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FED: Suche nach Licht im Daten-Shutdown
30.10.25 08:30
Raiffeisen Bank International AG
Wien (www.anleihencheck.de) - Die Federal Reserve hat bei ihrem vorletzten Meeting des Jahres erwartungsgemäß die Zinsen um 25 Basispunkte gesenkt, womit die Federal Funds Rate nun zwischen 3,75 und 4% liegt, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).
Zeitgleich habe man auch die Beendigung des laufenden Bilanzabbaus mit dem 1. Dezember 2025 verkündet.
Die geldpolitische Erklärung beginne mit der Feststellung, dass die Wirtschaftsaktivität zuletzt mit einem moderaten Tempo habe zulegen können. Bezüglich des dualen Mandats werde darauf hingewiesen, dass die Inflation im Jahresverlauf etwas zugelegt habe und sich somit weiterhin auf einem erhöhten Niveau befinde. Die Abwärtsrisiken für den Arbeitsmarkt sehe man indessen klar höher als noch vor einigen Monaten. Im Vergleich zur letzten Zinssitzung habe man keine nennenswerten Änderungen zur konjunkturellen Einschätzung angeführt. Die erwähnte "anhaltend hohe Unsicherheit beim Wirtschaftsausblick" könne in diesem Bezug auch vor dem Hintergrund des geringen Daten-Newsflows verstanden werden. Ähnlich wie die Zinssenkung sei auch das angekündigte Ende des Bilanzabbaus keine große Überraschung gewesen. Jerome Powell habe bereits in vergangenen Auftritten ein Ende in Aussicht gestellt und auch die jüngsten Entwicklungen auf den Geldmärkten würden das geplante Vorgehen unterstützen. Die FED werde künftig, genauer gesagt ab 1. Dezember, auslaufende Staatsanleihen vollständig am Sekundärmarkt reinvestieren, was eine stabile Entwicklung des Anleiheportfolios zur Folge habe. Eine Ausnahme gebe es betreffend der MBS-Bestände. Diese würden bei Fälligkeit nun in Treasury-Bills reinvestiert, wodurch sich das Laufzeitenprofil der FED-Bestände mit der Zeit verkürzen werde.
Das Hauptaugenmerk habe bei der Pressekonferenz auf dem weiterhin anhaltenden US-Shutdown gelegen, welcher dazu führe, dass die Federal Reserve aktuell ohne die Daten staatlicher Institutionen auskommen müsse. Powell habe hierbei betont, dass die FED derzeit mit sämtlichen verfügbaren alternativen Daten arbeite. Unbestritten sei, dass der Arbeitsmarkt weiterhin mit Abwärtsrisiken, die Inflationsentwicklung aber zeitgleich mit Aufwärtsrisiken behaftet sei. Ersterer Umstand werde aktuell im Komitee stärker gewichtet, was zu der Entscheidung einer weiteren Zinssenkung geführt habe. Es sei allerdings deutlich gemacht worden, dass noch keine massiven Verwerfungen auf dem Arbeitsmarkt zu erkennen seien, und dass eine gewisse Abkühlung angesichts des weiterhin moderat restriktiven Zinsniveaus wenig verwunderlich sei. Hinsichtlich der Inflation habe Powell hingegen betont, dass man abseits der beobachtbaren Zolleffekte nicht allzu weit von der Zielmarke entfernt sei, und dass man trotz der aktuellen Risikogewichtung weiterhin auf das Erreichen des 2%-Ziels hinarbeite.
Weniger eindeutig sei hingegen der Ausblick bezüglich der nächsten Zinssitzung im Dezember. Powell habe deutlich und mehrfach betont, dass eine Zinssenkung keine ausgemachte Sache sei, was er damit begründet habe, dass im Komitee verschiedene Ansichten und Risikogewichtungen bezüglich der weiteren Vorgehensweise vorliegen würden. Nicht zuletzt habe es bei der Zinsentscheidung auch zwei Gegenstimmen gegeben. Wie zu erwarten habe der von Trump erst kürzlich ernannte Gouverneur Miran für eine Zinssenkung um 50 Basispunkte gestimmt, während sich Schmid gegen eine Zinssenkung ausgesprochen habe. Ein deutlich längeres Anhalten des Shutdowns würde die Entscheidungsfindung jedenfalls zusätzlich erschweren.
Am Ende des Tages werde es wohl darauf ankommen, wie die in den letzten Wochen nicht veröffentlichten Daten ausfallen würden. Insbesondere mit Hinblick auf Arbeitsmarktdaten sei die Informationslage gering. Zeige sich hier eine eindeutige Stabilisierung und überrasche das BIP-Wachstum positiv, könnte sich die FED abwartend verhalten.
