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Anleihen-Handel: Politik gibt den Takt vor
02.05.17 11:45
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Das Ergebnis aus Runde eins der französischen Präsidentschaftswahl sowie die Geldpolitik im Euroraum dominieren das Geschehen an den Kapitalmärkten, so die Deutsche Börse AG.
"Letzte Woche war recht turbulent", fasse Arthur Brunner von der ICF Bank das Geschehen im Bond-Handel zusammen. Die Erleichterung der Investoren spiegele sich unter anderem in der Kurve des Euro-Bund-Future wider. Stand der hiesige Gradmesser für die langfristige Zinsentwicklung vor dem Urnengang der Franzosen noch bei 62,50 Prozent, so sorgte die Erleichterung über den Wahlausgang am 24. April für einen deutlichen Rutsch nach unten, so die Deutsche Börse AG. "Die Rendite hiesiger Bundesanleihen stieg zwischenzeitlich auf über 0,4 Prozent."
Nach der EZB-Entscheidung am letzten Donnerstag sei der Euro-Bund-Future wieder angesprungen, wie Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank registriere. "Alles bleibt wie gehabt, es gibt zunächst keine Anzeichen für eine Rückführung der Liquiditätsschwemme." Ökonomen hätten erste Hinweise dies bezüglich im Juni erwartet. Im Gespräch sei eine Drosselung der Anleihen-Käufe Anfang 2018, eine Zinserhöhung könne dann im dritten Quartal folgen. Im Juni werde Draghi nach Auffassung der Helaba angesichts steigender Inflationsraten womöglich zunächst den Passus in der Kommunikation streichen, wonach die Leitzinsen im Bedarfsfall noch weiter gesenkt werden könnten.
Für Folker Hellmeyer von der Bremer Landesbank verweigere sich die EZB mittlerweile einer realistischen Bewertung der quantitativen und auf Einkommen basierenden makroökonomischen Performance im Euroraum. "Damit wird der Aufschwung schwach geredet." Mit der Beibehaltung der Null- und Negativzinsen werde bekanntermaßen die Kaufkraft der Geldvermögens geschmälert. Dies schade der Reputation der Eurozone und es schade bezüglich der internationalen Kapitalströme.
Nicht zu vernachlässigen seien Klaus Stopp zufolge die durch die massiven Bond-Käufe der Zentralbanken immer wieder zu beobachtenden Belieferungsprobleme bei Anleihen. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich habe die Notenbanken bereits aufgefordert, dem für einen funktionierenden Handel notwendigen Repo-Markt Material aus ihren Beständen zur Verfügung zu stellen. Bislang habe die EZB nur sehr zögerlich agiert.
Mehr Transparenz fordere Stopp zudem hinsichtlich der Einhaltung des Verbots einer monetären Haushaltsfinanzierung durch die Notenbanken. Eigentlich dürften die Behörden bei Staatsanleihen am Primärmarkt nicht als Käufer auftreten. "Jedoch sind die Übergänge aufgrund der vielen Aufstockungen inzwischen fließend." Etwa gebe es in der Übersicht der angekauften Staatsanleihen eine Gattung, die erst kurz zuvor emittiert bzw. aufgestockt worden sei. Zwar könne nicht geklärt werden, ob es sich bei den angekauften Stücken tatsächlich um Altbestände einer Bank gehandelt habe. Derartige Transaktionen hätten aber Mistrauen und Spekulationen über mögliche Tricksereien der Notenbanken geschürt. "Nur ein Mehr an Transparenz kann mehr Vertrauen schaffen", urteile der Händler und nenne als einen möglichen Weg dahin die Rückkehr zur Vergabe so genannter Stücke-Nummern.
Nach wie vor um Preisstabilität sorge sich übrigens auch die Schwedische Zentralbank. Vor dem Hintergrund einer weiterhin niedrigen Inflation habe die Riksbank wie erwartet ihren Leitzins bei minus 0,5 Prozent belassen, wie die HSBC bemerke. Aller Voraussicht nach werde sich der Schlüsselzinssatz bis 2019 im negativen Bereich bewegen. Die Währungshüter hätten laut HSBC ihr Asset-Kaufprogramm bis Ende 2017 verlängert. Bis dahin plane die Behörde den Erwerb von Anleihen im Volumen von zusätzlich 15 Milliarden Schwedischen Kronen. Angesichts guter heimischer Wachstumszahlen würden die HSBC-Analysten künftig indes einen stärkeren Schwenk Richtung Zustand der Gesamtwirtschaft erwarten und 2018 mit ersten Zinserhöhungen in Schweden rechnen.
