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Anleihen-Handel: Anleger blicken gespannt auf Jackson Hole
24.08.18 17:00
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Vor dem heutigen Auftritt von Jerome Powell scheinen sich Bond-Anleger tendenziell zurückzulehnen, so die Deutsche Börse AG.
Im Rahmen des jährlichen Stelldicheins wichtiger Notenbanker mit hochrangigen Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft in Jackson Hole werde der Chef der Federal Reserve nach Meinung von Arthur Brunner am Nachmittag mehr Klarheit über die erwartete Zinserhöhung im September schaffen. "Die Rede wird mit Spannung erwartet", schätze der Händler der ICF Bank. Gleichzeitig werde Powell vermutlich etwaige Zweifel an der Unabhängigkeit der US-Zentralbank aus dem Weg räumen. Diese habe Präsident Trump mit der Forderung eines niedrigeren Zinsniveaus infrage gestellt.
Bei den Auslassungen des Zentralbankers zum Thema "Anforderungen an die Geldpolitik im Umfeld sich verändernder Rahmenbedingungen im Bankensektor und bei der Regulierung" würden Marktteilnehmer laut Brunner zudem ganz genau hinhören, ob es Hinweise auf einen Tempowechsel bei weiteren Zinserhöhungen geben werde. Viele rechneten bis Sommer 2019 mit vier Anhebungen des FED Funds Rate-Zielbereichs um jeweils 25 Basispunkte auf 2,75 bis 3 Prozent. Für größere Reaktionen an den Zins- und Devisenmärkten bedürfe es nach Ansicht der HSBC einer Änderung des aktuellen Dreimonatsturnus oder einer Andeutung des absehbaren Endes der graduellen Leitzinserhöhungen. Beides würden die Analysten der Großbank aufgrund der robusten US-Wirtschaft für wenig wahrscheinlich halten.
Die hohe Verschuldung Italiens sei Thema im Bond-Handel und sorge für Abgabedruck italienischer Staatsanleihen, wie Gregor Daniel anmerke. Statista liste die derzeitigen Schulden des Landes mit 129,75 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Mit dem anstehenden Haushalt für 2019 befürchteten Anleger eine weitere Aufstockung der Verbindlichkeiten. "Aktuell liegt die Rendite zehnjähriger Papiere bei 3,08 Prozent", berechne der Händler von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank. Der Ertrag für Bundesanleihen gleicher Laufzeit käme zum Vergleich auf 0,34 Prozent.
Italienische Staatspapiere stünden seit geraumer Zeit auf der Abgabenseite. Bereits im Mai und Juni hätten die Verkaufszahlen italienischer Bonds mit 34 und 38 Milliarden Euro laut Europäische Zentralbank Rekordwerte erreicht. "Jetzt signalisierte Donald Trump, er wolle Italien zukünftig mit dem Kauf von Bonds zur Seite stehen", wisse Daniel. Allerdings sei der US-Präsident nicht für seine Verlässlichkeit bekannt.
Nach der Sommerpause würden laut Brunner die Neuemissionen steigen. Ab kommende Woche werde ein Senior Preferred Bond der Deutschen Bank im Volumen von einer Milliarde Euro an der Börse Frankfurt handelbar sein. Mit einer Laufzeit von fünf Jahren biete das Papier einen Kupon von 1,125 Prozent und komme in für Privatanleger bevorzugten Stücken von 1.000 Euro. Senior Preferred Bonds können hierzulande seit Juli emittiert werden und gelten durch ihre Vorrangigkeit im Insolvenzfall als besonders sicher, so die Deutsche Börse AG.
Im Handel mit Fremdwährungsanleihen in Türkischer Lira verbuche die ICF Bank ansehnliche Bewegung in beide Richtungen. "Unterm Strich nutzen spekulative Anleger das niedrige Niveau zum Einstieg", schätze Brunner. Feiertagsbedingt halte sich die türkische Währung gegenüber dem Euro um sieben Lira recht stabil.
Eine mit 1,75 Prozent verzinste HOCHTIEF-Anleihe bewege weiterhin die Anlegergemüter. Die eingestürzte Brücke in Genua gehöre dem italienischen Straßenbetreiber Autostrade. Dieser wiederum gehöre zu Atlantia, die mit dem spanischen Albertis-Konzern und HOCHTIEF fusionieren möchten.
Das Interesse an zwei neuen Commerzbank-Bonds halte sich Daniel zufolge bislang in Grenzen. Die teilstaatliche Bank habe diese Woche 1,75 Milliarden Euro in einer Stückelung von 1.000 Euro über den Kapitalmarkt aufgenommen. Für eine fünfjährige Anleihe (ISIN DE000CZ40M21 / WKN CZ40M2) biete die Commerzbank jährlich 0,5 Prozent, ein zehn Jahre laufender Wert (ISIN DE000CZ40M39 / WKN CZ40M3) bringe 1,5 Prozent.