Sowohl die Zins- als auch die Währungsmärkte reagierten hawkish auf die FED-Entscheidung. Die FED-sensitive 2-jährige Staatsanleihenrendite notiere aktuell bei 3,6% (vor dem Meeting etwa 3,5%) und das lange Ende der Zinskurve (10 Jahre) handele deutlicher über der 4%-Marke als noch zuvor. EUR/USD sei von 1,165 auf knapp 1,16 gefallen. Einer weiteren Zinssenkung im Dezember werde auf den Finanzmärkten eine Wahrscheinlichkeit von etwa 70% zugerechnet. Die RBI halte im Umfeld der unsicheren Datenlage vorerst an ihrer Prognose keiner weiteren Zinssenkung bis Jahresende fest. Die Risiken sehe sie aber klar in Richtung einer weiteren Zinssenkung gerichtet, auch deswegen, da sie für 2026 weitere Zinssenkungen prognostiziere. (30.10.2025/alc/a/a)
Zeitgleich habe man auch die Beendigung des laufenden Bilanzabbaus mit dem 1. Dezember 2025 verkündet.
Das Hauptaugenmerk habe bei der Pressekonferenz auf dem weiterhin anhaltenden US-Shutdown gelegen, welcher dazu führe, dass die Federal Reserve aktuell ohne die Daten staatlicher Institutionen auskommen müsse. Powell habe hierbei betont, dass die FED derzeit mit sämtlichen verfügbaren alternativen Daten arbeite. Unbestritten sei, dass der Arbeitsmarkt weiterhin mit Abwärtsrisiken, die Inflationsentwicklung aber zeitgleich mit Aufwärtsrisiken behaftet sei. Ersterer Umstand werde aktuell im Komitee stärker gewichtet, was zu der Entscheidung einer weiteren Zinssenkung geführt habe. Es sei allerdings deutlich gemacht worden, dass noch keine massiven Verwerfungen auf dem Arbeitsmarkt zu erkennen seien, und dass eine gewisse Abkühlung angesichts des weiterhin moderat restriktiven Zinsniveaus wenig verwunderlich sei. Hinsichtlich der Inflation habe Powell hingegen betont, dass man abseits der beobachtbaren Zolleffekte nicht allzu weit von der Zielmarke entfernt sei, und dass man trotz der aktuellen Risikogewichtung weiterhin auf das Erreichen des 2%-Ziels hinarbeite.
Weniger eindeutig sei hingegen der Ausblick bezüglich der nächsten Zinssitzung im Dezember. Powell habe deutlich und mehrfach betont, dass eine Zinssenkung keine ausgemachte Sache sei, was er damit begründet habe, dass im Komitee verschiedene Ansichten und Risikogewichtungen bezüglich der weiteren Vorgehensweise vorliegen würden. Nicht zuletzt habe es bei der Zinsentscheidung auch zwei Gegenstimmen gegeben. Wie zu erwarten habe der von Trump erst kürzlich ernannte Gouverneur Miran für eine Zinssenkung um 50 Basispunkte gestimmt, während sich Schmid gegen eine Zinssenkung ausgesprochen habe. Ein deutlich längeres Anhalten des Shutdowns würde die Entscheidungsfindung jedenfalls zusätzlich erschweren.
Am Ende des Tages werde es wohl darauf ankommen, wie die in den letzten Wochen nicht veröffentlichten Daten ausfallen würden. Insbesondere mit Hinblick auf Arbeitsmarktdaten sei die Informationslage gering. Zeige sich hier eine eindeutige Stabilisierung und überrasche das BIP-Wachstum positiv, könnte sich die FED abwartend verhalten.
Sowohl die Zins- als auch die Währungsmärkte reagierten hawkish auf die FED-Entscheidung. Die FED-sensitive 2-jährige Staatsanleihenrendite notiere aktuell bei 3,6% (vor dem Meeting etwa 3,5%) und das lange Ende der Zinskurve (10 Jahre) handele deutlicher über der 4%-Marke als noch zuvor. EUR/USD sei von 1,165 auf knapp 1,16 gefallen. Einer weiteren Zinssenkung im Dezember werde auf den Finanzmärkten eine Wahrscheinlichkeit von etwa 70% zugerechnet. Die RBI halte im Umfeld der unsicheren Datenlage vorerst an ihrer Prognose keiner weiteren Zinssenkung bis Jahresende fest. Die Risiken sehe sie aber klar in Richtung einer weiteren Zinssenkung gerichtet, auch deswegen, da sie für 2026 weitere Zinssenkungen prognostiziere. (30.10.2025/alc/a/a)


