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Anleihen: Verunsicherung hält an
30.10.23 11:37
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der Gaza-Krieg hat die Märkte weiter fest im Griff, so die Deutsche Börse AG.
"Die Unsicherheit ist groß, das Geschäft daher eher dünn", berichte Rainer Petz, der für Oddo BHF Anleihen handele. Für keine zusätzliche Unsicherheit habe vergangene Woche die EZB gesorgt, sie habe wie erwartet geliefert. Auf ihrer Sitzung am 26. Oktober 2023 habe sie beschlossen, den Hauptrefinanzierungssatz bei 4,50 Prozent zu belassen, den Einlagensatz bei 4 Prozent.
Die Renditen seien im Wochenvergleich etwas zurückgegangen. Bundesanleihen mit Laufzeit von zehn Jahren hätten am Freitagmorgen mit 2,84 Prozent nach 2,90 Prozent vor einer Woche rentiert. US-Treasury-Renditen im Zehnjahressegment, die vergangene Woche abermals 5 Prozent erreicht hätten, hätten am Freitagmorgen bei 4,86 Prozent gelegen.
Diese Woche gehe es gleich weiter mit Notenbanksitzungen. Die US-Notenbank tage, außerdem noch die Bank of England und die Bank of Japan. Für die USA werde erwartet, dass die FED die Leitzinsspanne bei 5,25 bis 5,50 Prozent belassen werde.
Im Anleihehandel seien derzeit langlaufende Staatsanleihen durchaus gefragt: "Im schwachen Markt wird häufig zugegriffen, etwa bei Bonds von Österreich, Italien oder Spanien", berichte Arthur Brunner von der ICF Bank.
Im Geschäft mit Unternehmensanleihen laufe es wie gehabt: Laut Tim Oechsner von der Steubing AG seien Bonds mit kurzen und mittleren Laufzeiten, mit 1.000er Stückelung, bekanntem Namen und guter Bonität beliebt - vorzugsweise aus Deutschland. "Vor allem müssen sie mindestens 4 bis 5 Prozent Rendite bringen." Gut an kämen etwa Anleihen von Bayer, Continental und Mercedes-Benz (ISIN DE000A3LH6T7 / WKN A3LH6T).
Käufe sehe er aber auch für die Anfang des Monats emittierte Anleihe des österreichischen Baumaterialkonzerns Wienerberger und für den US-Dollar-Bond (ISIN US24422EWZ86 / WKN A3LJP1) des US-Landmaschinenbauers John Deere. Diese würden derzeit 4,87 und 5,74 Prozent abwerfen. Sehr gut an komme Brunner zufolge die noch recht neue Anleihe (ISIN IE000A3510K1 / WKN nicht bekannt) der Deutschen Rohstoff AG. Ebenso gefragt: Bonds (ISIN NO0013017657 / WKN A3LNLX) der Azerion Group.
Deutlich nach unten sei für Papiere (ISIN DE000A30VJW3 / WKN A30VJW) des Windparkbetreibers PNE AG gegangen, wie Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank melde. "Hintergrund ist die Schieflage von Siemens Energy und deren Bitte um Staatshilfe." Bei PNE habe bereits ein kleines Verkaufsvolumen ausgereicht, um den Kurs zu drücken. Mittlerweile kämen aber wieder "verhaltene Kaufaufträge" herein. Die Rendite zum letzten Umsatz zu 93 Prozent habe bei 7,24 Prozent gelegen.
Noch tiefer sei der Kurs des Erneuerbare-Energien-Projektentwicklers SoWiTec gefallen. "SoWiTec hat vergangene Woche viel Ärger gebracht", formuliere es Brunner. Das Unternehmen habe am Mittwoch mitgeteilt, die am 8. November fällige Anleihe (ISIN DE000A2NBZ21 / WKN A2NBZ2) nicht zurückzahlen zu können. Abhilfe solle nun eine Laufzeitverlängerung um drei Jahre schaffen. Darüber solle - ohne Versammlung - vom 11. bis zum 13. November 2023 abgestimmt werden. Die Anleihe sei zuvor um 100 Prozent gehandelt worden, aktuell seien es nur noch 44 Prozent.
Auch die bis 2028 laufende SoWiTec-Anleihe habe massiv verloren. "Die Lage bleibt höchst volatil." Laut Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger SdK sei die Mitteilung überraschend und viel zu spät gekommen. Die SdK rate Betroffenen, sich zu organisieren, und sich unter www.sdk.org/sowitec-group für einen kostenlosen Newsletter zu registrieren, mit dem die SdK über die weiteren Entwicklungen informieren werde.
