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Europäische Anleihenmärkte: Schuldenkrise reloaded
08.07.13 15:54
Baader Bank
Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Die schwere Regierungskrise in Portugal und die anhaltenden Diskussionen um Griechenland haben es wieder geweckt: Das Gespenst der Euro-Schuldenkrise, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.
Es sei an die europäischen Anleihenmärkte zurückgekehrt und das mit Macht. So sei es zu einem Ausverkauf portugiesischer Staatsanleihen gekommen, in dessen Verlauf deren Kurse stark unter Druck geraten seien. Im Gegenzug sei die Rendite für zehnjährige Anleihen aus Lissabon erstmals im laufenden Jahr wieder über die Marke von rund 7,4% gestiegen. Allein seit Ende Mai habe sich die Rendite der zehnjährigen Papiere Portugals um mehr als zwei Prozentpunkte erhöht.
Portugal stehe derzeit unter dem Euro-Rettungsschirm und sei daher nicht auf die Kreditaufnahme am Anleihenmarkt angewiesen. Allerdings möchte sich das Land bis 2014 wieder eigenständig refinanzieren können. Die sensiblen Reaktionen der Märkte würden zeigen, wie sehr das Vorhaben von der politischen Stabilität in Lissabon abhänge.
Das Ankaufprogramm für Anleihen der Europäischen Zentralbank (EZB), OMT, funktioniere schließlich nur, wenn auch die Regierungen mitspielen würden. Denn die EZB mache die Aufrechterhaltung des OMT sowohl von Reformen als auch von Ausgabedisziplin und somit letztlich von stabilen politischen Verhältnissen abhängig. Nach den Rücktritten zweier wichtiger Minister aber drohe die Regierungskoalition von Ministerpräsident Pedro Passos Coelho in Lissabon auseinanderzubrechen. Nun habe Portugals Präsident Anibal Cavaco Silva ein Krisentreffen einberufen.
Neben Portugal sorge der Euro-Schuldensünder Griechenland für zusätzliche Nervosität unter den Anlegern. So würden in Athen die öffentlichen Geldgeber Druck machen, weil es ihrer Meinung nach bei der Umsetzung vereinbarter Reformen Mängel gebe. Die wiederkehrenden Diskussionen über einen Schuldenschnitt seien nicht hilfreich, da sie von den notwendigen Reformanstrengungen in Griechenland abgelenkt hätten, habe EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen der Tageszeitung "Die Welt" gesagt.
Die Geldgeber-Troika prüfe derzeit, wie Athen bei den vereinbarten Reformen vorankomme - als Voraussetzung für die Auszahlung einer weiteren Kredittranche von 8,1 Mrd. Euro bis Ende Juli. Wirtschaftsminister Kostis Hatzidakis habe am Dienstag die Diskussion um einen erneuten Schuldenerlass für Athen angeheizt, weshalb die Rentenmärkte sofort nervös reagiert hätten. Auch die Bundeskanzlerin habe sich genötigt zu reagieren gesehen. Sie sehe jedenfalls keinen Anlass für einen weiteren Schuldenerlass, sei Angela Merkel stante pede solchen Forderungen aus Athen entgegen getreten.
Das Verhalten vor allem der institutionellen Anleger an den Rentenmärkten habe stark unter dem Eindruck der wieder erwachten Schuldenkrise in Europa gestanden, weshalb als sicher geltende Anleihen plötzlich wieder stark gefragt gewesen seien. Deutsche Staatsanleihen hätten im Zuge dieser Entwicklung gestern spürbare Gewinne verbucht. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future handle heute in der Früh bei ca. 142,10%. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen sei im Zuge dieser Entwicklung auf 1,67% gesunken. Vor diesem Hintergrund rentiere beispielsweise eine bis 7/2020 laufende Bundesanleihe (ISIN DE0001135408 / WKN 113540) auf der Briefseite noch mit rund 1%.
Eine ebenfalls gefragte Bundesobligation (ISIN DE0001141661 / WKN 114166) mit Laufzeit 4/2018 bringe noch rund 0,6% Rendite auf die Waage. Teilweise seien Anleger auf andere Titel von als solide geltenden Euro-Staaten aus der zweiten Reihe ausgewichen. Davon hätten in dieser Woche österreichische Obligationen wie eine bis 9/2021 laufende Anleihe (ISIN AT0000A001X2 / WKN A0GL3F) profitiert, die mit rund 1,8% rentiere, oder eine niederländische Anleihe (ISIN NL0010060257 / WKN A1G0P3) mit Laufzeit 7/2022 und 1,9% Rendite. Auch ein finnischer Euro-Bond (ISIN FI4000062625 / WKN A1HJLB) mit Fälligkeit 4/2023 und rund 1,9% Rendite habe seine Käufer gefunden.
Auf der Suche nach Investments in Corporate Bonds hätten die Trüffelsucher unter den Anlegern in dieser Woche unter anderem einen Floater (ISIN XS0222524372 / WKN A0E6FU) von Südzucker mit unbefristeter Laufzeit, sowie eine Anleihe (ISIN XS0306488627 / WKN A0TFW0) von Voith bevorzugt, die eine Rendite von knapp 1,6% auf der Briefseite aufweise und noch bis 6/2017 laufe.
