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Aufregender Sommer an Zinsmärkten
28.08.24 15:21
Raiffeisen Bank International AG
Wien (www.anleihencheck.de) - An den Zinsmärkten war es ein aufregender Sommer, so Franz Zobl von der Raiffeisen Bank International AG (RBI).
Seit Ende Juni hätten Benchmark-Renditen der Eurozone und der USA beträchtlich nachgegeben. Die deutsche Bund-Renditekurve sei um 30 BP gesunken. In den USA sei der Renditerückgang doppelt so hoch gewesen. Dies habe der Asset-Klasse eine Performance von knapp über 2% bzw. 4% für deutsche bzw. US-Staatsanleihen in weniger als zwei Monaten beschert. Die Wechselkursentwicklung habe die Performance bei US-Staatsanleihen leider zunichtegemacht. EUR/USD notiere aktuell über 1,11 was dem höchsten Wert seit über einem Jahr entspreche.
Wie so oft in den letzten Jahren seien die Notenbanken hinter der beschriebenen Renditedynamik gestanden. Ende Juni habe das Ende einer langen Phase (seit Jahresbeginn) markiert, während welcher Zinssenkungserwartungen gegenüber der US-Notenbank FED zurückgeschraubt worden seien. Zwischenzeitlich sei am Finanzmarkt sogar diskutiert worden, ob die FED im laufenden Jahr überhaupt noch die Leitzinsen senken werde. Seitdem würden sich die Anzeichen mehren, dass die FED die Leitzinsen nun doch rascher senken könnte und der Markt preise Zinssenkungen von etwa 100 BP bis Jahresende. 2025 solle es dann weitergehen, bis die Leitzinsen bei etwa 3% stehen. Auch gegenüber der EZB sei der Markt in Hinblick auf Zinssenkungen optimistischer geworden. Zwei bis drei Zinssenkungen bis Jahresende preise der Markt aktuell und einen Einlagesatz nahe 2% bis Ende 2025.
Um diese Entwicklungen einordnen zu können, sei es wichtig, sich in Erinnerung zu rufen, dass im ersten Quartal des Jahres die Inflation, insbesondere in den USA, nach oben überrascht habe. Seitdem sei die US-Inflationsdynamik aber beträchtlich gesunken, sodass die Rückkehr zum Inflationsziel kurz bevorstehe. Inflationsrisiken seien nun überschaubarer. Die PCE-Inflation werde im Juli 2024 wohl 2,5% betragen. Bei abnehmenden Inflationsrisiken seien gleichzeitig die Risiken für den Arbeitsmarkt gestiegen. Die FED verfolge ein duales Mandat der Preisstabilität und der Vollbeschäftigung und die Arbeitslosenquote sei in der Tat in den letzten Monaten gestiegen. Sollte sich der US-Arbeitsmarkt weiter abkühlen, würde das unabhängig von der Inflationsentwicklung für Zinssenkungen sprechen. Anders ausgedrückt: Die FED blicke nun nicht mehr nur auf die Inflation, sondern eben auch verstärkt auf den Arbeitsmarkt.
In der Eurozone sei die Inflationsentwicklung noch nicht so erfreulich. Insbesondere die Inflationsdynamik bei den Dienstleistungspreisen sei hartnäckiger als erwartet. Die EZB werde aber wohl ungeachtet dessen ihren Zinssenkungszyklus weiter fortsetzen, aber wohl in einem langsameren Tempo als die FED - zumindest, solange die Inflation nicht stärker sinke. Zwei weitere Zinssenkungen der EZB bis Jahresende seien die Erwartung der RBI. (28.08.2024/alc/a/a)
Seit Ende Juni hätten Benchmark-Renditen der Eurozone und der USA beträchtlich nachgegeben. Die deutsche Bund-Renditekurve sei um 30 BP gesunken. In den USA sei der Renditerückgang doppelt so hoch gewesen. Dies habe der Asset-Klasse eine Performance von knapp über 2% bzw. 4% für deutsche bzw. US-Staatsanleihen in weniger als zwei Monaten beschert. Die Wechselkursentwicklung habe die Performance bei US-Staatsanleihen leider zunichtegemacht. EUR/USD notiere aktuell über 1,11 was dem höchsten Wert seit über einem Jahr entspreche.
Um diese Entwicklungen einordnen zu können, sei es wichtig, sich in Erinnerung zu rufen, dass im ersten Quartal des Jahres die Inflation, insbesondere in den USA, nach oben überrascht habe. Seitdem sei die US-Inflationsdynamik aber beträchtlich gesunken, sodass die Rückkehr zum Inflationsziel kurz bevorstehe. Inflationsrisiken seien nun überschaubarer. Die PCE-Inflation werde im Juli 2024 wohl 2,5% betragen. Bei abnehmenden Inflationsrisiken seien gleichzeitig die Risiken für den Arbeitsmarkt gestiegen. Die FED verfolge ein duales Mandat der Preisstabilität und der Vollbeschäftigung und die Arbeitslosenquote sei in der Tat in den letzten Monaten gestiegen. Sollte sich der US-Arbeitsmarkt weiter abkühlen, würde das unabhängig von der Inflationsentwicklung für Zinssenkungen sprechen. Anders ausgedrückt: Die FED blicke nun nicht mehr nur auf die Inflation, sondern eben auch verstärkt auf den Arbeitsmarkt.
In der Eurozone sei die Inflationsentwicklung noch nicht so erfreulich. Insbesondere die Inflationsdynamik bei den Dienstleistungspreisen sei hartnäckiger als erwartet. Die EZB werde aber wohl ungeachtet dessen ihren Zinssenkungszyklus weiter fortsetzen, aber wohl in einem langsameren Tempo als die FED - zumindest, solange die Inflation nicht stärker sinke. Zwei weitere Zinssenkungen der EZB bis Jahresende seien die Erwartung der RBI. (28.08.2024/alc/a/a)


