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EZB belässt Leitzinsen bei 2% - Zinssenkung erst 2026?
12.09.25 11:56
Raiffeisen Bank International AG
Wien (www.anleihencheck.de) - Was vor wenigen Wochen noch weitgehend erwartet wurde, blieb nun aus, die EZB sprach sich gegen eine erneute Zinssenkung aus, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).
Disinflations-Risiken durch den stärkeren Euro würden somit nicht ausreichen, die Inflations-Unsicherheiten rund um die US-Zölle und die deutsche Fiskalpolitik zu mindern. Es bleibe der Eindruck, dass die EZB am Ende des Zinssenkungszyklus angekommen sei.
Der EZB-Rat habe auf der gestrigen Sitzung entschieden, die Leitzinsen unverändert zu belassen. Der Einlagesatz liege somit weiter bei 2% und der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,15%. Nach den zunehmend falkenhaften Aussagen einiger Vertreter des EZB-Rats sowie der abwartenden Haltung der EZB-Präsidentin Lagarde auf der Pressekonferenz der Juli-Zinssitzung sei die gestrige Entscheidung weitgehend antizipiert worden.
Die begleitende Presseaussendung zum geldpolitischen Beschluss könne man als unauffällig werten. Abseits der Kommunikation der Wirtschaftsprognosen sei die Presseaussendung jener im Juli sehr ähnlich gewesen. Man bekräftige, dass die Einschätzung zum Inflationsausblick weitgehend unverändert sei. Der übliche Disclaimer eines datengetriebenen Ansatzes ohne Vorfestlegungen bleibe aufrecht.
Wichtiger sei diesmal wohl der Blick auf die aktualisierten Wirtschaftsprognosen. Hier sei es wie erwartet zu Bewegungen beim Wirtschaftswachstum gekommen. Die BIP-Wachstumsprognosen für das Jahr 2025 seien auf 1,2% erhöht worden, während das Folgejahr leicht gesenkt worden sei. Dies solle jedoch keine Konjunkturschwäche in 2026 signalisieren, da vor allem die Wachstumsverteilung in 2025 ausschlaggebend sei.
Interessant stelle sich der Inflationsausblick dar. Die Gesamtrate sei 2025/2026 leicht erhöht worden, die Kernrate sei für diesen Zeitraum nicht verändert worden und für 2027 seien sowohl die Gesamt- als auch die Kernrate leicht gesenkt worden. Im Unterschied zu den Prognosen im Juni hätten sich die Analysten der RBI disinflationäre Effekte durch den stärkeren Euro und die höher als erwarteten US-Zölle erwartet. Es liege die Vermutung nahe, dass der veränderte Wachstumsausblick als inflationstreibend angenommen worden sei, was die disinflationären Tendenzen ausgeglichen habe.
Die Pressekonferenz sei abermals eher falkenhaft ausgerichtet gewesen. EZB-Präsidentin Lagarde sehe die EZB weiterhin als "gut positioniert" und bekräftige weiter, dass der Disinflationsprozess der letzten Quartale zu Ende sei. Auch die Risikobeurteilung zum Inflationsausblick erachte man nun als ausgewogener. All dies seien Verweise, die eine bevorstehende Zinssenkung bis Jahresende unwahrscheinlicher erscheinen lassen würden.
Zu Frankreich habe sich Lagarde bewusst nicht geäußert, sie habe aber die Einschätzung der EZB geteilt, dass die Sovereign-Bond-Märkte der Eurozone funktionieren würden und auch ausreichend Liquidität vorhanden sei. Indirekt werde somit einer Aktivierung des TPI eine Absage erteilt.
Die Marktreaktion sei diesmal etwas schwieriger abzulesen, da kurz nach der EZB auch die US-Verbraucherpreisinflation veröffentlicht worden sei. Dennoch könne eine klar falkenhafte Marktreaktion verortet werden, die jedoch durch fallende US-Treasury-Renditen kurzfristig unterbrochen worden sei. Der Anstieg bei EUR/USD lasse darauf schließen. Während der Pressekonferenz seien Bund-Renditen sowohl am kurzen als auch am langen Ende der Kurve angestiegen. Der Markt teile somit ihre Einschätzung einer falkenhaft ausgerichteten Pressekonferenz.