Es sei so gekommen, wie es habe kommen müssen. Noch vor Jahresfrist habe man sich mit Händen und Füßen gegen eine Vergemeinschaftung von Schulden in Deutschland und in Europa gewehrt. Da man vor wenigen Tagen mit dem ersten Deutschlandbond neue Wege beschritten habe, fühle sich die Europäische Kommission ermutigt, in einer Fachgruppe von Experten eine Liste aller Vor- und Nachteile von gemeinsamen Euro-Bills und eines Schuldentilgungsfonds erstellen zu lassen.
Noch lehne die Bundesregierung solche Vorhaben vehement ab, allerdings bleibe abzuwarten, wie sich eine in knapp acht Wochen legitimierte, neue Bundesregierung verhalten werde. Spannend werde auch sein, welche Haftungsregelungen angedacht würden. In unserer Funktion als Flaggschiff Europas besitzen wir unterschiedliche prozentuale Beteiligungen, die uns allerdings nicht immer zu unserem Vorteil gereichen, so die Experten der Baader Bank. So sei das Stimmverhältnis innerhalb des EZB-Rats nicht identisch mit der finanziellen Gewichtung innerhalb der EZB, und auch beim Rettungspaket habe schon seitens der Justiz eingegriffen werden müssen.
Ob die Vergemeinschaftung der Schulden einen wirklichen Anreiz zum sinnvollen Haushalten darstelle, dürfe weiterhin bezweifelt werden. Denn die Gefahr, dass die großen Partner wie Frankreich, Italien und Spanien als Zahlmeister ausfallen würden, sei in den vergangenen Wochen nicht kleiner geworden. Und nur zusammen mit Österreich, Luxemburg und den Niederlanden könne Deutschland die Eurozone nicht am Leben halten. Dazu bedürfe es vielmehr einer finanziell gesunden Gemeinschaft und nicht nur der finanziellen und wirtschaftlichen Kraft einzelner Staaten. Solidarität sei nämlich immer dann zu Ende, wenn man das Gefühl habe, ausgenutzt zu werden. Und das Gefühl nehme zumindest in Deutschland immer mehr zu.
Wer vor Wochen gedacht habe, dass mit der Öffnung der Banken auf Zypern und dem Schnüren des Rettungspakets wieder Normalität einkehren würde, der habe sich getäuscht. Zypern hänge weiterhin am Tropf der Gemeinschaft und werde nicht müde, alle möglichen Optionen zu ziehen. Wie groß die Verzweiflung tatsächlich gewesen sei, könne man daran erkennen, dass man - sicherlich im Bewusstsein der Folgen - sich zu einem Umtausch von Staatsanleihen mit einer kurzen Laufzeit im Volumen von 1 Mrd. EUR in Anleihen mit einer späteren Fälligkeit entschieden habe. Die Rating-Agenturen hätten daraufhin prompt mit einer Herabstufung reagiert.
Fitch-Ratings habe die Bonität Zyperns von CCC auf RD (Restricted Default) gesenkt. Für die vom Umtausch betroffenen Gattungen sei das Rating von CCC auf D (Default) gesenkt worden, wohingegen die anderen Staatsanleihen weiterhin mit CCC benotet würden.
Aber auch Standard & Poor's sehe bei Zypern einen, zumindest teilweisen, Zahlungsausfall als gegeben an. Dies wiederum habe zur Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) geführt, die vom zyprischen Staat begebenen bzw. garantierten Anleihen nicht mehr als Sicherheiten für Repo-Geschäfte zu akzeptieren. Somit seien die Banken des Landes vollends auf ihre eigene Notenbank angewiesen. Dies werde die einzige Möglichkeit für zyprische Banken sein, sich die notwendigen liquiden Mittel zu beschaffen. Die zyprische Notenbank werde wiederum die Notenbanken in Euroland anzapfen und somit sei mit einem neuerlichen Anstieg der Target2-Salden zu rechnen, zumindest bei der Deutschen Bundesbank. Dennoch gelte die Zustimmung zu dieser Kausalkette durch den heute tagenden EZB-Rat als sicher.
Wie es mit Zypern generell weitergehe, bleibe indes die Gretchenfrage. Denn trotz der von den europäischen Partnern und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zugesagten 10 Mrd. EUR sei Zypern noch lange nicht saniert. Es bleibe also auch in diesem Teil Europas spannend.
Die Industrie in den Euro-Krisenländern sehe so etwas wie Licht am Ende des Tunnels. Produktion und Auftragsbestand in der Euro-Zone insgesamt seien im Juni zwar erneut zurückgegangen, aber die Entwicklung habe sich verlangsamt. So werde erwartet, dass der Industriesektor im 3. Quartal wieder wachsen werde. Der EU-Einkaufsmanagerindex sei um 0,5 auf 48,8 Zähler geklettert und damit auf den höchsten Stand seit eineinhalb Jahren. Das Barometer sei in den Krisenländern Spanien, Italien und Irland besonders gestiegen. Nur in Deutschland sei der Index gesunken.
