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Anleihen: "Baldige Zinssenkungen vom Tisch"
25.09.23 08:45
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Es herrscht schlechte Laune am Anleihe- wie am Aktienmarkt, so die Deutsche Börse AG.
"Die Aussicht auf hohe Zinsen für längere Zeit hat Anlegern die Stimmung vermiest", berichte Tim Oechsner von der Steubing AG. Dabei habe die US-Notenbank die Leitzinsen am Mittwoch letzter Woche - wie erwartet - unverändert belassen.
Anleiherenditen seien vielerorts auf Mehrjahreshochs geklettert: So sei die Rendite zehnjähriger US-Treasuries auf 4,50 Prozent gestiegen, das sei der höchste Stand seit 2007 gewesen. Zehnjährige Bundesanleihen hätten in der Spitze mit 2,78 Prozent rentiert, am Freitagmorgen seien es immer noch 2,71 Prozent gewesen.
"Der Renditeanstieg ist auf die neuen, deutlich besseren Konjunkturaussichten der FED und die aktualisierten Leitzinsprojektionen zurückzuführen," erkläre Anleiheanalyst Hauke Siemßen von der Commerzbank. Die Notenbank halte eine Rezession offenbar für immer unwahrscheinlicher. "Eine "weiche Landung" der Wirtschaft rechtfertigt im Umkehrschluss dauerhaft höhere Zinsen, um die Inflation effektiv einzudämmen." Das sehe auch Oechsner so: "Höhere Zinsen für einen längeren Zeitraum das ist die schmerzhafte Zusammenfassung der FED-Botschaft." Baldige Zinssenkungen seien erst einmal vom Tisch.
Die Bank of England, die Schweizer Nationalbank und die Bank of Japan hätten in der letzten Woche ebenfalls von einer erneuten Zinserhöhung abgesehen. Weiter Erhöhungen habe es dagegen in Schweden und Norwegen gegeben, wie bereits in der Eurozone in der Vorwoche. Laut EZB-Chefvolkswirt Philip Lane seien die Leitzinsen hier nun auf einem Niveau, das die Inflation wieder in den Zielbereich der Währungshüter bringen könne. In Stein gemeißelt sei jedoch nichts, habe Lane erklärt.
Angesichts der deutlich höheren Zinsen fänden Staatsanleihen auch bei Privatanleger*innen wieder Zuspruch: Viel gekauft würden beispielsweise Rumänien-Anleihen, wie Rainer Petz von Oddo BHF feststelle, etwa die letzte Woche emittierte mit Fälligkeit 2033 und Kupon von 6,375 Prozent (ISIN XS2689948078 / WKN A3LNGG). Arthur Brunner von der ICF Bank sehe auch viel Kaufinteresse an Staatsanleihen Italiens, Österreichs oder Deutschlands, durchaus auch Langläufer. Oechsner melde gute Nachfrage für eine bis 2026 laufende Anleihe (ISIN EU000A1U9944 / WKN A1U994) des Europäischer Stabilitätsmechanismus ESM, die aktuell 3,25 Prozent abwerfe.
Im Handel mit Unternehmensanleihen seien weiter kurze und mittlere Laufzeit sowie bekannte Namen gesucht. Beispiele seien Papiere des Autovermieters SIXT oder der Porsche Automobil Holding (ISIN XS2643320018 / WKN A351SW), wie Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank berichte. Beide seien 2027 fällig. Oechsner registriere anhaltend gute Nachfrage nach Bonds (ISIN XS2615940215 / WKN A351ML) der Porsche Automobil Holding mit Fälligkeit 2028. Alle würden um 4 Prozent rentieren.
Weiter gesucht sei Brunner zufolge die neue fünfjährige Unternehmensanleihe (ISIN NO0012888769 / WKN A30V78) des Süßwarenherstellers Katjes mit 6,75 Prozent-Kupon. Ebenfalls gefragt: Die im März emittierte Mutares-Anleihe. "Mutares hat eine Beteiligung verkauft, das hat sich positiv ausgewirkt auf den Kurs."
