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EZB: Umgang mit Problemkrediten stark kritisiert
23.11.17 12:00
Nord LB
Hannover (www.anleihencheck.de) - Das günstige Credit-Umfeld hält sich auch zum Jahresende und so notiert der iTraxx Senior Financial unter der Marke von 50 Bp, so Michaela Hessmert und Melanie Kiene, CIIA von der Nord LB.
Die ausgesprochene Risikoneigung der Investoren lasse sich ebenfalls gut am Total Return der iBoxx Cash Indices ablesen. Während im iBoxx Senior Financials der Total Return ytd bei rund 2% liege, weise der iBoxx Subordinated Financials eine deutliche Outperformance aus und zeige einen Total Return seit Jahresbeginn 2017 von knapp 8%. Auch wenn zum Jahresende die Liquidität an den Märkten in der Regel dünner werde und somit der Markt noch anfälliger für Event-Risiken werde, sei weiterhin davon auszugehen, dass die Spreads von Senior Unsecured Bonds auf absehbare weiter von der EZB-Politik dominiert würden. Der erhöhte Fundingbedarf der Institute im Zusammenhang mit den regulatorischen Anforderungen (TLAC/MREL) sollte jedoch einen moderaten Aufwärtdruck auf die Spreads ausüben.
In den letzten zwei Wochen seien am Markt für Senior Unsecured Bonds überwiegend "Grüne Papiere" im Euro-Benchmarkformat platziert worden. Zu den "grünen" Emittenten würden Westpac und RLB OOE (ISIN XS1720806774 / WKN A19SJH) gehören. Während noch vor etwas mehr als einem Jahr keine Spreadunterschiede zwischen einen "normalen" versus einem "grünen" Bond auszumachen gewesen seien, seien die Spreads von Greenbonds mittlerweile enger als jene klassischer Senior Unsecured Bonds. Somit könnten Emittenten nicht nur ihre Investorenbasis erweitern, sondern sich auch günstiger refinanzieren.
Die Emissionsaktivität habe sich vor allem zur Monatsmitte geballt. Die BNP Paribas habe mit einem zehnjährigen NPS (ISIN XS1722801708 / WKN PB1KXQ) zu MS +65 Bp das günstige Funding-Umfeld genutzt um die ab 2019 geforderte TLAC-Quote zu stärken. Erstmals seit Mai 2016 habe die Danske Bank einen Senior Unsecured Bond (ISIN DK0030407986 / WKN A19SWT) im Volumen von EUR 750 Mio. zu MS +14 Bp emittiert.
Das französische Parlament habe Anfang November eine zusätzliche Steuer für Großunternehmen - Unternehmen mit einem Umsatz von über EUR 1 Mrd. - beschlossen. Diese temporäre Steuer ersetze die vor wenigen Wochen als verfassungswidrig erklärte Dividendensteuer von 3%. Moody's bewerte die Auswirkungen daraus auf den heimischen genossenschaftlichen Sektor als negativ, dazu würden u.a. die Groupe BPCE, Groupe Crédit Agricole and Groupe Crédit Mutuel zählen. Bei den genannten Institutsgruppen seien der Agentur zufolge die negativen Effekte auf das Jahresergebnis am größten. Allerdings seien die Effekte insgesamt überschaubar und es werde derzeit nicht angestrebt, die neue Steuer in 2018 fortzusetzen. Banken, die die Dividendensteuer seit 2012 abgeführt hätten, bekämen diese erstattet.
Der Umgang der EZB mit Problemkrediten sei in den vergangenen Wochen stark kritisiert worden. Reuters zufolge habe sich die EU-Kommission der EZB gegenüber in einem Dokument am 10. November dazu geäußert. Die EZB könne demnach die Kapitalanforderungen für Banken im Einzelfall erhöhen, was aber gegen den Plan der EZB von einer grundsätzlichen Vorgehensweise mit dem Umgang der NPL abweiche. Wenige Tage zuvor habe das EU-Parlament betont, dass die EZB mit ihrem Vorgehen ihre Kompetenzen überschreite. Die Umsetzung der strikteren Anforderungen an NPLs habe die EZB für nächstes Jahr vorgesehen.
Mitte November habe die Ratingagentur Moody's ihre aktuelle Einschätzung zum belgischen Bankensystem veröffentlicht. Der stabile Ausblick für das Bankensystem werde durch die voranschreitende wirtschaftliche Erholung und sinkende Arbeitslosigkeit unterstützt. Die Profitabilität werde jedoch fortgesetzt durch das Niedrigzinsumfeld belastet, welches das Zinseinkommen untergrabe und die Hauptertragsquelle der heimischen Banken darstelle. Insgesamt erwarte die Agentur leicht sinkende Nettoerträge aufgrund des anhaltenden Niedrigzinsniveaus. Das Kreditwachstum und stärkere Provisionserträge könnten den Rückgang kompensieren. Hervorzuheben seien die deutlich gesunkenen Rechtskosten und Verluste aus Auslandsgeschäften.