Ein gehöriges Stück müssten die Industrien der EU-Länder wachsen, sollte das schwerwiegende Problem der Jugendarbeitslosigkeit gelöst werden. Daher wolle die EU nun zusätzliche Mittel zur Bekämpfung der hohen Jugendarbeitslosigkeit einsetzen. In den kommenden beiden Jahren sei dafür ein stattlicher Finanzrahmen von bis zu 24 Mrd. EUR abgesteckt. Auf 6 Mrd. EUR für ein Sofortprogramm "Jugendgarantie" habe sich der Brüsseler EU-Rat in der vergangenen Woche geeinigt.
Wie dringlich das Thema sei, zeige der Umstand, dass in der EU Stand April jeder vierte junge Mensch zwischen 15 und 25 Jahren ohne Job sei - eine Situation, die auf Dauer sowohl sozial als auch volkswirtschaftlich verheerende Auswirkungen haben werde. Aber es treffe nicht nur die Jugend, für die inzwischen sogar der finanzielle Rahmen erweitert worden sei. Insgesamt habe die Arbeitslosigkeit im Mai mit 19,34 Mio. Menschen oder 12,2% in der Euro-Zone auf Rekordhoch gelegen.
Der Euro sei als Reservewährung nicht mehr das, was er mal gewesen sei. Die Schuldenkrise im Euroraum habe die Attraktivität der Gemeinschaftswährung belastet. Der Euro-Anteil an den globalen Fremdwährungsreserven habe laut EZB von 25,1% Ende 2011 auf 23,9% Ende 2012 abgenommen. Der US-Dollar bleibe mit einem Anteil von 61,9% (Vorjahr: 62,2%) die führende Leitwährung.
Die Schuldenkrise habe den Euro dennoch im vergangenen Jahr nur vorübergehend belastet, habe die EZB betont. Es gebe Hinweise, dass das Vertrauen von Finanzexperten weltweit in die europäische Währung in der zweiten Jahreshälfte wieder angezogen habe. Nun ja, wenn man dies am Schuldenstand der Euroländer messen würde, dürfte das Vertrauensbarometer eigentlich nicht besonders stark nach oben ausschlagen.
Eine ganze Reihe internationaler Unternehmen habe in dieser Woche an den Kapitalmarkt gedrängt. Alstom, ein weltweit agierender Konzern im Energie- und Transportbereich, habe am Montag eine 6-jährige Anleihe emittiert. Platziert worden sei die Anleihe mit Fälligkeit 7/2019 und einem Kupon von 3,00%. Das Volumen der Anleihe betrage 500 Mio. EUR. Gepreist worden sei sie bei +165 bps über Mid Swap, was einem Emissionskurs von 99,503% entsprochen habe. Ebenso am Montag habe die Vier Gas Transport GmbH, ein Transporteur von Erdgas und Anbieter der damit verbundenen Dienstleistungen, eine 10-jährige Anleihe mit Fälligkeit 7/2023 platziert. Der Kupon der Anleihe betrage 3,125%. Gepreist worden sei die Anleihe bei +113 bps über Mid Swap. Das Volumen der Anleihe betrage 750 Mio. EUR und der Emissionskurs habe sich auf 99,805% belaufen.
Am Dienstag seien die folgenden Anleihen emittiert worden.
A2A S.p.A., das drittgrößte Energieversorgungsunternehmen in Italien, habe eine 8-jährige Anleihe (Fälligkeit 7/2021) mit einem Kupon von 4,375% platziert. Gepreist worden sei die Anleihe bei +283 bps über Mid Swap. Das Volumen der Anleihe betrage 500 Mio. EUR. Der Emissionspreis sei 99,323% gewesen.
Eni S.p.A., ein italienischer Erdöl- und Energiekonzern, der in den Bereichen Erdöl, Erdgas, Stromerzeugung, Petrochemie, Ingenieurwesen tätig sei, habe eine 10-jährige Anleihe (Fälligkeit 7/2023) emittiert. Der Kupon betrage 3,250%. Gepreist worden sei die Anleihe bei +140 bps über Mid Swap. Das Volumen der Anleihe betrage 1 Mrd. EUR. Der Emissionspreis sei 98,812% gewesen.
Total, ein französisches Mineralölunternehmen, habe eine 7-jährige Anleihe (Fälligkeit 7/2020) platziert. Der Kupon sei mit 1,875% fixiert worden. Der Emissionspreis sei 99,615% gewesen. Gepreist worden sei die Anleihe bei +43 bps über Mid Swap. Das Volumen der Anleihe betrage 750 Mio. EUR.
Der amerikanische SAP-Konkurrent Oracle habe zwei Tranchen über ein Gesamtvolumen von 2 Mrd. EUR emittiert. Eine Tranche mit einem Volumen von 1,25 Mrd. EUR und einer Laufzeit von 7,5 Jahren (Fälligkeit 1/2021) sei nach anfänglich signalisierten +75 bis +80 bps zu +68 bps über Mid Swap begeben worden. Nach zunächst indizierten +105 bis +110 bps über Mid Swap sei die 12-jährige Anleihe (Fälligkeit Juli 2025) zu +98 bps über Mid Swap weggegangen. Der Preis für die Januar 2021 fällige und mit einem Kupon von 2,25% ausgestattete Anleihe habe 99,434% betragen. Der Preis für die Juli 2025 fällige Anleihe habe 99,517% betragen und dies bei einem Kupon von 3,125%.