Volkswagen Leasing habe letzte Woche erstmals Green Bonds (ISIN XS2694872081 / WKN A3514T, ISIN XS2694872594 / WKN A3514U, ISIN XS2694874533 / WKN A3514V) begeben, und zwar in drei Tranchen im Volumen von insgesamt 2 Milliarden Euro. Sie würden bis 2026, 2029 und 2031 laufen und Kupons von 4,5 Prozent, 4,625 Prozent und 4,75 Prozent bieten. Mit einer Mindestanlagesumme von 1.000 Euro würden sie sich auch an Private richten. Das "Grüne" daran: Der Emissionserlös solle ausschließlich in Finanzierungsprodukte für rein batteriebetriebene Fahrzeuge fließen. Ebenfalls neue, privatanlegerfreundliche Anleihen (ISIN DE000A31RJZ2 / WKN A31RJZ) kämen von der Deutschen Pfandbriefbank mit 3,625 Prozent bis 2027.
Eine Neuemission (ISIN XS2695009998 / WKN A3LNVU) habe zudem Grenke Finance angekündigt: Der Leasing-Spezialist für Bürokommunikation biete 7,875 Prozent bis April 2027. Ältere Anleihen seien daraufhin unter Verkaufsdruck geraten: Daniel registriere Verkäufe der im Mai emittierten mit Laufzeit bis 2026 und Kupon von 6,75 Prozent (ISIN XS2630524986 / WKN A3LJCD). "Der Kupon der neuen Anleihe ist hoch." Auch Brunner verweise auf den "sehr hohen Kupon" des neues Bonds. Er sehe Abgaben in der noch bis 2025 laufende Anleihe (ISIN XS2155486942 / WKN A28VXK) mit 3,95 Prozent.
Noch bis diesen Montag, 12 Uhr, könne die neue Anleihe (ISIN DE000A3510K1 / WKN A3510K) des Mannheimer Rohstoff- und Bergbauunternehmen Deutsche Rohstoff gezeichnet werden. Die Laufzeit gehe bis 2028, der Kupon betrage 7,5 Prozent. Geplant sei ein Volumen von bis zu 100 Millionen Euro, die Mindestanlage betrage hier 1.000 Euro. (Ausgabe vom 22.09.2023) (25.09.2023/alc/a/a)
"Die Aussicht auf hohe Zinsen für längere Zeit hat Anlegern die Stimmung vermiest", berichte Tim Oechsner von der Steubing AG. Dabei habe die US-Notenbank die Leitzinsen am Mittwoch letzter Woche - wie erwartet - unverändert belassen.
Anleiherenditen seien vielerorts auf Mehrjahreshochs geklettert: So sei die Rendite zehnjähriger US-Treasuries auf 4,50 Prozent gestiegen, das sei der höchste Stand seit 2007 gewesen. Zehnjährige Bundesanleihen hätten in der Spitze mit 2,78 Prozent rentiert, am Freitagmorgen seien es immer noch 2,71 Prozent gewesen.
"Der Renditeanstieg ist auf die neuen, deutlich besseren Konjunkturaussichten der FED und die aktualisierten Leitzinsprojektionen zurückzuführen," erkläre Anleiheanalyst Hauke Siemßen von der Commerzbank. Die Notenbank halte eine Rezession offenbar für immer unwahrscheinlicher. "Eine "weiche Landung" der Wirtschaft rechtfertigt im Umkehrschluss dauerhaft höhere Zinsen, um die Inflation effektiv einzudämmen." Das sehe auch Oechsner so: "Höhere Zinsen für einen längeren Zeitraum das ist die schmerzhafte Zusammenfassung der FED-Botschaft." Baldige Zinssenkungen seien erst einmal vom Tisch.
