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Anleihen: "Frankreich-Renditen stabilisieren sich"
24.06.24 08:50
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Nach dem starken Anstieg der Risikoaufschläge französischer Staatsanleihen gegenüber deutschen hat sich die Lage zum Ende der Woche etwas stabilisiert, so die Deutsche Börse AG.
Die Aufschläge zehnjähriger französischer Staatsanleihen gegenüber deutschen seien zuvor bis auf 81 Basispunkte gestiegen, das höchste Niveau seit 2017. Am Freitagmorgen seien es nur noch 77,5 Basispunkte gewesen.
Hintergrund seien die Europawahl und die angekündigten Neuwahlen in Frankreich gewesen. "Le Pen hat zuletzt aber eher moderatere Töne angeschlagen und ihren Respekt vor den Institutionen Frankreichs betont", erkläre Anleiheanalyst Hauke Siemßen von der Commerzbank. Weiter deutlich zulegen würden die Aufschläge seiner Einschätzung nach wohl nur bei einer ernsthaften politischen Eskalation. "Die erwarten wir vorerst nicht."
Ohne Folgen sei die Ankündigung der EU vergangene Woche geblieben, gegen mehrere hochverschuldete EU-Länder Defizitverfahren einzuleiten, unter anderem Frankreich und Italien. "Niemand rechnet damit, dass es spürbare Strafen werden", kommentiere Arthur Brunner, der für die ICF Bank Anleihen handele.
Außerdem hätten vergangene Woche mehrere Notenbankentscheidungen angestanden: Die Schweizerische Nationalbank habe den Leitzins - wie erwartet - abermals gesenkt. Die Bank of England habe den Zins konstant gehalten. An den Geldterminmärkten werde eine weitere Zinssenkung der EZB bis September nun mit 50 Prozent Wahrscheinlichkeit eingepreist, wie die Deutsche Bank feststelle. Die Zinswende der US-Notenbank werde jetzt mit 70 Prozent Wahrscheinlichkeit für den 18. September erwartet. Zehnjährige Bundesanleihen hätten am Freitagmorgen mit 2,41 Prozent und damit in etwa auf dem Niveau vor einer Woche rentiert.
Im Handel mit Unternehmensanleihen sei es vergangene Woche ruhiger zugegangen. "Die Umsätze sind unterdurchschnittlich", berichte Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank. Unter Abgabedruck seien Papiere des Einzelhandelsriesen Otto geraten. "Otto hat eine angekündigte Neuemission abgesagt", berichte der Händler. In der Folge sei der 2026 fällige Bond (ISIN XS1660709616 / WKN A2GS2K) mit 3,25 Prozent-Kupon von 96 auf 92 Prozent gefallen. Auch andere Otto-Anleihen (ISIN XS1979274708 / WKN A2TR80; ISIN XS1853998182 / WKN A2LQ0B) hätten verloren. "Am 21. Juni 2024 hätten sich die Bonds etwas berappelt."
Dass die Übernahme der deutschen TenneT-Stromnetzwerke durch den Bund gescheitert sei, führe Daniel zufolge außerdem zu Kursverlusten bei Anleihen (ISIN XS2002491780 / WKN A2R2RR) des niederländischen Netzbetreibers. "Die Übernahme hätte zu einer vorzeitigen Kündigung der Anleihe geführt und war schon zum Teil eingepreist", erkläre der Händler. Auch Marcus Mielert von Oddo BHF melde Kursverluste für TenneT-Bonds. Die Bundesregierung habe mitgeteilt, dass sie die geplante Transaktion aufgrund von Haushaltsproblemen nicht stemmen könne.
Gut an kommen Brunner zufolge neue Bonds von Lufthansa mit 4 Prozent bis 2030 (ISIN XS2815984732 / WKN A383N1) und Heidelberg Materials mit 3,95 Prozent bis 2034 (ISIN XS2842061421 / WKN A383EX), so die Deutsche Börse AG. Ebenfalls gesucht: Der neue Floater (ISIN NO0013259747 / WKN A3LZ65) des finnischen Finanzdienstleisters Multitude. Der werde mit dem 3-Monats-Euribor plus 6,75 Prozent verzinst, bei einem Ausgabepreis von 97,6 Prozent. Außerdem sei die Azerion-Anleihe mit 10,658 Prozent bis 2026 um 50 Millionen auf 215 Millionen Euro aufgestockt worden. Nach unten sei es vergangene Woche für Anleihen (ISIN NO0012530965 / WKN A30V9T) der Beteiligungsgesellschaft Mutares gegangen. "Spezielle Nachrichten gibt es nicht, Hintergrund ist der fallende Aktienkurs", erkläre Brunner.