In dieser Handelswoche habe der Euro-Bund-Future ganz im Zeichen der wieder ins Bewusstsein der Börsianer zurückgekehrten Schuldenkrise gestanden. Nachdem man in der vergangenen Woche noch gerätselt habe, ob es sich bei der Kurserholung lediglich um eine technische Reaktion handeln könnte, so könne die Frage inzwischen getrost mit Nein beantwortet werden. Aber auch unter charttechnischen Gründen habe das Sorgenbarometer der Eurozone eine technische Gegenreaktion wie aus dem Lehrbuch vollzogen.
Nachdem man am 17. Juni noch ein Hoch bei 143,99% und eine Woche später ein Tief bei 139,90% markiert habe, sei jetzt mit dem Erreichen des Hochs bei 142,64% die 66,67%-ige Gegenreaktion dieser Abwärtsbewegung geschafft worden. In den nächsten Tagen werde dennoch die psychologisch wichtige Marke von 142% der Dreh- und Angelpunkt sein. Denn auch wenn es momentan den Anschein habe, dass jede Verschärfung der Krise gut für das Rentenbarometer sei, so werde sich auch irgendwann die Frage nach der Bezahlbarkeit aller Maßnahmen stellen. Und spätestens dann würden alle Assetklassen wieder in Sippenhaft genommen und der Bereich um 139,90% getestet. Nach oben würden diverse Tiefs aus dem Mai 2013 einen Widerstand bei ca. 144,37% bilden.
Da in solch volatilen Zeiten generell immer alles möglich sei, müsse man hier mit klar definierten Stops arbeiten. Denn ansonsten werde man von der Geschwindigkeit der Marktbewegungen überrascht und reagiere meist zu spät.
Nichts sei so schlecht, dass es nicht noch für etwas gut sein könnte. So oder so ähnlich könnte man bei der Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland auf die neuerliche Zuspitzung der Euroschuldenkrise reagiert haben. Bei der Aufstockung der fünfjährigen Bundesobligation Serie 166 (ISIN DE0001141661 / WKN 114166) hätten somit gegen den Trend der vergangenen Woche 4 Mrd. EUR bei einer 1,9-fachen Überzeichnung zu einer Durchschnittsrendite von 0,63% platziert werden können. Das Gesamtvolumen der Emission belaufe sich nun auf 13 Mrd. EUR.
Aber auch andere Eurostaaten hätten diverse Altemissionen aufgestockt. So seien in dieser Woche u.a. Frankreich, Österreich und Spanien am Kapitalmarkt aktiv geworden und hätten Mittel in Höhe von ca. 20 Mrd. EUR aufgenommen. Dieser Zeitpunkt sei gut gewählt gewesen, denn alleine in Deutschland seien zu Beginn des 3. Quartals Anleihen im Volumen von 22 Mrd. EUR fällig geworden. Zusätzlich hätten auch noch 11 Mrd. EUR an Zinsen reinvestiert werden müssen. Somit hätten beide Parteien von den Bedürfnissen der anderen profitiert. Und das dürfte auch noch in den nächsten Wochen so bleiben.
Und wieder einmal sei es soweit, die Währungshüter der Europäischen Zentralbank würden zusammen kommen und über die Geldpolitik der Eurozone beraten, gemäß dem Motto "und monatlich grüßt die EZB." Die Anleger am Devisenmarkt würden mit Spannung auf die Erläuterungen von Mario Draghi warten. Im Vorfeld der Ratssitzung zeige sich die europäische Gemeinschaftswährung eher schwach, nicht zuletzt wegen der altbekannten Sorgenkinder Griechenland und Portugal.
Aber auch die politischen Unruhen in Ägypten würden dem Euro zu schaffen machen, denn der Greenback profitiere aktuell von seinem Status als sicherer Hafen. Somit sei es für die Einheitswährung der Experten bergab gegangen, die psychologisch wichtige Marke von 1,30 USD habe nicht gehalten werden können und mit 1,2924 US-Dollar sei sogar ein neues Fünf-Wochen-Tief erreicht worden. Die nächsten Tage würden interessant bleiben, denn neben der EZB-Sitzung am heutigen Nachmittag stünden morgen die Arbeitsmarktdaten aus den USA auf der Agenda. Dies könnte u.a. auch neue Impulse für den Devisenmarkt mit sich bringen.
Spekulationen um eine Zinssenkung hätten dem australischen Dollar erneut zugesetzt. Obwohl der Leitzins bei 2,75% unverändert geblieben sei, sei es für die Währung auf die Verliererstraße gegangen. Habe man seit vielen Jahren nur eine Richtung gekannt, nämlich nach oben, so habe sich nun seit ca. einem Jahr das Blatt gedreht und im Vergleich zum Euro sei in dieser Woche sogar ein neues 3-Jahres-Tief bei 1,4413 AUD markiert worden.
In der Eurozone hätten u.a. neue Hiobsbotschaften zu Griechenland, Italien, Portugal und Zypern für Unsicherheit gesorgt. Privatanleger seien allerdings in punkto Vermögensanlage weiterhin an Sicherheit und Risikostreuung interessiert. Somit seien verstärkte Handelsaktivitäten in ausgewählten Fremdwährungsanleihen zu registrieren. Dazu würden insbesondere Anleihen auf Australische Dollar, Norwegische Kronen und US-Dollar zählen.