Für ihre Prognosen zu den EZB-Leitzinsen bestätige die gestrige Zinssitzung ihre Vermutung, dass eine Zinssenkung bis Jahresende an Wahrscheinlichkeit verloren habe. Unter der Annahme, dass die Inflationsentwicklung in etwa der EZB-Annahme entspreche und eine Beschleunigung der Aufwertung des EUR-Wechselkurses ausbleibe, würden die Analysten der RBI nun konstante Leitzinsen bis Jahresende prognostizieren. Vor dem Hintergrund einer sich beschleunigenden Konjunkturdynamik erscheinen uns Zinssenkungen im kommenden Jahr 2026 als wenig wahrscheinlich, so die Analysten der RBI. Ein Einlagesatz von 2% könne somit etwas länger erhalten bleiben. (Ausgabe vom 11.09.2025) (12.09.2025/alc/a/a)
Disinflations-Risiken durch den stärkeren Euro würden somit nicht ausreichen, die Inflations-Unsicherheiten rund um die US-Zölle und die deutsche Fiskalpolitik zu mindern. Es bleibe der Eindruck, dass die EZB am Ende des Zinssenkungszyklus angekommen sei.
Der EZB-Rat habe auf der gestrigen Sitzung entschieden, die Leitzinsen unverändert zu belassen. Der Einlagesatz liege somit weiter bei 2% und der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,15%. Nach den zunehmend falkenhaften Aussagen einiger Vertreter des EZB-Rats sowie der abwartenden Haltung der EZB-Präsidentin Lagarde auf der Pressekonferenz der Juli-Zinssitzung sei die gestrige Entscheidung weitgehend antizipiert worden.
Die begleitende Presseaussendung zum geldpolitischen Beschluss könne man als unauffällig werten. Abseits der Kommunikation der Wirtschaftsprognosen sei die Presseaussendung jener im Juli sehr ähnlich gewesen. Man bekräftige, dass die Einschätzung zum Inflationsausblick weitgehend unverändert sei. Der übliche Disclaimer eines datengetriebenen Ansatzes ohne Vorfestlegungen bleibe aufrecht.
Interessant stelle sich der Inflationsausblick dar. Die Gesamtrate sei 2025/2026 leicht erhöht worden, die Kernrate sei für diesen Zeitraum nicht verändert worden und für 2027 seien sowohl die Gesamt- als auch die Kernrate leicht gesenkt worden. Im Unterschied zu den Prognosen im Juni hätten sich die Analysten der RBI disinflationäre Effekte durch den stärkeren Euro und die höher als erwarteten US-Zölle erwartet. Es liege die Vermutung nahe, dass der veränderte Wachstumsausblick als inflationstreibend angenommen worden sei, was die disinflationären Tendenzen ausgeglichen habe.
Die Pressekonferenz sei abermals eher falkenhaft ausgerichtet gewesen. EZB-Präsidentin Lagarde sehe die EZB weiterhin als "gut positioniert" und bekräftige weiter, dass der Disinflationsprozess der letzten Quartale zu Ende sei. Auch die Risikobeurteilung zum Inflationsausblick erachte man nun als ausgewogener. All dies seien Verweise, die eine bevorstehende Zinssenkung bis Jahresende unwahrscheinlicher erscheinen lassen würden.
Zu Frankreich habe sich Lagarde bewusst nicht geäußert, sie habe aber die Einschätzung der EZB geteilt, dass die Sovereign-Bond-Märkte der Eurozone funktionieren würden und auch ausreichend Liquidität vorhanden sei. Indirekt werde somit einer Aktivierung des TPI eine Absage erteilt.
Die Marktreaktion sei diesmal etwas schwieriger abzulesen, da kurz nach der EZB auch die US-Verbraucherpreisinflation veröffentlicht worden sei. Dennoch könne eine klar falkenhafte Marktreaktion verortet werden, die jedoch durch fallende US-Treasury-Renditen kurzfristig unterbrochen worden sei. Der Anstieg bei EUR/USD lasse darauf schließen. Während der Pressekonferenz seien Bund-Renditen sowohl am kurzen als auch am langen Ende der Kurve angestiegen. Der Markt teile somit ihre Einschätzung einer falkenhaft ausgerichteten Pressekonferenz.
Für ihre Prognosen zu den EZB-Leitzinsen bestätige die gestrige Zinssitzung ihre Vermutung, dass eine Zinssenkung bis Jahresende an Wahrscheinlichkeit verloren habe. Unter der Annahme, dass die Inflationsentwicklung in etwa der EZB-Annahme entspreche und eine Beschleunigung der Aufwertung des EUR-Wechselkurses ausbleibe, würden die Analysten der RBI nun konstante Leitzinsen bis Jahresende prognostizieren. Vor dem Hintergrund einer sich beschleunigenden Konjunkturdynamik erscheinen uns Zinssenkungen im kommenden Jahr 2026 als wenig wahrscheinlich, so die Analysten der RBI. Ein Einlagesatz von 2% könne somit etwas länger erhalten bleiben. (Ausgabe vom 11.09.2025) (12.09.2025/alc/a/a)
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| 2,15 % | 2,15 % | - % | 0,00% | 31.05./17:30 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
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