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Anleihen-Handel: GRENKE-Bonds stabilisieren sich - Vertrauen in Otto und Symrise
25.09.20 16:00
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Im Rahmen des fünften EZB-Langfristtenders der dritten Serie griffen in dieser Woche 388 Banken im Euroraum zu insgesamt 174,5 Milliarden Euro günstigem Zentralbankgeld, so die Deutsche Börse AG.
Die Mittel sollten nach dem Willen der Währungshüter die Kreditvergabe in der Pandemie-geplagten Wirtschaft ankurbeln. Banken würden die drei Jahre laufenden TLTRO zu einem Zinssatz von 50 Basispunkten unterhalb des Einlagenzinses von derzeit -0,50 Prozent erhalten, vorausgesetzt die Finanzinstitute würden die Vergabeziele erfüllen. Mit den Krediten dürfte die Überschuss-Liquidität im Euroraum nach Schätzungen von Bloomberg erstmals über drei Billionen Euro liegen.
Da mit dem Tender ein Zinsertrag erwirtschaftet werden könne und sich weitere Geschäfte dieser Art in der Pipeline befänden, dürfte die Flut an Zentralbankgeld nach Ansicht der Helaba nicht so schnell abebben. Das stelle insbesondere für die Emissionen von Covered-Bonds eine Belastung dar.
Das Vertrauen in die Zukunft Karlsbergs scheine groß. Die Platzierung ihrer jüngsten Unternehmensanleihe (ISIN DE000A254UR5/ WKN A254UR) habe die Brauerei aufgrund hoher Nachfrage früher als geplant beendet. "Die Zuteilungsquote für das mit jährlich 4,25 Prozent verzinste Papier war sehr gering", beschreibe Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank. Entsprechend hoch sei die Nachfrage nach dem 50 Millionen Euro schweren Bond im regulären Handel. "Heute Morgen liegt der Kurs bei 101,78 Prozent."
Nach dem Absturz vieler GRENKE-Anleihen würden Händler in dieser Woche durchweg starke Käufe verbuchen. Rainer Petz von der Oddo Seydler Bank nenne beispielhaft eine im April 2021 fällige Anleihe (ISIN XS1377248635/ WKN A18YNR) des Leasing-Spezialisten mit einem Kupon von 1,5 Prozent. "Am 17. September lag diese im Tief bei 60 Prozent, aktuell notiert der Wert um 88 Prozent."
Käufer einer im Oktober 2020 fälligen GRENKE Finance-Anleihe (ISIN XS1328242406/ WKN A18VK3) mit einem jährlichen Zins von 1,5 Prozent vertrauten nach Meinung von Arthur Brunner von der ICF Bank scheinbar auf eine planmäßige Auszahlung. Aktuell notiere der Bond um 98,25 Prozent. Gleichzeitig habe sich eine im Oktober 2023 zur Rückzahlung anstehenden GRENKE-Anleihe im Volumen von 300 Millionen Euro auf 83 Prozent nach oben gearbeitet.
Der Short-Seller Viceroy Research werfe GRENKE unter anderem Bilanzbetrug und ein intransparentes Franchise-System vor. Die Anschuldigungen sollten nun durch ein von GRENKE beauftragtes Gutachten entkräftet werden. Derweil sehe die Ratingagentur S&P durch die im Raum stehenden Vorwürfe eine mögliche Beeinträchtigung hinsichtlich Liquidität und Finanzierung, unabhängig davon ob sie wahr seien oder nicht. Würde die Bonität der Bonds herabgestuft, könne sich zudem die Refinanzierung für das Unternehmen verteuern.
Vor dem Hintergrund steigender Covid-19-Fälle und möglicher Reisebeschränkungen zu den anstehenden Herbstferien würden sich Anleger tendenziell von Bonds der Branche trennen, wie Petz anmerke. Betroffen sei unter anderem eine bis 2075 laufende Lufthansa-Hybridanleihe (ISIN XS1271836600/ WKN A161YP) mit einem Kupon von 5,125 Prozent. Aktuell notiere der Wert um 79 Prozent und damit deutlich leichter als zu Beginn der Woche.
Der Kurs einer mit jährlich 4,375 Prozent verzinsten Anleihe (ISIN FR0013399177/ WKN A2RW7R) der französischen Hotelkette Accor sei von gut 96 auf 90 Prozent gesunken Gleiches gelte für eine im Oktober 2021 fällige Anleihe (ISIN XS1504103984/ WKN A2BPFK) von TUI.
Tendenziell gesucht sei Brunner zufolge eine siebenjährige Anleihe (ISIN XS2195096420/ WKN SYM773) vom Holzmindener Duft- und Geschmacksstoffkonzern Symrise, die nominal jährlich 1,375 Prozent Zinsen bringe. Zu den meist gekauften Produkten gehöre bei der ICF Bank auch ein Bond (ISIN XS1433512891/ WKN A2AAWQ) von Otto mit einem Kupon von 2,5 Prozent und Fälligkeit im Juni 2023.