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Der Vorsitzende des Aufsichtsrats ist Dr. Horst Schiessl. Die Mitglieder des Vorstands sind Uto Baader (Vorsitzender), Nico Baader, Dieter Brichmann und Dieter Silmen. (08.07.2013/alc/a/a)
Es sei an die europäischen Anleihenmärkte zurückgekehrt und das mit Macht. So sei es zu einem Ausverkauf portugiesischer Staatsanleihen gekommen, in dessen Verlauf deren Kurse stark unter Druck geraten seien. Im Gegenzug sei die Rendite für zehnjährige Anleihen aus Lissabon erstmals im laufenden Jahr wieder über die Marke von rund 7,4% gestiegen. Allein seit Ende Mai habe sich die Rendite der zehnjährigen Papiere Portugals um mehr als zwei Prozentpunkte erhöht.
Portugal stehe derzeit unter dem Euro-Rettungsschirm und sei daher nicht auf die Kreditaufnahme am Anleihenmarkt angewiesen. Allerdings möchte sich das Land bis 2014 wieder eigenständig refinanzieren können. Die sensiblen Reaktionen der Märkte würden zeigen, wie sehr das Vorhaben von der politischen Stabilität in Lissabon abhänge.
Das Ankaufprogramm für Anleihen der Europäischen Zentralbank (EZB), OMT, funktioniere schließlich nur, wenn auch die Regierungen mitspielen würden. Denn die EZB mache die Aufrechterhaltung des OMT sowohl von Reformen als auch von Ausgabedisziplin und somit letztlich von stabilen politischen Verhältnissen abhängig. Nach den Rücktritten zweier wichtiger Minister aber drohe die Regierungskoalition von Ministerpräsident Pedro Passos Coelho in Lissabon auseinanderzubrechen. Nun habe Portugals Präsident Anibal Cavaco Silva ein Krisentreffen einberufen.
Neben Portugal sorge der Euro-Schuldensünder Griechenland für zusätzliche Nervosität unter den Anlegern. So würden in Athen die öffentlichen Geldgeber Druck machen, weil es ihrer Meinung nach bei der Umsetzung vereinbarter Reformen Mängel gebe. Die wiederkehrenden Diskussionen über einen Schuldenschnitt seien nicht hilfreich, da sie von den notwendigen Reformanstrengungen in Griechenland abgelenkt hätten, habe EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen der Tageszeitung "Die Welt" gesagt.
Die Geldgeber-Troika prüfe derzeit, wie Athen bei den vereinbarten Reformen vorankomme - als Voraussetzung für die Auszahlung einer weiteren Kredittranche von 8,1 Mrd. Euro bis Ende Juli. Wirtschaftsminister Kostis Hatzidakis habe am Dienstag die Diskussion um einen erneuten Schuldenerlass für Athen angeheizt, weshalb die Rentenmärkte sofort nervös reagiert hätten. Auch die Bundeskanzlerin habe sich genötigt zu reagieren gesehen. Sie sehe jedenfalls keinen Anlass für einen weiteren Schuldenerlass, sei Angela Merkel stante pede solchen Forderungen aus Athen entgegen getreten.
Das Verhalten vor allem der institutionellen Anleger an den Rentenmärkten habe stark unter dem Eindruck der wieder erwachten Schuldenkrise in Europa gestanden, weshalb als sicher geltende Anleihen plötzlich wieder stark gefragt gewesen seien. Deutsche Staatsanleihen hätten im Zuge dieser Entwicklung gestern spürbare Gewinne verbucht. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future handle heute in der Früh bei ca. 142,10%. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen sei im Zuge dieser Entwicklung auf 1,67% gesunken. Vor diesem Hintergrund rentiere beispielsweise eine bis 7/2020 laufende Bundesanleihe (ISIN DE0001135408 / WKN 113540) auf der Briefseite noch mit rund 1%.
Eine ebenfalls gefragte Bundesobligation (ISIN DE0001141661 / WKN 114166) mit Laufzeit 4/2018 bringe noch rund 0,6% Rendite auf die Waage. Teilweise seien Anleger auf andere Titel von als solide geltenden Euro-Staaten aus der zweiten Reihe ausgewichen. Davon hätten in dieser Woche österreichische Obligationen wie eine bis 9/2021 laufende Anleihe (ISIN AT0000A001X2 / WKN A0GL3F) profitiert, die mit rund 1,8% rentiere, oder eine niederländische Anleihe (ISIN NL0010060257 / WKN A1G0P3) mit Laufzeit 7/2022 und 1,9% Rendite. Auch ein finnischer Euro-Bond (ISIN FI4000062625 / WKN A1HJLB) mit Fälligkeit 4/2023 und rund 1,9% Rendite habe seine Käufer gefunden.
Auf der Suche nach Investments in Corporate Bonds hätten die Trüffelsucher unter den Anlegern in dieser Woche unter anderem einen Floater (ISIN XS0222524372 / WKN A0E6FU) von Südzucker mit unbefristeter Laufzeit, sowie eine Anleihe (ISIN XS0306488627 / WKN A0TFW0) von Voith bevorzugt, die eine Rendite von knapp 1,6% auf der Briefseite aufweise und noch bis 6/2017 laufe.
