Kriminalität in Deutschland Aktuelle Zahlen und Herausforderungen
.... Fazit: Gesellschaftliche und wissenschaftliche Bewertung von Kriminalität Kriminalität verstehen wir Menschen als negative, abzulehnende Verhaltensweisen, für die wir meist wenig Verständnis haben. Dieses Wissen und diese Einstellungen sind allerdings kaum durch eigene Erfahrungen geprägt. Einzelnen Menschen kommen nämlich nur punktuell mit Straftaten in Berührung. Das meiste Wissen schöpfen die Menschen aus den Medien und der Berichterstattung über Kriminalität. Die dort abgebildete öffentliche Debatte, die von Politik und Medien erheblich mitgeprägt wird, thematisiert Kriminalität meist in stark emotionalisierender und dramatisierender Weise. Sie trägt auf diese Weise entscheidend zu einer verzerrten Wahrnehmung der Kriminalitätswirklichkeit in der Bevölkerung bei. So gehen etwa die meisten Menschen davon aus, dass Kriminalität permanent zunehmen würde oder dass das Feld der Kriminalität vor allem von schwerwiegenden Straftaten geprägt wäre, auch wenn jeweils das Gegenteil der Fall ist.
Aus wissenschaftlicher Sicht ergibt sich hingegen ein sehr viel nüchternerer Blick auf das Thema: Von sozialen Normen abweichendes Verhalten beziehungsweise Kriminalität gab und gibt es in allen Gesellschaften, die wir kennen und die von sozialen Normen strukturiert sind. Eine Reduzierung von Kriminalität auf null, wie sie von der Politik als Ziel zumindest implizit häufig formuliert wird, ist nicht möglich. Gleichzeitig erfüllen Straftaten für die Gesellschaft insgesamt auch positive Funktionen: Sie weisen auf gesellschaftliche Missstände und bei übermäßigem Anstieg auf soziale Desintegration hin; der Umgang mit Normverstößen bestätigt die jeweilige soziale Norm für die Allgemeinheit und kann soziale Wertegefüge stabilisieren; Kriminalität zwingt eine Gesellschaft dazu, sich mit ihren Problemen auseinanderzusetzen und so soziale, moralische und rechtliche Normen neu zu verhandeln. https://www.bpb.de/themen/innere-sicherheit/...litaet-in-deutschland/ |