Riesige Nachfrage nach Streusalz von K+S - Lieferverzögerungen
Freitag, 17. Dezember 2010, 11:02 Uhr
Frankfurt (Reuters) - Die Kunden rennen dem weltgrößten Salzhersteller K+S wegen des starken Wintereinbruchs in Deutschland die Türen ein.
"Wir verzeichnen eine extrem hohe Nachfrage nach Streusalz, weshalb es vereinzelt zu Lieferverzögerungen kommt", sagte ein K+S-Sprecher. "Die Kunden bestellen im Moment wie verrückt." Engpässe bei der Verfügbarkeit gebe es derzeit aber nicht. Dazu könne es aber kommen, wenn es - wie im vergangenen Winter - über mehrere Wochen hinweg durchgehend frostig bleibt. Die K+S-Aktie stieg um 1,4 Prozent und gehörte damit zu den größten Gewinnern im Dax.
K+S arbeitet in seinen Salzwerken seit Dezember 2009 rund um die Uhr im drei Schicht-Betrieb und hat in der Salz-Sparte 120 neue Mitarbeiter eingestellt. Nach den Engpässen 2009/10, als der Wintereinbruch später einsetzte als dieses Mal, hat der Konzern zudem die Lagerkapazitäten um 100.000 auf 900.000 Tonnen aufgestockt. Zudem sind bereits mehrere Schiffsladungen aus Chile eingetroffen, wo K+S in der Atacama-Wüste Salz abbaut. In den kommenden Wochen sollen weitere Schiffsladungen eintreffen.
Zusätzlich fördert K+S im Bergwerk in Zielitz in Sachsen-Anhalt, in dem normalerweise Kali abgebaut wird, derzeit zusätzliches Salz. Aufgrund all dieser Maßnahmen sei in den nächsten Wochen nicht mit Lieferengpässen zu rechnen, sagte der K+S-Sprecher. Dass es derzeit in einigen Supermärkten und Tankstellen kein Streusalz mehr gibt, liegt also nicht an Angebotsengpässen, sondern vor allem an der Distribution. Hier werden in Deutschland zunächst Autobahnmeistereien berücksichtigt, dann die Kommunen und erst am Ende der Handel.
K+S ist 2009 durch die Milliarden-Übernahme des US-Konzerns Morton Salt zum weltgrößten Salzhersteller aufgestiegen und verfügt in Europa sowie in Nord- und Südamerika über Produktionskapazitäten von rund 30 Millionen Tonnen pro Jahr. Im vergangenen Jahr steigerte K+S seinen Umsatz in der Salzsparte - auch dank des harten Winters in Europa - um über 60 Prozent auf eine Milliarde Euro. Rund zwei Drittel des Umsatzes und einen Großteil des Gewinns macht K+S jedoch mit Kali-Düngemittel.
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