Eintracht, in der Tat überlese ich mittlerweile sämtliche Stimmrechtsmitteilungen der großen Investmentbanken mit deren angeschlossenen Prime Brokerage Abteilungen. Also Goldman, BoA, JPM, Citi, BNP, SocGen, etc. (eine DB oder CoBa findest Du nicht mit solchen Mitteilungen, weil die kein Prime Brokerage haben). Diese Mitteilungen sind alle verwirrend und führen mE permanent zu Fehlinterpretationen in den Foren. Zumindest in meiner Denke und wenn man logisch an die Sache herangeht.
Als Beispiel: Da will Marshall Wace die Evotec Aktie short gehen, leiht sich über Goldmans Prime Brokerage Business 1% der Evotec Aktien, die Goldman zuvor von einem Blackrock ETF erhalten hat. Als Ergebnis muss sich Goldman diese 1% zurechnen lassen. Das Forum jubelt „Goldman steigt ein!“. D.h. aus einem Short (eigentlich negativ zu sehen) machen die Foren eine Referenz, dass hier die Koryphäe des Investmentbankings einen positiven View auf die Evotec Aktie und sich eingekauft hat. Das gleiche gilt bei Derivaten, Equity Swaps, Collateral Management, etc.
Es mag sein, dass da vllt auch Bestände aus den jeweiligen Asset Management Divisionen konsolidiert werden müssen (sieht man zB bei Goldmans Meldungen zu Gerresheimer), aber mE ist auzuschließen, dass die Firmen selber (also die JPMs dieser Welt) hier eine Eigenposition außerhalb eines Hedgings auf die eigene Bilanz nehmen, weil sie die Aktie so toll finden. Im Umkehrschluss macht eine JPM itself aber auch keine Gewinne, außer den Gebühren, die deren Kunden zahlen. Du kannst in diesem Zusammenhang auch gerne mal „Volcker Rule“ googlen.
Aber falls hier jemand im Forum ist, der aus diesem Business kommt oder besseres Wissen hat, ist herzlich eingeladen, sich dazu zu äußern. Mich wundert das, dass noch nie irgendein Börsenblatt oder das Handesblatt diese Story mal aufgegriffen haben und versucht haben – vllt auch mit einem Experten-Interview – das mal zu covern. Dann bräuchte ich zukünftig auch nur noch den Link posten :-). |