Vom Handel ausgesetzt worden sei am 27. Oktober 2023 die bis April 2024 laufende Anleihe (ISIN DE000A2TSB16 / WKN A2TSB1) von FCR Immobilien mit Kupon von 5,25 Prozent, wie Daniel außerdem melde. Erst am Dienstag solle der Handel wieder aufgenommen werden. Der Grund: FCR Immobilien biete eine neue, fünfjährige Anleihe mit Zinssatz von 7,25 Prozent an, kombiniert mit einem Umtauschangebot für die alte Anleihe. Geplant sei ein Emissionsvolumen von bis zu 60 Millionen Euro. (Ausgabe vom 27.10.2023) (30.10.2023/alc/a/a)
"Die Unsicherheit ist groß, das Geschäft daher eher dünn", berichte Rainer Petz, der für Oddo BHF Anleihen handele. Für keine zusätzliche Unsicherheit habe vergangene Woche die EZB gesorgt, sie habe wie erwartet geliefert. Auf ihrer Sitzung am 26. Oktober 2023 habe sie beschlossen, den Hauptrefinanzierungssatz bei 4,50 Prozent zu belassen, den Einlagensatz bei 4 Prozent.
Die Renditen seien im Wochenvergleich etwas zurückgegangen. Bundesanleihen mit Laufzeit von zehn Jahren hätten am Freitagmorgen mit 2,84 Prozent nach 2,90 Prozent vor einer Woche rentiert. US-Treasury-Renditen im Zehnjahressegment, die vergangene Woche abermals 5 Prozent erreicht hätten, hätten am Freitagmorgen bei 4,86 Prozent gelegen.
Diese Woche gehe es gleich weiter mit Notenbanksitzungen. Die US-Notenbank tage, außerdem noch die Bank of England und die Bank of Japan. Für die USA werde erwartet, dass die FED die Leitzinsspanne bei 5,25 bis 5,50 Prozent belassen werde.
Im Anleihehandel seien derzeit langlaufende Staatsanleihen durchaus gefragt: "Im schwachen Markt wird häufig zugegriffen, etwa bei Bonds von Österreich, Italien oder Spanien", berichte Arthur Brunner von der ICF Bank.
Käufe sehe er aber auch für die Anfang des Monats emittierte Anleihe des österreichischen Baumaterialkonzerns Wienerberger und für den US-Dollar-Bond (ISIN US24422EWZ86 / WKN A3LJP1) des US-Landmaschinenbauers John Deere. Diese würden derzeit 4,87 und 5,74 Prozent abwerfen. Sehr gut an komme Brunner zufolge die noch recht neue Anleihe (ISIN IE000A3510K1 / WKN nicht bekannt) der Deutschen Rohstoff AG. Ebenso gefragt: Bonds (ISIN NO0013017657 / WKN A3LNLX) der Azerion Group.
Deutlich nach unten sei für Papiere (ISIN DE000A30VJW3 / WKN A30VJW) des Windparkbetreibers PNE AG gegangen, wie Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank melde. "Hintergrund ist die Schieflage von Siemens Energy und deren Bitte um Staatshilfe." Bei PNE habe bereits ein kleines Verkaufsvolumen ausgereicht, um den Kurs zu drücken. Mittlerweile kämen aber wieder "verhaltene Kaufaufträge" herein. Die Rendite zum letzten Umsatz zu 93 Prozent habe bei 7,24 Prozent gelegen.
Noch tiefer sei der Kurs des Erneuerbare-Energien-Projektentwicklers SoWiTec gefallen. "SoWiTec hat vergangene Woche viel Ärger gebracht", formuliere es Brunner. Das Unternehmen habe am Mittwoch mitgeteilt, die am 8. November fällige Anleihe (ISIN DE000A2NBZ21 / WKN A2NBZ2) nicht zurückzahlen zu können. Abhilfe solle nun eine Laufzeitverlängerung um drei Jahre schaffen. Darüber solle - ohne Versammlung - vom 11. bis zum 13. November 2023 abgestimmt werden. Die Anleihe sei zuvor um 100 Prozent gehandelt worden, aktuell seien es nur noch 44 Prozent.
Auch die bis 2028 laufende SoWiTec-Anleihe habe massiv verloren. "Die Lage bleibt höchst volatil." Laut Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger SdK sei die Mitteilung überraschend und viel zu spät gekommen. Die SdK rate Betroffenen, sich zu organisieren, und sich unter www.sdk.org/sowitec-group für einen kostenlosen Newsletter zu registrieren, mit dem die SdK über die weiteren Entwicklungen informieren werde.
Vom Handel ausgesetzt worden sei am 27. Oktober 2023 die bis April 2024 laufende Anleihe (ISIN DE000A2TSB16 / WKN A2TSB1) von FCR Immobilien mit Kupon von 5,25 Prozent, wie Daniel außerdem melde. Erst am Dienstag solle der Handel wieder aufgenommen werden. Der Grund: FCR Immobilien biete eine neue, fünfjährige Anleihe mit Zinssatz von 7,25 Prozent an, kombiniert mit einem Umtauschangebot für die alte Anleihe. Geplant sei ein Emissionsvolumen von bis zu 60 Millionen Euro. (Ausgabe vom 27.10.2023) (30.10.2023/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 104,783 € | 104,882 € | -0,099 € | -0,09% | 17.04./08:26 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| XS2630111719 | A351U1 | 107,86 € | 102,83 € | |
Werte im Artikel




