(Reuters) – Der Spezialchemiehersteller Lanxess erklärte am Donnerstag, dass er aufgrund des von der deutschen Regierung vorgeschlagenen Infrastrukturprogramms und der geringeren wirtschaftlichen Unsicherheit für 2026 eine allmähliche Erholung der chemischen Industrie erwartet.
Die deutsche Chemieindustrie, die drittgrößte Branche des Landes, hat seit Jahren mit einer gedämpften Nachfrage, hohen Energiekosten, Problemen in der Lieferkette und einer Konjunkturabschwächung zu kämpfen, und die Einführung von Zöllen durch US-Präsident Donald Trump hat den Druck zusätzlich erhöht.
„Die Unsicherheit hinsichtlich der Zölle wird bestehen bleiben, aber auf einem niedrigeren Niveau. Die Unsicherheit dürfte auch im nächsten Jahr bestehen bleiben, aber nicht in dem Maße, wie wir es in diesem Jahr erlebt haben”, sagte CEO Matthias Zachert in einer Telefonkonferenz mit Analysten und Journalisten.
„Im zweiten und dritten Quartal haben wir aufgrund dieser unberechenbaren Zollpolitik die größte Unsicherheit weltweit erlebt... aber es gibt auch Licht am Ende des Tunnels.”
INFRASTRUKTURFONDS KÖNNTE BRANCHE ANKURBELN, ABER ES WIRD ZEIT BRAUCHEN, SAGT CEO
Das Konjunkturprogramm für die Verteidigungs- und Industrieinfrastruktur in Deutschland werde sich 2026 auch auf die Branche auswirken, sagte Zachert.
„Die Auftragsbücher werden mehr Aufträge verzeichnen, was sich auf verschiedene Produkte wie Flammschutzmittel, Estrichbeschichtungen und Pigmente auswirken wird“, sagte er.
Er wies jedoch darauf hin, dass sich dies nicht über Nacht ändern werde, sondern dass er einen allmählichen Anstieg ohne unmittelbare Auswirkungen erwarte.
Deutschland hat eine Reihe wichtiger fiskalischer Maßnahmen zur Ankurbelung seiner Wirtschaft eingeführt, darunter einen 500 Milliarden Euro schweren Infrastrukturfonds und ein 46 Milliarden Euro schweres Steuerentlastungspaket zur Unterstützung von Unternehmen bis 2029.
„Die neue Regierung ist erst seit Mai im Amt, und es sind die verschiedenen Ebenen wie Bund, Länder und Kommunen, auf denen dies umgesetzt werden muss, damit es dann Früchte tragen kann“, fügte Zachert hinzu.
Einige europäische Chemie- und Baustoffunternehmen wie Evonik und Holcim begrüßten den Fonds Anfang dieses Monats ebenfalls und erwarten für das nächste Jahr einen Aufschwung in der chemischen Industrie und auf dem Baumarkt der Region.
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