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EZB: Nicht die letzte Zinssenkung
31.01.25 10:15
Raiffeisen Bank International AG
Wien (www.anleihencheck.de) - Der EZB-Rat entschied sich wie erwartet die Leitzinsen erneut um 25 BP zu senken, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).
Der Einlagesatz liege somit bei 2,75%, der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,90% und der Spitzenrefinanzierungssatz bei 3,15%. Seit dem Start der Zinssenkungen im Juni letzten Jahres sei der Einlagesatz um 125 BP gesenkt worden. Es sei davon auszugehen, dass weitere Zinssenkungen folgen würden. Wie viele es sein würden bleibe jedoch mit Unsicherheit behaftet.
Im geldpolitischen Beschluss habe es nur wenig Veränderung gegeben. Wichtige Bausteine wie, "der Disinflationsprozess schreitet gut voran" und "die Finanzierungsbedingungen [sind] nach wie vor restriktiv" seien erhalten geblieben, was weitere Zinssenkungen nahelege. Denn die "Wirtschaft hat weiterhin Gegenwind", so die EZB. Die EZB betone aber schon länger die konjunkturellen Abwärtsrisiken und die heutigen BIP-Zahlen würden diese Sichtweise weiter nähren. Die Wirtschaft der Eurozone habe im vierten Quartal 2024 stagniert. Die EZB zeige sich zwar optimistisch, dass der "Gegenwind allmählich nachlässt", die nur marginal besseren PMIs zum Jahresauftakt würden dies aber nicht zwingend nahelegen und lege den Fokus auf "allmählich". Aus konjunktureller Perspektive sehe die RBI daher die Fraktion im EZB-Rat, die sich für weitere Zinssenkungen stark mache, mit Rückenwind. Dies werde weiter durch die Tatsache unterstützt, dass die Inflation im Dezember leicht über den Erwartungen gelegen habe, was die EZB offensichtlich nicht in ihrer Inflationsmeinung beunruhige, richtigerweise denke die RBI.
Auf der Pressekonferenz sei Lagarde schließlich etwas deutlicher geworden. Die EZB-Präsidentin habe nochmals klar betont, dass das aktuelle Leitzinsniveau als restriktiv erachtet werde. Es habe keine Diskussion über das neutrale Zinsniveau gegeben, so Lagarde. Beide Aspekte würden klarmachen, dass weitere Zinssenkungen bevorstünden. Auch Lagardes Einschätzung zum Inflationsverlauf könne als optimistisch beschrieben werden, selbst bei noch erhöhter Dienstleistungspreisinflation. Alle Indikatoren, die der EZB zur Verfügung stünden, würden auf sinkendes Lohnwachstum in 2025 hindeuten, was zu einem Rückgang der Dienstleistungspreisinflation führen sollte. In Summe müsse man aber feststellen, dass die Pressekonferenz keine nennenswerten neuen Informationen geliefert, sondern viel mehr bestehende Sichtweisen erhärtet habe.
Am Finanzmarkt hätten Zinsmärkte bereits auf die Konjunkturenttäuschung am Vormittag mit rückläufigen Renditen reagiert und der Euro habe abgewertet. Diese Tendenzen seien durch die EZB-Sitzung bestätigt aber nicht weiter befeuert worden, auch wenn die Währung aufgrund der zwischenzeitlichen Veröffentlichung des US-BIPs volatiler gewesen sei. Die EZB-Prognose der RBI von drei weiteren Zinssenkungen um jeweils 25 BP bis Juni 2025 sehe man durch die heutige Zinssitzung nicht beeinflusst. (31.01.2025/alc/a/a)
Der Einlagesatz liege somit bei 2,75%, der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,90% und der Spitzenrefinanzierungssatz bei 3,15%. Seit dem Start der Zinssenkungen im Juni letzten Jahres sei der Einlagesatz um 125 BP gesenkt worden. Es sei davon auszugehen, dass weitere Zinssenkungen folgen würden. Wie viele es sein würden bleibe jedoch mit Unsicherheit behaftet.
Auf der Pressekonferenz sei Lagarde schließlich etwas deutlicher geworden. Die EZB-Präsidentin habe nochmals klar betont, dass das aktuelle Leitzinsniveau als restriktiv erachtet werde. Es habe keine Diskussion über das neutrale Zinsniveau gegeben, so Lagarde. Beide Aspekte würden klarmachen, dass weitere Zinssenkungen bevorstünden. Auch Lagardes Einschätzung zum Inflationsverlauf könne als optimistisch beschrieben werden, selbst bei noch erhöhter Dienstleistungspreisinflation. Alle Indikatoren, die der EZB zur Verfügung stünden, würden auf sinkendes Lohnwachstum in 2025 hindeuten, was zu einem Rückgang der Dienstleistungspreisinflation führen sollte. In Summe müsse man aber feststellen, dass die Pressekonferenz keine nennenswerten neuen Informationen geliefert, sondern viel mehr bestehende Sichtweisen erhärtet habe.
Am Finanzmarkt hätten Zinsmärkte bereits auf die Konjunkturenttäuschung am Vormittag mit rückläufigen Renditen reagiert und der Euro habe abgewertet. Diese Tendenzen seien durch die EZB-Sitzung bestätigt aber nicht weiter befeuert worden, auch wenn die Währung aufgrund der zwischenzeitlichen Veröffentlichung des US-BIPs volatiler gewesen sei. Die EZB-Prognose der RBI von drei weiteren Zinssenkungen um jeweils 25 BP bis Juni 2025 sehe man durch die heutige Zinssitzung nicht beeinflusst. (31.01.2025/alc/a/a)