Agon Alihajdari von der Steubing AG melde gute Umsätze mit Papieren von Mercedes-Benz mit 3,5 Prozent bis 2026 (ISIN DE000A3LH6T7 / WKN A3LH6T), Grenke Finance mit 5,75 Prozent bis 2029 (ISIN XS2828685631 / WKN A3LY39), Siemens mit 2,875 Prozent bis 2028 (ISIN DE000A1UDWN5 / WKN A1UDWN) und E.ON mit 3,875 Prozent bis 2035 (ISIN XS2574873183 / WKN A30V8B) mit aktuellen Renditen von 3,2 Prozent, 5,4 Prozent, 2,8 Prozent und 3,7 Prozent. (Ausgabe vom 21.06.2024) (24.06.2024/alc/a/a)
Die Aufschläge zehnjähriger französischer Staatsanleihen gegenüber deutschen seien zuvor bis auf 81 Basispunkte gestiegen, das höchste Niveau seit 2017. Am Freitagmorgen seien es nur noch 77,5 Basispunkte gewesen.
Hintergrund seien die Europawahl und die angekündigten Neuwahlen in Frankreich gewesen. "Le Pen hat zuletzt aber eher moderatere Töne angeschlagen und ihren Respekt vor den Institutionen Frankreichs betont", erkläre Anleiheanalyst Hauke Siemßen von der Commerzbank. Weiter deutlich zulegen würden die Aufschläge seiner Einschätzung nach wohl nur bei einer ernsthaften politischen Eskalation. "Die erwarten wir vorerst nicht."
Ohne Folgen sei die Ankündigung der EU vergangene Woche geblieben, gegen mehrere hochverschuldete EU-Länder Defizitverfahren einzuleiten, unter anderem Frankreich und Italien. "Niemand rechnet damit, dass es spürbare Strafen werden", kommentiere Arthur Brunner, der für die ICF Bank Anleihen handele.
Im Handel mit Unternehmensanleihen sei es vergangene Woche ruhiger zugegangen. "Die Umsätze sind unterdurchschnittlich", berichte Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank. Unter Abgabedruck seien Papiere des Einzelhandelsriesen Otto geraten. "Otto hat eine angekündigte Neuemission abgesagt", berichte der Händler. In der Folge sei der 2026 fällige Bond (ISIN XS1660709616 / WKN A2GS2K) mit 3,25 Prozent-Kupon von 96 auf 92 Prozent gefallen. Auch andere Otto-Anleihen (ISIN XS1979274708 / WKN A2TR80; ISIN XS1853998182 / WKN A2LQ0B) hätten verloren. "Am 21. Juni 2024 hätten sich die Bonds etwas berappelt."
Dass die Übernahme der deutschen TenneT-Stromnetzwerke durch den Bund gescheitert sei, führe Daniel zufolge außerdem zu Kursverlusten bei Anleihen (ISIN XS2002491780 / WKN A2R2RR) des niederländischen Netzbetreibers. "Die Übernahme hätte zu einer vorzeitigen Kündigung der Anleihe geführt und war schon zum Teil eingepreist", erkläre der Händler. Auch Marcus Mielert von Oddo BHF melde Kursverluste für TenneT-Bonds. Die Bundesregierung habe mitgeteilt, dass sie die geplante Transaktion aufgrund von Haushaltsproblemen nicht stemmen könne.
Gut an kommen Brunner zufolge neue Bonds von Lufthansa mit 4 Prozent bis 2030 (ISIN XS2815984732 / WKN A383N1) und Heidelberg Materials mit 3,95 Prozent bis 2034 (ISIN XS2842061421 / WKN A383EX), so die Deutsche Börse AG. Ebenfalls gesucht: Der neue Floater (ISIN NO0013259747 / WKN A3LZ65) des finnischen Finanzdienstleisters Multitude. Der werde mit dem 3-Monats-Euribor plus 6,75 Prozent verzinst, bei einem Ausgabepreis von 97,6 Prozent. Außerdem sei die Azerion-Anleihe mit 10,658 Prozent bis 2026 um 50 Millionen auf 215 Millionen Euro aufgestockt worden. Nach unten sei es vergangene Woche für Anleihen (ISIN NO0012530965 / WKN A30V9T) der Beteiligungsgesellschaft Mutares gegangen. "Spezielle Nachrichten gibt es nicht, Hintergrund ist der fallende Aktienkurs", erkläre Brunner.
Agon Alihajdari von der Steubing AG melde gute Umsätze mit Papieren von Mercedes-Benz mit 3,5 Prozent bis 2026 (ISIN DE000A3LH6T7 / WKN A3LH6T), Grenke Finance mit 5,75 Prozent bis 2029 (ISIN XS2828685631 / WKN A3LY39), Siemens mit 2,875 Prozent bis 2028 (ISIN DE000A1UDWN5 / WKN A1UDWN) und E.ON mit 3,875 Prozent bis 2035 (ISIN XS2574873183 / WKN A30V8B) mit aktuellen Renditen von 3,2 Prozent, 5,4 Prozent, 2,8 Prozent und 3,7 Prozent. (Ausgabe vom 21.06.2024) (24.06.2024/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 99,50 € | 99,10 € | 0,40 € | +0,40% | 17.04./08:04 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| XS1660709616 | A2GS2K | 101,69 € | 98,75 € | |
Werte im Artikel
27.08.21
, Deutsche Börse AG
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