Hybridanleihen etwa von VW (ISIN XS1048428442/ WKN A1ZE21) mit einem Kupon von 4,625 Prozent sehe Brunner tendenziell unter Verkaufsdruck. Der Wert notiere aktuell mit 105 Prozent deutlich leichter als am Montag. Dabei gebe sich der Autokonzern vor Beginn der Auto China 2020-Messe optimistisch hinsichtlich der Wachstumsaussichten im größten Automarkt der Welt. Ein Teil der Verluste vom ersten Halbjahr könnten bis Jahresende vermutlich aufgefangen werden. Der Anteil Chinas am weltweiten Absatz der Volkswagengruppe betrage laut dem Konzern mittlerweile 40,8 Prozent. (25.09.2020/alc/a/a)
Die Mittel sollten nach dem Willen der Währungshüter die Kreditvergabe in der Pandemie-geplagten Wirtschaft ankurbeln. Banken würden die drei Jahre laufenden TLTRO zu einem Zinssatz von 50 Basispunkten unterhalb des Einlagenzinses von derzeit -0,50 Prozent erhalten, vorausgesetzt die Finanzinstitute würden die Vergabeziele erfüllen. Mit den Krediten dürfte die Überschuss-Liquidität im Euroraum nach Schätzungen von Bloomberg erstmals über drei Billionen Euro liegen.
Da mit dem Tender ein Zinsertrag erwirtschaftet werden könne und sich weitere Geschäfte dieser Art in der Pipeline befänden, dürfte die Flut an Zentralbankgeld nach Ansicht der Helaba nicht so schnell abebben. Das stelle insbesondere für die Emissionen von Covered-Bonds eine Belastung dar.
Das Vertrauen in die Zukunft Karlsbergs scheine groß. Die Platzierung ihrer jüngsten Unternehmensanleihe (ISIN DE000A254UR5/ WKN A254UR) habe die Brauerei aufgrund hoher Nachfrage früher als geplant beendet. "Die Zuteilungsquote für das mit jährlich 4,25 Prozent verzinste Papier war sehr gering", beschreibe Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank. Entsprechend hoch sei die Nachfrage nach dem 50 Millionen Euro schweren Bond im regulären Handel. "Heute Morgen liegt der Kurs bei 101,78 Prozent."
Nach dem Absturz vieler GRENKE-Anleihen würden Händler in dieser Woche durchweg starke Käufe verbuchen. Rainer Petz von der Oddo Seydler Bank nenne beispielhaft eine im April 2021 fällige Anleihe (ISIN XS1377248635/ WKN A18YNR) des Leasing-Spezialisten mit einem Kupon von 1,5 Prozent. "Am 17. September lag diese im Tief bei 60 Prozent, aktuell notiert der Wert um 88 Prozent."
Der Short-Seller Viceroy Research werfe GRENKE unter anderem Bilanzbetrug und ein intransparentes Franchise-System vor. Die Anschuldigungen sollten nun durch ein von GRENKE beauftragtes Gutachten entkräftet werden. Derweil sehe die Ratingagentur S&P durch die im Raum stehenden Vorwürfe eine mögliche Beeinträchtigung hinsichtlich Liquidität und Finanzierung, unabhängig davon ob sie wahr seien oder nicht. Würde die Bonität der Bonds herabgestuft, könne sich zudem die Refinanzierung für das Unternehmen verteuern.
Vor dem Hintergrund steigender Covid-19-Fälle und möglicher Reisebeschränkungen zu den anstehenden Herbstferien würden sich Anleger tendenziell von Bonds der Branche trennen, wie Petz anmerke. Betroffen sei unter anderem eine bis 2075 laufende Lufthansa-Hybridanleihe (ISIN XS1271836600/ WKN A161YP) mit einem Kupon von 5,125 Prozent. Aktuell notiere der Wert um 79 Prozent und damit deutlich leichter als zu Beginn der Woche.
Der Kurs einer mit jährlich 4,375 Prozent verzinsten Anleihe (ISIN FR0013399177/ WKN A2RW7R) der französischen Hotelkette Accor sei von gut 96 auf 90 Prozent gesunken Gleiches gelte für eine im Oktober 2021 fällige Anleihe (ISIN XS1504103984/ WKN A2BPFK) von TUI.
Tendenziell gesucht sei Brunner zufolge eine siebenjährige Anleihe (ISIN XS2195096420/ WKN SYM773) vom Holzmindener Duft- und Geschmacksstoffkonzern Symrise, die nominal jährlich 1,375 Prozent Zinsen bringe. Zu den meist gekauften Produkten gehöre bei der ICF Bank auch ein Bond (ISIN XS1433512891/ WKN A2AAWQ) von Otto mit einem Kupon von 2,5 Prozent und Fälligkeit im Juni 2023.
Hybridanleihen etwa von VW (ISIN XS1048428442/ WKN A1ZE21) mit einem Kupon von 4,625 Prozent sehe Brunner tendenziell unter Verkaufsdruck. Der Wert notiere aktuell mit 105 Prozent deutlich leichter als am Montag. Dabei gebe sich der Autokonzern vor Beginn der Auto China 2020-Messe optimistisch hinsichtlich der Wachstumsaussichten im größten Automarkt der Welt. Ein Teil der Verluste vom ersten Halbjahr könnten bis Jahresende vermutlich aufgefangen werden. Der Anteil Chinas am weltweiten Absatz der Volkswagengruppe betrage laut dem Konzern mittlerweile 40,8 Prozent. (25.09.2020/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 98,109 € | 98,08 € | 0,029 € | +0,03% | 17.04./12:49 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| XS2195096420 | SYM773 | 99,50 € | 96,91 € | |
Werte im Artikel
08.02.21
, Deutsche Börse AG
Anleihen: Rendite steigt wieder




