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FED: Powell hält sich bedeckt
19.06.25 09:00
Raiffeisen Bank International AG
Wien (www.anleihencheck.de) - Der Offenmarktausschuss der US-Notenbank (FOMC) hat beschlossen, die Leitzinsen unverändert zwischen 4,25% und 4,5% zu belassen, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).
Dies sei sowohl von Analysten als auch vom Markt weitgehend erwartet worden. Im Mittelpunkt seien eher die aktualisierten Wirtschaftsprognosen gestanden, wobei traditionell der Ausblick für den Leitzins die größte Aufmerksamkeit auf sich ziehe. Interessanterweise sei der Median für 2025 unverändert bei 3,9% (effektive Fed Funds Rate) geblieben, was zwei Zinssenkungen impliziere. Die Details würden aber zeigen, dass die Zahl der FOMC-Mitglieder, die in diesem Jahr keine Zinssenkung mehr erwarten würden, von vier auf sieben gestiegen sei. Hätte ein weiteres FOMC-Mitglied die Leitzinserwartung angehoben, hätte der Median auf eine Zinssenkung gewechselt. Es sei also knapp gewesen!
Auf der Pressekonferenz habe Powell eine sehr ähnliche Botschaft wie im Mai vermittelt. Die FED könne es sich leisten, weitere Daten zu den Auswirkungen der Zölle abzuwarten, bevor sie ihren geldpolitischen Kurs ändere. Die FED bleibe also in Wartestellung! Daher habe auch kein großer Bedarf bestanden, die geldpolitische Erklärung zu ändern. Es habe nur eine Änderung gegeben. Die Unsicherheit über die Wirtschaftsaussichten "hat sich verringert, bleibt aber hoch", während sie bei der letzten Sitzung im Mai noch als "hat weiter zugenommen" eingeschätzt worden sei. Die Tatsache, dass die Stimmung den Tiefpunkt bereits hinter sich gelassen habe und die Unternehmen zuversichtlicher seien, dass sie mit den neuen Zöllen irgendwie zurechtkommen würden, habe die FED zu dieser Einschätzung veranlasst. Auch die Erholung bzw. Stabilisierung an den Finanzmärkten könnte eine Rolle gespielt haben.
Interessanterweise sei der Krieg im Nahen Osten von der FED nicht erwähnt worden und auch während der Pressekonferenz kein zentrales Thema gewesen. Der Fokus habe auf den wirtschaftlichen Auswirkungen der Zölle gelegen. Und hier seien die Änderungen in den makroökonomischen Prognosen der FED klar. Die Prognosen für das Wirtschaftswachstum seien für dieses und das nächste Jahr gesenkt, die Inflationsprognosen aber erhöht worden. Die FOMC-Mitglieder würden damit rechnen, dass die PCE-Kerninflation zum Jahresende auf über 3% p.a. liegen werde. Auch die Prognosen für die Arbeitslosenquote seien angehoben worden, wenn auch nur leicht. Der Fokus der FED scheine klar auf der Inflation zu liegen. Der Arbeitsmarkt werde als solide eingeschätzt. In Bezug auf die Inflation habe sich Powell sehr zuversichtlich gezeigt, dass der Preisdruck in den kommenden Monaten zunehmen werde. Die in den letzten Monaten schwächer als erwartet ausgefallene Inflation sei daher für die FED kein Grund, die Leitzinsen jetzt zu senken. Powell sehe das aktuelle Leitzinsniveau als "moderat restriktiv" an, was es der FED ermögliche, trotz Inflationsrisiken aus den kommenden Daten weitere Erkenntnisse zu gewinnen.
An den Finanzmärkten sei die Pressekonferenz als leicht hawkish wahrgenommen worden, nachdem der Markt auf die zuvor veröffentlichte Erklärung/Prognosen dovish reagiert habe. Nach dieser kurzfristigen Volatilität würden die Renditen von US-Staatsanleihen nahe ihren Niveaus vor der FED-Sitzung notieren. Die Märkte würden weiterhin zwei Zinssenkungen für dieses Jahr einpreisen, aber keine Änderung der Leitzinsen auf der nächsten Sitzung im Juli. Da es kaum neue Informationen von der FED gebe, sehe die RBI keinen Grund, ihre Prognose einer Zinssenkung gegen Ende des Jahres zu ändern. Der US-Dollar habe nach der FED-Sitzung leicht zugelegen können. (19.06.2025/alc/a/a)
Dies sei sowohl von Analysten als auch vom Markt weitgehend erwartet worden. Im Mittelpunkt seien eher die aktualisierten Wirtschaftsprognosen gestanden, wobei traditionell der Ausblick für den Leitzins die größte Aufmerksamkeit auf sich ziehe. Interessanterweise sei der Median für 2025 unverändert bei 3,9% (effektive Fed Funds Rate) geblieben, was zwei Zinssenkungen impliziere. Die Details würden aber zeigen, dass die Zahl der FOMC-Mitglieder, die in diesem Jahr keine Zinssenkung mehr erwarten würden, von vier auf sieben gestiegen sei. Hätte ein weiteres FOMC-Mitglied die Leitzinserwartung angehoben, hätte der Median auf eine Zinssenkung gewechselt. Es sei also knapp gewesen!
Interessanterweise sei der Krieg im Nahen Osten von der FED nicht erwähnt worden und auch während der Pressekonferenz kein zentrales Thema gewesen. Der Fokus habe auf den wirtschaftlichen Auswirkungen der Zölle gelegen. Und hier seien die Änderungen in den makroökonomischen Prognosen der FED klar. Die Prognosen für das Wirtschaftswachstum seien für dieses und das nächste Jahr gesenkt, die Inflationsprognosen aber erhöht worden. Die FOMC-Mitglieder würden damit rechnen, dass die PCE-Kerninflation zum Jahresende auf über 3% p.a. liegen werde. Auch die Prognosen für die Arbeitslosenquote seien angehoben worden, wenn auch nur leicht. Der Fokus der FED scheine klar auf der Inflation zu liegen. Der Arbeitsmarkt werde als solide eingeschätzt. In Bezug auf die Inflation habe sich Powell sehr zuversichtlich gezeigt, dass der Preisdruck in den kommenden Monaten zunehmen werde. Die in den letzten Monaten schwächer als erwartet ausgefallene Inflation sei daher für die FED kein Grund, die Leitzinsen jetzt zu senken. Powell sehe das aktuelle Leitzinsniveau als "moderat restriktiv" an, was es der FED ermögliche, trotz Inflationsrisiken aus den kommenden Daten weitere Erkenntnisse zu gewinnen.
An den Finanzmärkten sei die Pressekonferenz als leicht hawkish wahrgenommen worden, nachdem der Markt auf die zuvor veröffentlichte Erklärung/Prognosen dovish reagiert habe. Nach dieser kurzfristigen Volatilität würden die Renditen von US-Staatsanleihen nahe ihren Niveaus vor der FED-Sitzung notieren. Die Märkte würden weiterhin zwei Zinssenkungen für dieses Jahr einpreisen, aber keine Änderung der Leitzinsen auf der nächsten Sitzung im Juli. Da es kaum neue Informationen von der FED gebe, sehe die RBI keinen Grund, ihre Prognose einer Zinssenkung gegen Ende des Jahres zu ändern. Der US-Dollar habe nach der FED-Sitzung leicht zugelegen können. (19.06.2025/alc/a/a)


