Erweiterte Funktionen

Abnehmender Zinsoptimismus


23.10.24 10:17
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Trotz einer an Fahrt gewinnenden Berichtssaison präsentierte sich die Anlegerschaft gestern überwiegend zurückhaltend, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

Dies habe zum einen an der Fülle der noch ausstehenden Unternehmensberichte in dieser Woche gelegen, welche in den kommenden Tagen für die ein oder andere Überraschung sorgen dürfte. Wünschenswert wäre eine Fortsetzung der bisherigen Gangart, denn zuletzt hätten im historischen Vergleich überdurchschnittlich viele US-Unternehmen die (Gewinn-)Erwartungen übertroffen.

Zum anderen habe sich die Zinsthematik in den USA einmal mehr als Unsicherheitsfaktor herausgestellt. Aufgrund zuletzt festeren Konjunkturdaten sowie Kommentaren einzelner Notenbanker habe sich jüngst ein abnehmender Zinsoptimismus in die Köpfe der Investoren eingeschlichen. Des Weiteren werde befürchtet, dass Donald Trumps wirtschaftspolitische Vorhaben im Fall seiner Wiederwahl zu einem erneuten Inflationsanstieg führen könnten. Die aktuell aufkeimenden Zinssorgen sollten jedoch zumindest hinsichtlich des nächsten Zinsentscheids Anfang November nicht überbewertet werden, zumal eine Zinssenkung in Höhe von 25 Basispunkten noch immer mit einer Wahrscheinlichkeit von 92% auf den Finanzmärkten eingepreist werde.

Angesichts der zurückgefahrenen Zinssenkungserwartungen seien die US-Aktienmärkte infolgedessen von gestiegenen US-Anleiherenditen zurückgehalten worden. Folglich hätten die Indizes den Handelstag mit lediglich marginalen Veränderungen beendet. Die europäischen Börsen hätten zwar hauptsächlich Verluste verzeichnet, diese hätten sich mit maximal einem halben Prozentpunkt zumeist in Grenzen gehalten.

An den Rohstoffmärkten habe der Ölpreis gestern fester tendiert, da eine mögliche Einigung auf einen Waffenstillstand im Nahen Osten - trotz des kürzlichen Besuchs von US-Außenminister Antony Blinken bei dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu - als unwahrscheinlich eingestuft worden sei. Des Weiteren erhoffe man sich vom zuletzt geschnürten Konjunkturpaket eine verstärkte Nachfrage nach Öl aus China. Folglich handele ein Barrel der Sorte Brent aktuell zu fast USD 76. Die geopolitischen Risiken rund um den Nahen Osten und die anstehende US-Präsidentschaftswahl hätten zudem zu einer verstärkten Nachfrage nach dem "sicheren Hafen" Gold geführt. Der Preis für eine Feinunze sei gestern erneut auf einen neuen Allzeithöchststand geklettert und notiere derzeit bei USD 2.750. Zu guter Letzt stehe der Bitcoin heute Morgen kaum verändert bei rund USD 67.600. (23.10.2024/alc/a/a)