FED: Ein Protokoll voller Sorgen?


24.08.18 11:30
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Fast könnte man meinen, die Finanzmarktteilnehmer fühlten sich derzeit von ökonomischen Daten eher gelangweilt, berichtet die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Natürlich möge ein "etwas schlechter als erwartet" für die Einkaufsmanagerindices dies- und jenseits des Atlantiks längst nicht so aufregend sein wie etwa die jüngste Drohung von Donald Trump. Sollte er nämlich (womöglich) seines Amtes enthoben werden, würde der Markt zusammenbrechen, so der US-Präsident gestern gegenüber Fox News. Aber selbst dieses Statement habe die Akteure kalt gelassen. Wobei die Frage ungeklärt bleibe, ob sie Trump nur nicht ernst genommen oder die Wahrscheinlichkeit einer Amtsenthebung einfach (im Senat wäre hierfür eine Zweidrittelmehrheit erforderlich) für sehr niedrig gehalten hätten.

Immerhin sei gestern erstmals ein Mitglied des Offenmarktausschusses, die derzeit nicht stimmberechtigte Chefin der FED von Kansas City, Esther George, auf eine mögliche Einflussnahme des US-Präsidenten auf Entscheidungen der Notenbank eingegangen: Nein, die jüngste Kritik Donald Trumps an der FED würde die Notenbank nicht beeinflussen, habe sie etwaigen Spekulationen rundweg eine Absage erteilt. Fast müßig zu erwähnen, dass die als Zinsfalke bekannte Frau George in diesem Jahr von zwei weiteren Zinsschritten der Notenbank ausgehe.

Ob es neben der für September als gesetzt geltenden Zinserhöhung auch noch einen weiteren Schritt in diesem Jahr geben werde, sei für einige Marktteilnehmer zumindest am Mittwochabend (MESZ) nach Publizierung des FED-Protokolls der Sitzung vom 31. Juli/1. August wohl nicht mehr ganz klar gewesen. Diesen Schluss lege zumindest die allererste Reaktion des Euro nahe. Denn die Mitglieder des FOMC hätten sich nicht nur große Sorgen um die Folgen eines eskalierenden Handelsstreits gemacht.

Dem Statement zufolge habe man im FOMC auch die sich immer mehr verflachende Zinsstrukturkurve diskutiert, bei der der Renditeabstand zwischen den zehn- und zweijährigen US-Staatsanleihen gestern zeitweise nur noch 21 Punkte betragen habe - so wenig wie zuletzt Mitte 2007. Dabei hätten einige Ausschussmitglieder darauf hingewiesen, dass eine inverse Zinsstrukturkurve in der Vergangenheit Vorläufer von Rezessionen gewesen sei. Allerdings hätten andere daraufhin entgegnet, dass sich die weltweit starke Nachfrage nach sicheren Anlagen, inklusive der Anleihekaufprogramme, belastend auf die Renditen ausgewirkt hätten und somit eine inverse Zinsstruktur nicht die gleiche Aussagekraft habe, wie dies in der Historie der Fall gewesen sei. Am Ende hat sich interessanterweise die implizite Wahrscheinlichkeit für noch zwei Zinserhöhungen in diesem Jahr, von denen auch die Deutsche Bank AG ausgeht, dennoch auf 67 Prozent (vgl. CME FedWatch Tool) eingependelt, nachdem diese noch am Dienstag bei nur noch 60 Prozent gelegen hatte.

Der Euro bleibe unterdessen auch nach Veröffentlichung des kaum überraschenden EZB-Protokolls in seiner Konsolidierung zwischen 1,1295 und 1,1670/75 EUR/USD (ISIN EU0009652759/ WKN 965275) gefangen. (24.08.2018/alc/a/a)





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