Zur Kapitalisierung schreibe Moody's, dass die belgischen Banken adäquat kapitalisiert seien und gut auf die Anforderungen an das Kapital und ausreichend verlustabsorbierenden Verbindlichkeiten (MREL) vorbereitet seien. Beim Funding würden die belgischen Banken von der starken Einlagenbasis ihrer Kunden profitieren. Auch die vorzuhaltenden Liquiditätsquoten seien hoch. Die von Moody's gerateten Banken (BNP, KBC, ING, Belfius, AXA) würden mehr als 80% des Bankensystems (nach Assets) abdecken. Diese Banken würden im Durchschnitt eine Tier 1 Ratio von 15,3% per Ende 2016 (2015: 15,1%) aufweisen und eine Problemkreditquote (Problem Loans/Gross Loans) von 3,9% (2015: 4,3%). (23.11.2017/alc/a/a)
Die ausgesprochene Risikoneigung der Investoren lasse sich ebenfalls gut am Total Return der iBoxx Cash Indices ablesen. Während im iBoxx Senior Financials der Total Return ytd bei rund 2% liege, weise der iBoxx Subordinated Financials eine deutliche Outperformance aus und zeige einen Total Return seit Jahresbeginn 2017 von knapp 8%. Auch wenn zum Jahresende die Liquidität an den Märkten in der Regel dünner werde und somit der Markt noch anfälliger für Event-Risiken werde, sei weiterhin davon auszugehen, dass die Spreads von Senior Unsecured Bonds auf absehbare weiter von der EZB-Politik dominiert würden. Der erhöhte Fundingbedarf der Institute im Zusammenhang mit den regulatorischen Anforderungen (TLAC/MREL) sollte jedoch einen moderaten Aufwärtdruck auf die Spreads ausüben.
In den letzten zwei Wochen seien am Markt für Senior Unsecured Bonds überwiegend "Grüne Papiere" im Euro-Benchmarkformat platziert worden. Zu den "grünen" Emittenten würden Westpac und RLB OOE (ISIN XS1720806774 / WKN A19SJH) gehören. Während noch vor etwas mehr als einem Jahr keine Spreadunterschiede zwischen einen "normalen" versus einem "grünen" Bond auszumachen gewesen seien, seien die Spreads von Greenbonds mittlerweile enger als jene klassischer Senior Unsecured Bonds. Somit könnten Emittenten nicht nur ihre Investorenbasis erweitern, sondern sich auch günstiger refinanzieren.
Das französische Parlament habe Anfang November eine zusätzliche Steuer für Großunternehmen - Unternehmen mit einem Umsatz von über EUR 1 Mrd. - beschlossen. Diese temporäre Steuer ersetze die vor wenigen Wochen als verfassungswidrig erklärte Dividendensteuer von 3%. Moody's bewerte die Auswirkungen daraus auf den heimischen genossenschaftlichen Sektor als negativ, dazu würden u.a. die Groupe BPCE, Groupe Crédit Agricole and Groupe Crédit Mutuel zählen. Bei den genannten Institutsgruppen seien der Agentur zufolge die negativen Effekte auf das Jahresergebnis am größten. Allerdings seien die Effekte insgesamt überschaubar und es werde derzeit nicht angestrebt, die neue Steuer in 2018 fortzusetzen. Banken, die die Dividendensteuer seit 2012 abgeführt hätten, bekämen diese erstattet.
Der Umgang der EZB mit Problemkrediten sei in den vergangenen Wochen stark kritisiert worden. Reuters zufolge habe sich die EU-Kommission der EZB gegenüber in einem Dokument am 10. November dazu geäußert. Die EZB könne demnach die Kapitalanforderungen für Banken im Einzelfall erhöhen, was aber gegen den Plan der EZB von einer grundsätzlichen Vorgehensweise mit dem Umgang der NPL abweiche. Wenige Tage zuvor habe das EU-Parlament betont, dass die EZB mit ihrem Vorgehen ihre Kompetenzen überschreite. Die Umsetzung der strikteren Anforderungen an NPLs habe die EZB für nächstes Jahr vorgesehen.
Mitte November habe die Ratingagentur Moody's ihre aktuelle Einschätzung zum belgischen Bankensystem veröffentlicht. Der stabile Ausblick für das Bankensystem werde durch die voranschreitende wirtschaftliche Erholung und sinkende Arbeitslosigkeit unterstützt. Die Profitabilität werde jedoch fortgesetzt durch das Niedrigzinsumfeld belastet, welches das Zinseinkommen untergrabe und die Hauptertragsquelle der heimischen Banken darstelle. Insgesamt erwarte die Agentur leicht sinkende Nettoerträge aufgrund des anhaltenden Niedrigzinsniveaus. Das Kreditwachstum und stärkere Provisionserträge könnten den Rückgang kompensieren. Hervorzuheben seien die deutlich gesunkenen Rechtskosten und Verluste aus Auslandsgeschäften.
Zur Kapitalisierung schreibe Moody's, dass die belgischen Banken adäquat kapitalisiert seien und gut auf die Anforderungen an das Kapital und ausreichend verlustabsorbierenden Verbindlichkeiten (MREL) vorbereitet seien. Beim Funding würden die belgischen Banken von der starken Einlagenbasis ihrer Kunden profitieren. Auch die vorzuhaltenden Liquiditätsquoten seien hoch. Die von Moody's gerateten Banken (BNP, KBC, ING, Belfius, AXA) würden mehr als 80% des Bankensystems (nach Assets) abdecken. Diese Banken würden im Durchschnitt eine Tier 1 Ratio von 15,3% per Ende 2016 (2015: 15,1%) aufweisen und eine Problemkreditquote (Problem Loans/Gross Loans) von 3,9% (2015: 4,3%). (23.11.2017/alc/a/a)
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