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Anleihen unter Druck: US-Daten und EZB-Aussagen bewegen Renditen


16.05.25 13:30
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Am Zinsmarkt war die Gemengelage aus positivem Deal-Newsflow und makroökonomischen Daten ein Wechselbad der Gefühle, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

Während Benchmarkt Renditen zu Wochenbeginn angestiegen seien, sei die zweite Wochenhälfte von Gegenbewegungen geprägt gewesen. Die vorübergehende Entspannung des Handelskriegs zwischen den USA und China habe die US-Konjunktursorgen der Investoren wohl ausreichend besänftigt. Denn der Fokus der Märkte sei auf weniger Zinssenkungen der Fed gerichtet gewesen, welche bei einer resilienteren Konjunktur aufgrund steigender Inflation abwartender agieren könnte. Auch in Europa sei der Wochenstart mit einem hawkishen Notenbank-Repricing assoziiert gewesen. Zusätzlich zum handelspolitischen Newsflow seien hier auch Wortmeldungen von EZB-Ratsmitgliedern zu erwähnen, die sich nun etwas wenig dovish geäußert hätten. Direktoriumsmitglied Schnabel habe etwa betont, dass in Anbetracht mittelfristiger Inflationsrisiken ein Leitzins nahe dem aktuellen Niveau vertretbar wäre.

Möglicherweise liefere das nächste Woche erscheinende EZB-Protokoll zur letzten Zinssitzung interessante Details zur Interpretation der gegenwärtigen Lage im EZB-Direktorium. Abseits veränderter Notenbank-Erwartungen seien Benchmark-Anleihen wie Bunds in einer allgemeinen Marktstimmung des Risk-On weniger gefragt gewesen. Die Gegenbewegung der Renditen habe dann mit den etwas schwächeren US-Konjunkturdaten (Einzelhandel) und US-Inflationsdaten (VPI, PPI) eingesetzt. Auch wenn man diese als konsistent mit einer moderaten Abschwächung der US-Konjunkturdynamik erachte, sei die Marktvolatilität auch Ausdruck der hohen makroökonomischen Unsicherheit der letzten Wochen. (16.05.2025/alc/a/a)