Deutsche Telekom-Anleihe in AUD: Damit sind Anleger gut verbunden


10.09.12 09:18
Anleihencheck Research

Westerburg (www.anleihencheck.de) - Der Analyst von Anleihencheck Research, Sven Krupp, hält die Anleihe (ISIN XS0761063394 / WKN A1MLPQ) von Deutsche Telekom weiterhin für eine clevere Alternative für den europäischen Corporate Bonds-Sektor.

Die Anleihe sei mit einem Kupon von 5,875% ausgestattet, laufe noch bis zum 23.03.2017 und weise eine anlegerfreundliche Stückelung von 2.000 Australische Dollar (AUD) (entspreche rund 1.600 Euro) auf. Bei einem aktuellen Kurs von 105,38% biete die Anleihe eine jährliche Rendite von 4,52%. Das Rating für die Anleihe durch die Agentur Moody's laute "Baa1". Damit liege die Einstufung im unteren Investment-Grade-Bereich.

Die Deutsche Telekom zähle zu den weltweit führenden Telekommunikationsanbietern.

Im zweiten Quartal 2012 sei es bei der Deutschen Telekom zu einem leichten Umsatzrückgang von 14,48 Mrd. Euro auf 14,38 Mrd. Euro gekommen. Das EBITDA sei dagegen deutlich um 15,8% auf 4,41 Mrd. Euro gestiegen und die entsprechende Marge habe sich von 32,4% auf 32,7% verbessert. Beim Konzernüberschuss sei ein Anstieg um 76,4% auf 614 Mio. Euro erzielt worden. Positiv habe hier der Rückgang der Sondereinflüsse im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr um rund zwei Drittel auf 0,2 Mrd. Euro gewirkt.

Im Europa-Geschäft habe die Deutsche Telekom unter dem wachsenden Wettbewerbsdruck und der schwierigen konjunkturellen Gesamtsituation zu leiden gehabt und beim bereinigten EBITDA einen Rückgang um 8,8% auf 1,2 Mrd. Euro hinnehmen müssen. Neben rückläufigen Umsatzerlösen hätten dabei auch negative Wechselkurseffekte das operative Ergebnis im Segment Europa belastet.

T-Mobile USA habe die Profitabilität im abgelaufenen Quartal hingegen dank erheblicher Effizienzsteigerungen erheblich verbessern und beim bereinigten EBITDA einen Anstieg um 18,6% auf 1,1 Mrd. Euro verzeichnen können, während die Umsatzerlöse um 8,7% auf 3,8 Mrd. Euro angezogen hätten.

Im Deutschland-Geschäft habe die Deutsche Telekom im zweiten Quartal einen Umsatzrückgang von 3,1% auf 5,6 Mrd. Euro verzeichnet, während das bereinigte EBITDA um 2,2% auf 2,4 Mrd. Euro zurückgegangen sei.

Der Ausblick für das Gesamtjahr 2012 sei bestätigt worden. So rechne die Konzernleitung weiterhin mit einem Rückgang des bereinigten EBITDA auf rund 18 Mrd. Euro und einem Free Cash Flow in Höhe von nur noch etwa 6 Mrd. Euro. Zudem solle mindestens eine Dividende von 0,70 Euro je Aktie ausgeschüttet werden.

Nach Einschätzung der Analysten von Anleihencheck Research hat die Deutsche Telekom auch für das zweite Quartal 2012 solide Zahlen vorgelegt. Das Marktumfeld für die Telekommunikationskonzerne sei nach wie vor schwierig und in den westlichen Industrieländern gesättigt. Mit einer EBITDA-Marge von über 30% stehe die Deutsche Telekom aber noch relativ gut da und könne sich auch auf ihrem Heimatmarkt gut behaupten.

Der Ausblick für 2012 erscheine wenig ambitioniert und erreichbar. Zuletzt hätten sich die Geschäfte bei T-Mobile USA wieder besser entwickelt. Die US-Tochter könnte in Zukunft wieder zu einem wichtigen Ergebnistreiber des Konzerns werden. Zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit wolle die Deutsche Telekom bei der US-Tochter Milliardensummen in ein LTE-Netz investieren, was die Analysten grundsätzlich begrüßen würden. Um auch wieder nachhaltiges Umsatzwachstum zu generieren, müsse die Geschäftsführung neue Wachstumsmärkte erschließen. Hierzu könnte möglicherweise, neben dem LTE-Geschäft, der Online-Entertainment-Bereich sowie der Erhalt der iPhone-Vertriebsrechte in den USA gehören. Außerdem prüfe die Geschäftsführung derzeit eine deutliche Ausweitung des Glasfasernetzes in Deutschland.

Die Analysten von Anleihencheck Research sehen bei der Deutsche Telekom-Aktie weiterhin nur begrenzte Wachstums- und somit auch Kursfantasie. Sollte der Konzern für dieses Jahr wieder eine Dividende von mindestens 0,70 Euro je Aktie ausschütten, betrüge die Dividendenrendite auf Basis eines Schlusskurses vom Freitag von 9,67 Euro rund attraktive 7,2%. Damit sollte der Kurs nach unten gut abgesichert sein.

Für Anleger, die aber ein direktes Aktienengagement scheuen würden, könnte die o.a. Währungsanleihe von Deutsche Telekom durchaus interessant sein, da die Rendite mit rund 4,5% durchaus attraktiv erscheine. Der Clou des Papiers bestehe darin, dass es auf die Währung AUD laute. Der Aussie zähle derzeit zu den stabilsten Weltwährungen. Eine vergleichbare Telekom-Anleihe auf EUR liege rund 3 Prozentpunkte unter der o.a. Anleihe. Zwar bestehe grundsätzlich ein Währungsrisiko, doch eine größere Abwertungsgefahr des Euro gegenüber dem AUD sehe man momentan nicht. Im Gegenteil, der AUD könnte gegenüber dem Euro durchaus noch weiter zulegen, was die Rendite der Währungsanleihe zusätzlich steigern würde. (Analyse vom 10.09.2012) (10.09.2012/alc/a/a)


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