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EZB und SNB tagen am Donnerstag
09.12.24 09:53
Raiffeisen Bank International AG
Wien (www.anleihencheck.de) - US-Arbeitsmarktdaten wird aktuell besonders viel Aufmerksamkeit geschenkt, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.
Seien es doch Bedenken zur Stabilität des Arbeitsmarktes gewesen, welche die FED zu einer Zinssenkung um 50 Bp im September hätten hinreißen lassen. Diese Risiken hätten sich aber bislang nicht bewahrheitet, weswegen sich die Ausrichtung der US-Notenbank nun wieder hawkischer gestalte. Auch die Arbeitsmarktdaten für November würden keinen Grund zur Panik geben. Die Beschäftigung habe um etwa 200 Tausend zugenommen und somit nahe an den Erwartungen. Nachholeffekte vom Oktober, als wetter- und streikbedingt die Beschäftigung gesunken sei, würden die Beschäftigungszahlen vom November aber nach oben verzerren. Somit erweise sich die Beschäftigungsentwicklung in den USA als moderat, aber dennoch stabil.
Die Arbeitslosenquote sei im November auf 4,2% leicht angestiegen. Nach den Arbeitsmarktdaten richte sich der Fokus nun ganz auf die nächstwöchige US-Verbraucherpreisinflation, bevor sich die FED zur Zinsentscheidung in zwei Wochen treffe. Hier sei es wichtig zu betonen, dass die Inflationsdynamik in den USA zuletzt im Steigen begriffen gewesen sei. Die annualisierten Monatsveränderungen der Preise der Kerninflation hätten erneut über 3% gelegen. Für den Monat November werde von keiner nennenswerten Veränderungen ausgegangen. Die Kerninflation könnte unverändert bei 3,3% p.a. zu liegen kommen, während die Gesamtrate von 2,6% p.a. ausgehend sogar leicht steigen könne. Sollte es zu keinen nennenswerten Überraschungen in Richtung erstarkter Inflationsdynamik kommen, würden die Analysten von einer Zinssenkung im Ausmaß von 25 Bp ausgehen.
In Europa stehe nächste Woche zweifelsohne die letzte Zinsentscheidung des Jahres der EZB im Fokus. RBI erwarte eine Zinssenkung um 25 BP, so wie auch die Mehrheit der Analysten. Der Einlagesatz würde damit auf 3% sinken und der Hauptrefinanzierungssatz auf 3,15%. Dass die Leitzinsen nächste Woche gesenkt würden, gelte als sicher, das Ausmaß jedoch nicht. Der EZB-Rat werde sich zwischen einer Leitzinssenkung um 25 BP und 50 BP entscheiden. Gute Argumente könnten für beide Varianten gefunden werden, weshalb eine größere Zinssenkung als von den Analysten angenommen nicht ausgeschlossen werden könne.
Konjunkturelle Abwärtsrisiken hätten zugenommen, die kurzfristige Inflationsdynamik habe im November nachgelassen und die am Markt gepreisten Inflationserwartungen seien gefallen. Einige EZB-Ratsmitglieder würden mit diesen oder ähnlichen Argumenten für eine Beschleunigung des Zinssenkungszyklus eintreten. Aber auch die Ansicht einer Beibehaltung der 25 Bp-Schritte könne gut argumentiert werden. Bereits die Zinssenkung im Oktober sei im Lichte einer sich verschlechternden Risikobilanz getätigt worden, Inflationsraten seien im Jahresvergleich zuletzt wieder gestiegen und die kurzfristige Dynamik, die auf bevorstehende Disinflation hindeute, könne sehr volatil sein.
Die Analysten würden erwarten, dass die EZB auf Kontinuität setze, aber die Bereitschaft den Zinssenkungszyklus in Zukunft zu beschleunigen klar bekunde, sollten sich die Abwärtsrisiken für die Inflation verstärken. Die neuen Konjunktur-Prognosen der EZB würden leichte Abwärtsrevisionen beim BIP-Wachstum und der Inflation widerspiegeln. Das Inflationsziel von 2% könnte nun bereits Mitte und nicht erst Ende 2025 erreicht sein.
Nächsten Donnerstag tage nicht nur die EZB, sondern auch die SNB. Inflationsbekämpfung spiele hier jedoch keine Rolle mehr. Mit einer November-Inflation von 0,7% im Vorjahresmonatsvergleich und leicht sinkenden Werten in der Monatsperspektive würden die Inflationswerte in der Schweiz auf niedrigem Niveau bleiben. Das Thema für diese Sitzung würden Deflationsrisiken und deren Entwicklung nächstes Jahr sein. Die starke Währung wirke sich dämpfend auf die Inflation aus und mit steigender Unsicherheit während der zweiten Trump-Präsidentschaft sollte der sichere Hafen noch zusätzlich profitieren.
