle bereits heute den Nachfolger Lecornus bekanntgeben, ob es diesem gelingen werde, die französischen Staatsfinanzen auf einen nachhaltigeren Weg zu bringen, bleibe aber ungewiss.
Da wegen des US-Shutdowns keine regelmäßigen Daten aus den USA erscheinen würden, hätten die Zinsmärkte anderswo nach Orientierung gesucht. Darüber hinaus seien auch die Entwicklungen in der französischen Innenpolitik im Fokus der Märkte gewesen. Abgesehen von der Volatilität französischer Vermögenswerte und dem schwächeren Euro seien die europäischen Märkte aber nicht stark betroffen gewesen. Die Renditen deutscher Bundesanleihen hätten etwas unter Abwärtsdruck gestanden, was mit sicherheitsorientierten Umschichtungen in festverzinsliche Wertpapiere, vor allem am kurzen Ende der Kurve, zusammenhängen könnte. Neben dem Thema Frankreich hätten die Protokolle der EZB- und FED-Sitzungen vom September im Fokus gestanden. Der Markteinfluss habe sich aber in Grenzen gehalten. Bei der EZB habe es bei der Sitzung im September eine intensive Diskussion über die Risiken für die mittelfristigen Inflationsaussichten gegeben. "Es gab mehrere Aufwärts- und Abwärtsrisiken für die Inflation, und obwohl jede Gesamtbewertung eine Frage der Einschätzung war, war es sehr schwierig, alle Faktoren zu einer ausgewogenen Risikobewertung zu summieren." Solange sich also die Risikofaktoren nicht in die eine oder andere Richtung konkretisieren würden sollte die EZB die Leitzinsen vorerst unverändert lassen. Bei der FED sei die Zinssenkung im September als Ausdruck einer Verschiebung der Risikobewertung gesehen worden. "Die meisten Teilnehmer hielten es für angemessen, den Zielkorridor für den Leitzins in Richtung einer neutraleren Einstellung zu verschieben, da sie der Ansicht waren, dass die Abwärtsrisiken für die Beschäftigung zugenommen hätten […] und dass die Aufwärtsrisiken für die Inflation entweder zurückgegangen oder nicht gestiegen seien." Bemerkenswert sei auch, dass Stephen Mirans Ansicht, den Leitzins um 50 Basispunkte zu senken, von anderen nicht geteilt worden sei. Im Gegensatz dazu "erklärten einige Teilnehmer, dass es sinnvoll sei, den Leitzins bei dieser Sitzung unverändert zu lassen". Mit Blick auf die Zukunft könnte die FED Ende Oktober ohne viele neue Informationen über die Festlegung der Leitzinsen entscheiden müssen. Nach der Interpretation des Protokolls durch die RBI und der jüngsten Reden von FOMC-Mitgliedern könnte die FED ihren Weg zu einer "neutraleren Geldpolitik" mit einer Senkung um 25 Basispunkte bei ihrer Sitzung im Oktober fortsetzen. Ohne Anzeichen für eine Stabilisierung des Arbeitsmarktes oder einen unerwarteten Anstieg der Inflation könnte die FED eine weitere Zinssenkung als unbedenklich ansehen. Für die Märkte sei eine Zinssenkung Ende Oktober das Basisszenario. (13.10.2025/alc/a/a)