Den Handel mit Bonds kleinerer und mittelgroßer Firmen würden die Händler als aktiv beschreiben. Daniel melde reges Interesse an einer bis April 2025, mit jährlich 7,5 Prozent verzinsten Neuquen Province-Anleihe (ISIN USP7169GAA78 / WKN A19GPQ). "Der in US-Dollar geführte Wert ist beherzt gekauft worden." Einen möglichen Grund erkenne der Händler in dem Bemühen der argentinischen Regierung, die Öl- und Gasförderung in der Neuquen Region zu beleben. Zur Unterstützung des Vorhabens plane Staatschef Mauricio Macri eine Reihe von bürokratischen Erleichterungen.
Auch an einer im März 2022 fälligen Abengoa Abenewco 2-Anleihe fänden Investoren überwiegend Gefallen. Der Wert habe am letzten Freitag um 16 Prozent notiert. "Mittlerweile scheint der angeschlagene spanische Anbieter von erneuerbaren Energien die Umschuldung geschafft zu haben."
In den Büchern von Rainer Petz würden Anleihen von Air Berlin (ISIN DE000AB100B4 / WKN AB100B, ISIN XS1051719786 / WKN AB100L) wie in der vorvergangenen Woche einen vorderen Rang in der Umsatzstatistik belegen. Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft habe am 28. April mit 278 Millionen Euro einen Rekordverlust offen gelegt. Dennoch scheinen Anleger grundsätzlich an die anhaltende Unterstützung von Ethiad oder auch weiteren Geldgebern zu glauben, wie der Händler der Oddo Seydler Bank feststellt, so die Deutsche Börse AG.
Stark in beide Richtungen gespielt würde zudem nach wie vor ein Wert (ISIN DE000A1TNA39 / WKN A1TNA3) der Reederei Rickmers. "Am 24. April stieg der Kurs der bis Juni 2018 laufenden Anleihe sehr stark auf 16 Prozent." Am letzten Freitag habe der Bond wieder oberhalb von 15 Prozent notiert.
Schwankungsreich gehe es Brunner zufolge bei einer Wandelanleihe des Immobilienentwicklers EYEMAXX Real Estate mit einem Kupon von 4,5 Prozent und Fälligkeit im Dezember 2019 zu. Im Laufe der letzten Woche habe der Wert von 103 auf 100 Prozent nachgegeben. Brunner sehe einen Zusammenhang mit der Entwicklung der Aktie, die zunächst von 13 Euro auf zwischenzeitlich 11 Euro verloren habe. Am 28. April habe die Aktie wieder um 12 Euro notiert. (Ausgabe vom 28.04.2017) (02.05.2017/alc/a/a)
"Letzte Woche war recht turbulent", fasse Arthur Brunner von der ICF Bank das Geschehen im Bond-Handel zusammen. Die Erleichterung der Investoren spiegele sich unter anderem in der Kurve des Euro-Bund-Future wider. Stand der hiesige Gradmesser für die langfristige Zinsentwicklung vor dem Urnengang der Franzosen noch bei 62,50 Prozent, so sorgte die Erleichterung über den Wahlausgang am 24. April für einen deutlichen Rutsch nach unten, so die Deutsche Börse AG. "Die Rendite hiesiger Bundesanleihen stieg zwischenzeitlich auf über 0,4 Prozent."
Nach der EZB-Entscheidung am letzten Donnerstag sei der Euro-Bund-Future wieder angesprungen, wie Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank registriere. "Alles bleibt wie gehabt, es gibt zunächst keine Anzeichen für eine Rückführung der Liquiditätsschwemme." Ökonomen hätten erste Hinweise dies bezüglich im Juni erwartet. Im Gespräch sei eine Drosselung der Anleihen-Käufe Anfang 2018, eine Zinserhöhung könne dann im dritten Quartal folgen. Im Juni werde Draghi nach Auffassung der Helaba angesichts steigender Inflationsraten womöglich zunächst den Passus in der Kommunikation streichen, wonach die Leitzinsen im Bedarfsfall noch weiter gesenkt werden könnten.