Abgabedruck registriere Daniel für griechische Anleihen, nachdem Hellas in die finanzielle Unabhängigkeit entlassen worden sei. (24.08.2018/alc/a/a)
Im Rahmen des jährlichen Stelldicheins wichtiger Notenbanker mit hochrangigen Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft in Jackson Hole werde der Chef der Federal Reserve nach Meinung von Arthur Brunner am Nachmittag mehr Klarheit über die erwartete Zinserhöhung im September schaffen. "Die Rede wird mit Spannung erwartet", schätze der Händler der ICF Bank. Gleichzeitig werde Powell vermutlich etwaige Zweifel an der Unabhängigkeit der US-Zentralbank aus dem Weg räumen. Diese habe Präsident Trump mit der Forderung eines niedrigeren Zinsniveaus infrage gestellt.
Bei den Auslassungen des Zentralbankers zum Thema "Anforderungen an die Geldpolitik im Umfeld sich verändernder Rahmenbedingungen im Bankensektor und bei der Regulierung" würden Marktteilnehmer laut Brunner zudem ganz genau hinhören, ob es Hinweise auf einen Tempowechsel bei weiteren Zinserhöhungen geben werde. Viele rechneten bis Sommer 2019 mit vier Anhebungen des FED Funds Rate-Zielbereichs um jeweils 25 Basispunkte auf 2,75 bis 3 Prozent. Für größere Reaktionen an den Zins- und Devisenmärkten bedürfe es nach Ansicht der HSBC einer Änderung des aktuellen Dreimonatsturnus oder einer Andeutung des absehbaren Endes der graduellen Leitzinserhöhungen. Beides würden die Analysten der Großbank aufgrund der robusten US-Wirtschaft für wenig wahrscheinlich halten.
Die hohe Verschuldung Italiens sei Thema im Bond-Handel und sorge für Abgabedruck italienischer Staatsanleihen, wie Gregor Daniel anmerke. Statista liste die derzeitigen Schulden des Landes mit 129,75 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Mit dem anstehenden Haushalt für 2019 befürchteten Anleger eine weitere Aufstockung der Verbindlichkeiten. "Aktuell liegt die Rendite zehnjähriger Papiere bei 3,08 Prozent", berechne der Händler von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank. Der Ertrag für Bundesanleihen gleicher Laufzeit käme zum Vergleich auf 0,34 Prozent.
Nach der Sommerpause würden laut Brunner die Neuemissionen steigen. Ab kommende Woche werde ein Senior Preferred Bond der Deutschen Bank im Volumen von einer Milliarde Euro an der Börse Frankfurt handelbar sein. Mit einer Laufzeit von fünf Jahren biete das Papier einen Kupon von 1,125 Prozent und komme in für Privatanleger bevorzugten Stücken von 1.000 Euro. Senior Preferred Bonds können hierzulande seit Juli emittiert werden und gelten durch ihre Vorrangigkeit im Insolvenzfall als besonders sicher, so die Deutsche Börse AG.
Im Handel mit Fremdwährungsanleihen in Türkischer Lira verbuche die ICF Bank ansehnliche Bewegung in beide Richtungen. "Unterm Strich nutzen spekulative Anleger das niedrige Niveau zum Einstieg", schätze Brunner. Feiertagsbedingt halte sich die türkische Währung gegenüber dem Euro um sieben Lira recht stabil.
Eine mit 1,75 Prozent verzinste HOCHTIEF-Anleihe bewege weiterhin die Anlegergemüter. Die eingestürzte Brücke in Genua gehöre dem italienischen Straßenbetreiber Autostrade. Dieser wiederum gehöre zu Atlantia, die mit dem spanischen Albertis-Konzern und HOCHTIEF fusionieren möchten.
Das Interesse an zwei neuen Commerzbank-Bonds halte sich Daniel zufolge bislang in Grenzen. Die teilstaatliche Bank habe diese Woche 1,75 Milliarden Euro in einer Stückelung von 1.000 Euro über den Kapitalmarkt aufgenommen. Für eine fünfjährige Anleihe (ISIN DE000CZ40M21 / WKN CZ40M2) biete die Commerzbank jährlich 0,5 Prozent, ein zehn Jahre laufender Wert (ISIN DE000CZ40M39 / WKN CZ40M3) bringe 1,5 Prozent.
Abgabedruck registriere Daniel für griechische Anleihen, nachdem Hellas in die finanzielle Unabhängigkeit entlassen worden sei. (24.08.2018/alc/a/a)
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