FED: Unveränderter Leitzinspfad trotz positivem Ausblick


18.03.21 08:30
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Der Offenmarktausschuss (FOMC) der US-Notenbank FED beschloss, das geldpolitische Statement nur am Rande zu ändern, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

Im Gegensatz zum Januar würden die FOMC-Mitglieder das Tempo der wirtschaftlichen Aktivität nun als dynamisch einschätzen, nach einer Phase moderater Erholung. Das geldpolitische Maßnahmenpaket bleibe unverändert: Das Zielband der Federal Funds Rate werde konstant bei 0% bis 0,25% belassen und die Nettoanleihekäufe würden mindestens im derzeitigen Tempo (120 Mrd. USD pro Monat) fortgesetzt, bis weitere substanzielle Fortschritte erreicht worden seien. Eine erste Zinserhöhung werde erst dann vollzogen, wenn das Vollbeschäftigungsziel erreicht werde, die Inflation bei 2% liege und das Inflationsziel temporär übertroffen werde.

Im Mittelpunkt gestanden habe die Veröffentlichung der vierteljährlichen Konjunkturprognosen. Diese würden einen verbesserten Konjunkturausblick widerspiegeln. Insbesondere das BIP-Wachstum sei für das Jahr 2021 auf 6,5% (Q4/Q4) nach oben revidiert worden (zuvor 4,2%).

Aber auch die Situation am Arbeitsmarkt werde günstiger bewertet. Die Arbeitslosenquote solle bis zum Jahresende auf 4,5% sinken und bis 2023 3,5% erreicht haben. Die Inflationsprognosen würden einen vorübergehenden Anstieg auf 2,4% (Q4/Q4) im Jahr 2021 zeigen, gefolgt von einem Rückgang auf 2% im Folgejahr. Trotz des günstigeren Konjunkturausblicks sei der erwartete Pfad der Leitzinsen im Median der FOMC-Mitglieder unverändert. Bis zum Ende des Prognosehorizonts bleibe dieser innerhalb der aktuellen Bandbreite. Sieben FOMC-Mitglieder sähen die Leitzinsen im Jahr 2023 jedoch über dem heutigen Niveau (vier davon bereits 2022).

Als unmittelbare Marktreaktion sei ein Rückgang der Renditen, insbesondere im kurzen bis mittleren Laufzeitensegment der Treasury-Kurve, zu beobachten gewesen. Am Devisenmarkt sei die Reaktion ausgeprägter gewesen. EUR/USD sei von 1,19 auf knapp unter 1,2 geklettert.

Wie erwartet habe Chair Powell trotz des optimistischeren Ausblicks einen dovishen Ton gefunden. Mit einer Arbeitslosenquote von 3,5%, einer erwarteten Inflationsrate von 2% im Jahr 2022 und einer moderat überschießenden Inflation im Jahr 2023 wäre die Forward Guidance für eine Zinserhöhung im Jahr 2023 eigentlich erfüllt. Unsicherheit über die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen am Ende des Prognosehorizonts und die Tatsache, dass die Arbeitslosenquote ein nur unzureichender Gradmesser für die Erfüllung des Vollbeschäftigungsziels der FED sei, seien wahrscheinliche Gründe, warum die Mehrheit der FOMC-Mitglieder ihren erwarteten Leitzinspfad unverändert belassen habe. Des Weiteren wolle man damit wohl auch die Glaubwürdigkeit der neuen Strategie untermauern. Innerhalb des Komitees scheine jedoch ein breites Meinungsspektrum vorhanden zu sein (Prognosestreuung).

Abseits der Wirtschaftsprognose habe Powell deutlich gemacht, dass Änderungen des geldpolitischen Kurses auf Basis realisierter Fortschritte erfolgen würden. Dies gelte auch für das Tapering, dessen Ankündigung somit nicht unmittelbar bevorstehe. Das Risiko, dass die Inflation aufgrund des reaktiven anstatt proaktiven Kurses rasant steige, werde als moderat beurteilt. Wir erwarten, dass die FED diesen Weg trotz steigender Inflationsraten in den kommenden Monaten fortsetzen wird, so die Analysten der RBI. Die nächste Zinssitzung finde Ende April (27. bis 28.) statt. (18.03.2021/alc/a/a)





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