Für Folker Hellmeyer von der Bremer Landesbank verweigere sich die EZB mittlerweile einer realistischen Bewertung der quantitativen und auf Einkommen basierenden makroökonomischen Performance im Euroraum. "Damit wird der Aufschwung schwach geredet." Mit der Beibehaltung der Null- und Negativzinsen werde bekanntermaßen die Kaufkraft der Geldvermögens geschmälert. Dies schade der Reputation der Eurozone und es schade bezüglich der internationalen Kapitalströme.
Nicht zu vernachlässigen seien Klaus Stopp zufolge die durch die massiven Bond-Käufe der Zentralbanken immer wieder zu beobachtenden Belieferungsprobleme bei Anleihen. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich habe die Notenbanken bereits aufgefordert, dem für einen funktionierenden Handel notwendigen Repo-Markt Material aus ihren Beständen zur Verfügung zu stellen. Bislang habe die EZB nur sehr zögerlich agiert.
Nach wie vor um Preisstabilität sorge sich übrigens auch die Schwedische Zentralbank. Vor dem Hintergrund einer weiterhin niedrigen Inflation habe die Riksbank wie erwartet ihren Leitzins bei minus 0,5 Prozent belassen, wie die HSBC bemerke. Aller Voraussicht nach werde sich der Schlüsselzinssatz bis 2019 im negativen Bereich bewegen. Die Währungshüter hätten laut HSBC ihr Asset-Kaufprogramm bis Ende 2017 verlängert. Bis dahin plane die Behörde den Erwerb von Anleihen im Volumen von zusätzlich 15 Milliarden Schwedischen Kronen. Angesichts guter heimischer Wachstumszahlen würden die HSBC-Analysten künftig indes einen stärkeren Schwenk Richtung Zustand der Gesamtwirtschaft erwarten und 2018 mit ersten Zinserhöhungen in Schweden rechnen.
Den Handel mit Bonds kleinerer und mittelgroßer Firmen würden die Händler als aktiv beschreiben. Daniel melde reges Interesse an einer bis April 2025, mit jährlich 7,5 Prozent verzinsten Neuquen Province-Anleihe (ISIN USP7169GAA78 / WKN A19GPQ). "Der in US-Dollar geführte Wert ist beherzt gekauft worden." Einen möglichen Grund erkenne der Händler in dem Bemühen der argentinischen Regierung, die Öl- und Gasförderung in der Neuquen Region zu beleben. Zur Unterstützung des Vorhabens plane Staatschef Mauricio Macri eine Reihe von bürokratischen Erleichterungen.
Auch an einer im März 2022 fälligen Abengoa Abenewco 2-Anleihe fänden Investoren überwiegend Gefallen. Der Wert habe am letzten Freitag um 16 Prozent notiert. "Mittlerweile scheint der angeschlagene spanische Anbieter von erneuerbaren Energien die Umschuldung geschafft zu haben."
In den Büchern von Rainer Petz würden Anleihen von Air Berlin (ISIN DE000AB100B4 / WKN AB100B, ISIN XS1051719786 / WKN AB100L) wie in der vorvergangenen Woche einen vorderen Rang in der Umsatzstatistik belegen. Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft habe am 28. April mit 278 Millionen Euro einen Rekordverlust offen gelegt. Dennoch scheinen Anleger grundsätzlich an die anhaltende Unterstützung von Ethiad oder auch weiteren Geldgebern zu glauben, wie der Händler der Oddo Seydler Bank feststellt, so die Deutsche Börse AG.
Stark in beide Richtungen gespielt würde zudem nach wie vor ein Wert (ISIN DE000A1TNA39 / WKN A1TNA3) der Reederei Rickmers. "Am 24. April stieg der Kurs der bis Juni 2018 laufenden Anleihe sehr stark auf 16 Prozent." Am letzten Freitag habe der Bond wieder oberhalb von 15 Prozent notiert.
Schwankungsreich gehe es Brunner zufolge bei einer Wandelanleihe des Immobilienentwicklers EYEMAXX Real Estate mit einem Kupon von 4,5 Prozent und Fälligkeit im Dezember 2019 zu. Im Laufe der letzten Woche habe der Wert von 103 auf 100 Prozent nachgegeben. Brunner sehe einen Zusammenhang mit der Entwicklung der Aktie, die zunächst von 13 Euro auf zwischenzeitlich 11 Euro verloren habe. Am 28. April habe die Aktie wieder um 12 Euro notiert. (Ausgabe vom 28.04.2017) (02.05.2017/alc/a/a)
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16.04.26
, Helaba
Bund-Future scheitert an 21-Tage-Linie