Die Bank of England, die Schweizer Nationalbank und die Bank of Japan hätten in der letzten Woche ebenfalls von einer erneuten Zinserhöhung abgesehen. Weiter Erhöhungen habe es dagegen in Schweden und Norwegen gegeben, wie bereits in der Eurozone in der Vorwoche. Laut EZB-Chefvolkswirt Philip Lane seien die Leitzinsen hier nun auf einem Niveau, das die Inflation wieder in den Zielbereich der Währungshüter bringen könne. In Stein gemeißelt sei jedoch nichts, habe Lane erklärt.
Im Handel mit Unternehmensanleihen seien weiter kurze und mittlere Laufzeit sowie bekannte Namen gesucht. Beispiele seien Papiere des Autovermieters SIXT oder der Porsche Automobil Holding (ISIN XS2643320018 / WKN A351SW), wie Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank berichte. Beide seien 2027 fällig. Oechsner registriere anhaltend gute Nachfrage nach Bonds (ISIN XS2615940215 / WKN A351ML) der Porsche Automobil Holding mit Fälligkeit 2028. Alle würden um 4 Prozent rentieren.
Weiter gesucht sei Brunner zufolge die neue fünfjährige Unternehmensanleihe (ISIN NO0012888769 / WKN A30V78) des Süßwarenherstellers Katjes mit 6,75 Prozent-Kupon. Ebenfalls gefragt: Die im März emittierte Mutares-Anleihe. "Mutares hat eine Beteiligung verkauft, das hat sich positiv ausgewirkt auf den Kurs."
Volkswagen Leasing habe letzte Woche erstmals Green Bonds (ISIN XS2694872081 / WKN A3514T, ISIN XS2694872594 / WKN A3514U, ISIN XS2694874533 / WKN A3514V) begeben, und zwar in drei Tranchen im Volumen von insgesamt 2 Milliarden Euro. Sie würden bis 2026, 2029 und 2031 laufen und Kupons von 4,5 Prozent, 4,625 Prozent und 4,75 Prozent bieten. Mit einer Mindestanlagesumme von 1.000 Euro würden sie sich auch an Private richten. Das "Grüne" daran: Der Emissionserlös solle ausschließlich in Finanzierungsprodukte für rein batteriebetriebene Fahrzeuge fließen. Ebenfalls neue, privatanlegerfreundliche Anleihen (ISIN DE000A31RJZ2 / WKN A31RJZ) kämen von der Deutschen Pfandbriefbank mit 3,625 Prozent bis 2027.
Eine Neuemission (ISIN XS2695009998 / WKN A3LNVU) habe zudem Grenke Finance angekündigt: Der Leasing-Spezialist für Bürokommunikation biete 7,875 Prozent bis April 2027. Ältere Anleihen seien daraufhin unter Verkaufsdruck geraten: Daniel registriere Verkäufe der im Mai emittierten mit Laufzeit bis 2026 und Kupon von 6,75 Prozent (ISIN XS2630524986 / WKN A3LJCD). "Der Kupon der neuen Anleihe ist hoch." Auch Brunner verweise auf den "sehr hohen Kupon" des neues Bonds. Er sehe Abgaben in der noch bis 2025 laufende Anleihe (ISIN XS2155486942 / WKN A28VXK) mit 3,95 Prozent.
Noch bis diesen Montag, 12 Uhr, könne die neue Anleihe (ISIN DE000A3510K1 / WKN A3510K) des Mannheimer Rohstoff- und Bergbauunternehmen Deutsche Rohstoff gezeichnet werden. Die Laufzeit gehe bis 2028, der Kupon betrage 7,5 Prozent. Geplant sei ein Volumen von bis zu 100 Millionen Euro, die Mindestanlage betrage hier 1.000 Euro. (Ausgabe vom 22.09.2023) (25.09.2023/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 105,87 € | 105,212 € | - € | 0,00% | 17.04./11:11 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| XS2689948078 | A3LNGG | 109,75 € | 95,62 € | |
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