Es sei so gekommen, wie es habe kommen müssen. Noch vor Jahresfrist habe man sich mit Händen und Füßen gegen eine Vergemeinschaftung von Schulden in Deutschland und in Europa gewehrt. Da man vor wenigen Tagen mit dem ersten Deutschlandbond neue Wege beschritten habe, fühle sich die Europäische Kommission ermutigt, in einer Fachgruppe von Experten eine Liste aller Vor- und Nachteile von gemeinsamen Euro-Bills und eines Schuldentilgungsfonds erstellen zu lassen.
Noch lehne die Bundesregierung solche Vorhaben vehement ab, allerdings bleibe abzuwarten, wie sich eine in knapp acht Wochen legitimierte, neue Bundesregierung verhalten werde. Spannend werde auch sein, welche Haftungsregelungen angedacht würden. In unserer Funktion als Flaggschiff Europas besitzen wir unterschiedliche prozentuale Beteiligungen, die uns allerdings nicht immer zu unserem Vorteil gereichen, so die Experten der Baader Bank. So sei das Stimmverhältnis innerhalb des EZB-Rats nicht identisch mit der finanziellen Gewichtung innerhalb der EZB, und auch beim Rettungspaket habe schon seitens der Justiz eingegriffen werden müssen.
Ob die Vergemeinschaftung der Schulden einen wirklichen Anreiz zum sinnvollen Haushalten darstelle, dürfe weiterhin bezweifelt werden. Denn die Gefahr, dass die großen Partner wie Frankreich, Italien und Spanien als Zahlmeister ausfallen würden, sei in den vergangenen Wochen nicht kleiner geworden. Und nur zusammen mit Österreich, Luxemburg und den Niederlanden könne Deutschland die Eurozone nicht am Leben halten. Dazu bedürfe es vielmehr einer finanziell gesunden Gemeinschaft und nicht nur der finanziellen und wirtschaftlichen Kraft einzelner Staaten. Solidarität sei nämlich immer dann zu Ende, wenn man das Gefühl habe, ausgenutzt zu werden. Und das Gefühl nehme zumindest in Deutschland immer mehr zu.
Wer vor Wochen gedacht habe, dass mit der Öffnung der Banken auf Zypern und dem Schnüren des Rettungspakets wieder Normalität einkehren würde, der habe sich getäuscht. Zypern hänge weiterhin am Tropf der Gemeinschaft und werde nicht müde, alle möglichen Optionen zu ziehen. Wie groß die Verzweiflung tatsächlich gewesen sei, könne man daran erkennen, dass man - sicherlich im Bewusstsein der Folgen - sich zu einem Umtausch von Staatsanleihen mit einer kurzen Laufzeit im Volumen von 1 Mrd. EUR in Anleihen mit einer späteren Fälligkeit entschieden habe. Die Rating-Agenturen hätten daraufhin prompt mit einer Herabstufung reagiert.
Fitch-Ratings habe die Bonität Zyperns von CCC auf RD (Restricted Default) gesenkt. Für die vom Umtausch betroffenen Gattungen sei das Rating von CCC auf D (Default) gesenkt worden, wohingegen die anderen Staatsanleihen weiterhin mit CCC benotet würden.
Aber auch Standard & Poor's sehe bei Zypern einen, zumindest teilweisen, Zahlungsausfall als gegeben an. Dies wiederum habe zur Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) geführt, die vom zyprischen Staat begebenen bzw. garantierten Anleihen nicht mehr als Sicherheiten für Repo-Geschäfte zu akzeptieren. Somit seien die Banken des Landes vollends auf ihre eigene Notenbank angewiesen. Dies werde die einzige Möglichkeit für zyprische Banken sein, sich die notwendigen liquiden Mittel zu beschaffen. Die zyprische Notenbank werde wiederum die Notenbanken in Euroland anzapfen und somit sei mit einem neuerlichen Anstieg der Target2-Salden zu rechnen, zumindest bei der Deutschen Bundesbank. Dennoch gelte die Zustimmung zu dieser Kausalkette durch den heute tagenden EZB-Rat als sicher.
Wie es mit Zypern generell weitergehe, bleibe indes die Gretchenfrage. Denn trotz der von den europäischen Partnern und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zugesagten 10 Mrd. EUR sei Zypern noch lange nicht saniert. Es bleibe also auch in diesem Teil Europas spannend.
Die Industrie in den Euro-Krisenländern sehe so etwas wie Licht am Ende des Tunnels. Produktion und Auftragsbestand in der Euro-Zone insgesamt seien im Juni zwar erneut zurückgegangen, aber die Entwicklung habe sich verlangsamt. So werde erwartet, dass der Industriesektor im 3. Quartal wieder wachsen werde. Der EU-Einkaufsmanagerindex sei um 0,5 auf 48,8 Zähler geklettert und damit auf den höchsten Stand seit eineinhalb Jahren. Das Barometer sei in den Krisenländern Spanien, Italien und Irland besonders gestiegen. Nur in Deutschland sei der Index gesunken.