Dazu könnten Zölle oder gar Handelskriege zu einer Nachfrageschwäche führen. Daher sei zu erwarten, dass sich der Abwärtsdruck auf die Schweizer Inflation verschärfe. Märkte würden gerade mit einer leichten Mehrheit 50 Bp einpreisen, die Analysten würden jedoch gegeben des geringen Spielraums der SNB eine Senkung von 25 Bp und somit auf 0,75% erwarten. Im derzeitigen Szenario würden sie im nächsten Jahr das Erreichen von einem Leitzinssatz von 0% als realistisch ansehen. Einen negativen Leitzinssatz würden sie derzeit noch nicht sehen, die SNB schließe dieses Instrument jedoch in der Zukunft nicht aus. (Ausgabe vom 06.12.2024) (09.12.2024/alc/a/a)
Seien es doch Bedenken zur Stabilität des Arbeitsmarktes gewesen, welche die FED zu einer Zinssenkung um 50 Bp im September hätten hinreißen lassen. Diese Risiken hätten sich aber bislang nicht bewahrheitet, weswegen sich die Ausrichtung der US-Notenbank nun wieder hawkischer gestalte. Auch die Arbeitsmarktdaten für November würden keinen Grund zur Panik geben. Die Beschäftigung habe um etwa 200 Tausend zugenommen und somit nahe an den Erwartungen. Nachholeffekte vom Oktober, als wetter- und streikbedingt die Beschäftigung gesunken sei, würden die Beschäftigungszahlen vom November aber nach oben verzerren. Somit erweise sich die Beschäftigungsentwicklung in den USA als moderat, aber dennoch stabil.
Die Arbeitslosenquote sei im November auf 4,2% leicht angestiegen. Nach den Arbeitsmarktdaten richte sich der Fokus nun ganz auf die nächstwöchige US-Verbraucherpreisinflation, bevor sich die FED zur Zinsentscheidung in zwei Wochen treffe. Hier sei es wichtig zu betonen, dass die Inflationsdynamik in den USA zuletzt im Steigen begriffen gewesen sei. Die annualisierten Monatsveränderungen der Preise der Kerninflation hätten erneut über 3% gelegen. Für den Monat November werde von keiner nennenswerten Veränderungen ausgegangen. Die Kerninflation könnte unverändert bei 3,3% p.a. zu liegen kommen, während die Gesamtrate von 2,6% p.a. ausgehend sogar leicht steigen könne. Sollte es zu keinen nennenswerten Überraschungen in Richtung erstarkter Inflationsdynamik kommen, würden die Analysten von einer Zinssenkung im Ausmaß von 25 Bp ausgehen.
Konjunkturelle Abwärtsrisiken hätten zugenommen, die kurzfristige Inflationsdynamik habe im November nachgelassen und die am Markt gepreisten Inflationserwartungen seien gefallen. Einige EZB-Ratsmitglieder würden mit diesen oder ähnlichen Argumenten für eine Beschleunigung des Zinssenkungszyklus eintreten. Aber auch die Ansicht einer Beibehaltung der 25 Bp-Schritte könne gut argumentiert werden. Bereits die Zinssenkung im Oktober sei im Lichte einer sich verschlechternden Risikobilanz getätigt worden, Inflationsraten seien im Jahresvergleich zuletzt wieder gestiegen und die kurzfristige Dynamik, die auf bevorstehende Disinflation hindeute, könne sehr volatil sein.
Die Analysten würden erwarten, dass die EZB auf Kontinuität setze, aber die Bereitschaft den Zinssenkungszyklus in Zukunft zu beschleunigen klar bekunde, sollten sich die Abwärtsrisiken für die Inflation verstärken. Die neuen Konjunktur-Prognosen der EZB würden leichte Abwärtsrevisionen beim BIP-Wachstum und der Inflation widerspiegeln. Das Inflationsziel von 2% könnte nun bereits Mitte und nicht erst Ende 2025 erreicht sein.
Nächsten Donnerstag tage nicht nur die EZB, sondern auch die SNB. Inflationsbekämpfung spiele hier jedoch keine Rolle mehr. Mit einer November-Inflation von 0,7% im Vorjahresmonatsvergleich und leicht sinkenden Werten in der Monatsperspektive würden die Inflationswerte in der Schweiz auf niedrigem Niveau bleiben. Das Thema für diese Sitzung würden Deflationsrisiken und deren Entwicklung nächstes Jahr sein. Die starke Währung wirke sich dämpfend auf die Inflation aus und mit steigender Unsicherheit während der zweiten Trump-Präsidentschaft sollte der sichere Hafen noch zusätzlich profitieren.
Dazu könnten Zölle oder gar Handelskriege zu einer Nachfrageschwäche führen. Daher sei zu erwarten, dass sich der Abwärtsdruck auf die Schweizer Inflation verschärfe. Märkte würden gerade mit einer leichten Mehrheit 50 Bp einpreisen, die Analysten würden jedoch gegeben des geringen Spielraums der SNB eine Senkung von 25 Bp und somit auf 0,75% erwarten. Im derzeitigen Szenario würden sie im nächsten Jahr das Erreichen von einem Leitzinssatz von 0% als realistisch ansehen. Einen negativen Leitzinssatz würden sie derzeit noch nicht sehen, die SNB schließe dieses Instrument jedoch in der Zukunft nicht aus. (Ausgabe vom 06.12.2024) (09.12.2024/alc/a/a)


