Maschinenbauer arbeiten an Kapazitätsgrenzen Niemand erwartete, dass Deutschland so stark aus der Krise kommen würde. Vor allem Unternehmen aus zyklischen Branchen produzieren am Limit. Den deutschen Maschinenbauern rennen die Kunden weiter die Türen ein. Im Mai verbuchte die als Rückgrat der deutschen Wirtschaft geltende Branche ein Plus bei den Bestellungen von 21 Prozent. Zwar seien die Krisen in der Welt an den deutschen Firmen mit 920.000 Beschäftigten nicht spurlos vorbeigegangen, erklärte der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) Ende Juni, fügte jedoch hinzu: "Eine weitere Überhitzung des Konjunkturmotors kann so vermieden werden." VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers ergänzte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters: "Wir haben nach wie vor schöne Zuwachsraten." In ökonomisch schwächelnden Ländern wie beispielsweise Griechenland, Portugal oder Spanien gebe es zwar Einbußen. "Dies haben wir aber locker allein mit der Türkei wieder reingeholt." Das Exportvolumen in die Türkei sei in den ersten vier Monaten um fast 50 Prozent gestiegen. In seiner Bedeutung für die Maschinenbauer habe das Land inzwischen Indien überholt. Auch das Geschäft mit China, der wichtigste Einzelmarkt für die Branche, laufe weiter gut. Die Wachstumsraten würden aber nicht mehr in den Himmel wachsen, da auch die im Vergleich stehenden Vorjahresmonate bereits gut waren. Zudem stießen manche Hersteller an ihre Kapazitätsgrenzen. Die Auslastung der Unternehmen, zu denen neben zahlreichen Mittelständlern auch börsennotierte Unternehmen wie ThyssenKrupp, Gildemeister, Siemens oder Gea gehören, habe zuletzt bei knapp 87 Prozent gelegen. Bei über 90 Prozent kann es zu Lieferengpässen kommen. Mit Lieferengpässen setzen sich Unternehmen aber lieber auseinander als mit Absatzproblemen. Insofern scheint der Himmel für die exportorientierten Unternehmen rosarot. Quelle: http://www.handelsblatt.com/microsite/...zen/v_microsite,4367294.html |