Ein gehöriges Stück müssten die Industrien der EU-Länder wachsen, sollte das schwerwiegende Problem der Jugendarbeitslosigkeit gelöst werden. Daher wolle die EU nun zusätzliche Mittel zur Bekämpfung der hohen Jugendarbeitslosigkeit einsetzen. In den kommenden beiden Jahren sei dafür ein stattlicher Finanzrahmen von bis zu 24 Mrd. EUR abgesteckt. Auf 6 Mrd. EUR für ein Sofortprogramm "Jugendgarantie" habe sich der Brüsseler EU-Rat in der vergangenen Woche geeinigt.
Wie dringlich das Thema sei, zeige der Umstand, dass in der EU Stand April jeder vierte junge Mensch zwischen 15 und 25 Jahren ohne Job sei - eine Situation, die auf Dauer sowohl sozial als auch volkswirtschaftlich verheerende Auswirkungen haben werde. Aber es treffe nicht nur die Jugend, für die inzwischen sogar der finanzielle Rahmen erweitert worden sei. Insgesamt habe die Arbeitslosigkeit im Mai mit 19,34 Mio. Menschen oder 12,2% in der Euro-Zone auf Rekordhoch gelegen.
Der Euro sei als Reservewährung nicht mehr das, was er mal gewesen sei. Die Schuldenkrise im Euroraum habe die Attraktivität der Gemeinschaftswährung belastet. Der Euro-Anteil an den globalen Fremdwährungsreserven habe laut EZB von 25,1% Ende 2011 auf 23,9% Ende 2012 abgenommen. Der US-Dollar bleibe mit einem Anteil von 61,9% (Vorjahr: 62,2%) die führende Leitwährung.
Die Schuldenkrise habe den Euro dennoch im vergangenen Jahr nur vorübergehend belastet, habe die EZB betont. Es gebe Hinweise, dass das Vertrauen von Finanzexperten weltweit in die europäische Währung in der zweiten Jahreshälfte wieder angezogen habe. Nun ja, wenn man dies am Schuldenstand der Euroländer messen würde, dürfte das Vertrauensbarometer eigentlich nicht besonders stark nach oben ausschlagen.
Eine ganze Reihe internationaler Unternehmen habe in dieser Woche an den Kapitalmarkt gedrängt. Alstom, ein weltweit agierender Konzern im Energie- und Transportbereich, habe am Montag eine 6-jährige Anleihe emittiert. Platziert worden sei die Anleihe mit Fälligkeit 7/2019 und einem Kupon von 3,00%. Das Volumen der Anleihe betrage 500 Mio. EUR. Gepreist worden sei sie bei +165 bps über Mid Swap, was einem Emissionskurs von 99,503% entsprochen habe. Ebenso am Montag habe die Vier Gas Transport GmbH, ein Transporteur von Erdgas und Anbieter der damit verbundenen Dienstleistungen, eine 10-jährige Anleihe mit Fälligkeit 7/2023 platziert. Der Kupon der Anleihe betrage 3,125%. Gepreist worden sei die Anleihe bei +113 bps über Mid Swap. Das Volumen der Anleihe betrage 750 Mio. EUR und der Emissionskurs habe sich auf 99,805% belaufen.
A2A S.p.A., das drittgrößte Energieversorgungsunternehmen in Italien, habe eine 8-jährige Anleihe (Fälligkeit 7/2021) mit einem Kupon von 4,375% platziert. Gepreist worden sei die Anleihe bei +283 bps über Mid Swap. Das Volumen der Anleihe betrage 500 Mio. EUR. Der Emissionspreis sei 99,323% gewesen.
Eni S.p.A., ein italienischer Erdöl- und Energiekonzern, der in den Bereichen Erdöl, Erdgas, Stromerzeugung, Petrochemie, Ingenieurwesen tätig sei, habe eine 10-jährige Anleihe (Fälligkeit 7/2023) emittiert. Der Kupon betrage 3,250%. Gepreist worden sei die Anleihe bei +140 bps über Mid Swap. Das Volumen der Anleihe betrage 1 Mrd. EUR. Der Emissionspreis sei 98,812% gewesen.
Total, ein französisches Mineralölunternehmen, habe eine 7-jährige Anleihe (Fälligkeit 7/2020) platziert. Der Kupon sei mit 1,875% fixiert worden. Der Emissionspreis sei 99,615% gewesen. Gepreist worden sei die Anleihe bei +43 bps über Mid Swap. Das Volumen der Anleihe betrage 750 Mio. EUR.
Der amerikanische SAP-Konkurrent Oracle habe zwei Tranchen über ein Gesamtvolumen von 2 Mrd. EUR emittiert. Eine Tranche mit einem Volumen von 1,25 Mrd. EUR und einer Laufzeit von 7,5 Jahren (Fälligkeit 1/2021) sei nach anfänglich signalisierten +75 bis +80 bps zu +68 bps über Mid Swap begeben worden. Nach zunächst indizierten +105 bis +110 bps über Mid Swap sei die 12-jährige Anleihe (Fälligkeit Juli 2025) zu +98 bps über Mid Swap weggegangen. Der Preis für die Januar 2021 fällige und mit einem Kupon von 2,25% ausgestattete Anleihe habe 99,434% betragen. Der Preis für die Juli 2025 fällige Anleihe habe 99,517% betragen und dies bei einem Kupon von 3,125%.
In dieser Handelswoche habe der Euro-Bund-Future ganz im Zeichen der wieder ins Bewusstsein der Börsianer zurückgekehrten Schuldenkrise gestanden. Nachdem man in der vergangenen Woche noch gerätselt habe, ob es sich bei der Kurserholung lediglich um eine technische Reaktion handeln könnte, so könne die Frage inzwischen getrost mit Nein beantwortet werden. Aber auch unter charttechnischen Gründen habe das Sorgenbarometer der Eurozone eine technische Gegenreaktion wie aus dem Lehrbuch vollzogen.
Nachdem man am 17. Juni noch ein Hoch bei 143,99% und eine Woche später ein Tief bei 139,90% markiert habe, sei jetzt mit dem Erreichen des Hochs bei 142,64% die 66,67%-ige Gegenreaktion dieser Abwärtsbewegung geschafft worden. In den nächsten Tagen werde dennoch die psychologisch wichtige Marke von 142% der Dreh- und Angelpunkt sein. Denn auch wenn es momentan den Anschein habe, dass jede Verschärfung der Krise gut für das Rentenbarometer sei, so werde sich auch irgendwann die Frage nach der Bezahlbarkeit aller Maßnahmen stellen. Und spätestens dann würden alle Assetklassen wieder in Sippenhaft genommen und der Bereich um 139,90% getestet. Nach oben würden diverse Tiefs aus dem Mai 2013 einen Widerstand bei ca. 144,37% bilden.
Da in solch volatilen Zeiten generell immer alles möglich sei, müsse man hier mit klar definierten Stops arbeiten. Denn ansonsten werde man von der Geschwindigkeit der Marktbewegungen überrascht und reagiere meist zu spät.
Nichts sei so schlecht, dass es nicht noch für etwas gut sein könnte. So oder so ähnlich könnte man bei der Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland auf die neuerliche Zuspitzung der Euroschuldenkrise reagiert haben. Bei der Aufstockung der fünfjährigen Bundesobligation Serie 166 (ISIN DE0001141661 / WKN 114166) hätten somit gegen den Trend der vergangenen Woche 4 Mrd. EUR bei einer 1,9-fachen Überzeichnung zu einer Durchschnittsrendite von 0,63% platziert werden können. Das Gesamtvolumen der Emission belaufe sich nun auf 13 Mrd. EUR.
Aber auch andere Eurostaaten hätten diverse Altemissionen aufgestockt. So seien in dieser Woche u.a. Frankreich, Österreich und Spanien am Kapitalmarkt aktiv geworden und hätten Mittel in Höhe von ca. 20 Mrd. EUR aufgenommen. Dieser Zeitpunkt sei gut gewählt gewesen, denn alleine in Deutschland seien zu Beginn des 3. Quartals Anleihen im Volumen von 22 Mrd. EUR fällig geworden. Zusätzlich hätten auch noch 11 Mrd. EUR an Zinsen reinvestiert werden müssen. Somit hätten beide Parteien von den Bedürfnissen der anderen profitiert. Und das dürfte auch noch in den nächsten Wochen so bleiben.
Und wieder einmal sei es soweit, die Währungshüter der Europäischen Zentralbank würden zusammen kommen und über die Geldpolitik der Eurozone beraten, gemäß dem Motto "und monatlich grüßt die EZB." Die Anleger am Devisenmarkt würden mit Spannung auf die Erläuterungen von Mario Draghi warten. Im Vorfeld der Ratssitzung zeige sich die europäische Gemeinschaftswährung eher schwach, nicht zuletzt wegen der altbekannten Sorgenkinder Griechenland und Portugal.
Aber auch die politischen Unruhen in Ägypten würden dem Euro zu schaffen machen, denn der Greenback profitiere aktuell von seinem Status als sicherer Hafen. Somit sei es für die Einheitswährung der Experten bergab gegangen, die psychologisch wichtige Marke von 1,30 USD habe nicht gehalten werden können und mit 1,2924 US-Dollar sei sogar ein neues Fünf-Wochen-Tief erreicht worden. Die nächsten Tage würden interessant bleiben, denn neben der EZB-Sitzung am heutigen Nachmittag stünden morgen die Arbeitsmarktdaten aus den USA auf der Agenda. Dies könnte u.a. auch neue Impulse für den Devisenmarkt mit sich bringen.
Spekulationen um eine Zinssenkung hätten dem australischen Dollar erneut zugesetzt. Obwohl der Leitzins bei 2,75% unverändert geblieben sei, sei es für die Währung auf die Verliererstraße gegangen. Habe man seit vielen Jahren nur eine Richtung gekannt, nämlich nach oben, so habe sich nun seit ca. einem Jahr das Blatt gedreht und im Vergleich zum Euro sei in dieser Woche sogar ein neues 3-Jahres-Tief bei 1,4413 AUD markiert worden.
In der Eurozone hätten u.a. neue Hiobsbotschaften zu Griechenland, Italien, Portugal und Zypern für Unsicherheit gesorgt. Privatanleger seien allerdings in punkto Vermögensanlage weiterhin an Sicherheit und Risikostreuung interessiert. Somit seien verstärkte Handelsaktivitäten in ausgewählten Fremdwährungsanleihen zu registrieren. Dazu würden insbesondere Anleihen auf Australische Dollar, Norwegische Kronen und US-Dollar zählen.
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