wie das Hornberger Schießen https://www.swp.de/suedwesten/landespolitik/...schichte-20750609.html
Das "Hornberger Schießen" und seine Geschichte
Es gibt sechs Ortschaften im Land, die den Namen Hornberg tragen. Aber nur in einer hat das "Hornberger Schießen" stattgefunden. Sie liegt im mittleren Schwarzwald im Ortenaukreis, idyllisch im engen Tal der Gutach.
13. August 2015, 00:00 Uhr•Hornberg Von PETRA WALHEIM
Landsknecht und Narr stehen für das "Hornberger Schießen" auf dem Stadtbrunnen. 1 / 2
Landsknecht und Narr stehen für das „Hornberger Schießen“ auf dem Stadtbrunnen. © Foto: Fotos: Petra Walheim
Wenn die Landsknechte bei den Aufführungen auf der Freilichtbühne aus allen Rohren feuern, knallt es ordentlich im Tal und hebt die 750 Zuschauer fast von ihren Sitzen. Für den Kanonendonner wird echtes Schwarzpulver verwendet. 1 / 2
Wenn die Landsknechte bei den Aufführungen auf der Freilichtbühne aus allen Rohren feuern, knallt es ordentlich im Tal und hebt die 750 Zuschauer fast von ihren Sitzen. Für den Kanonendonner wird echtes Schwarzpulver verwendet. © Foto: Fotos: Tourist-Information Hornberg/ Petra Walheim
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Dahin wurde das "Schießen" verortet, weil zu allen anderen Gemeinden die Kulisse nicht passt, die in der Geschichte erwähnt wird. Wie das genau war beim "Hornberger Schießen", ist ebenso unklar wie die Entstehung der Geschichte. Sicher ist nur, dass der Spruch "Das geht aus wie das Hornberger Schießen" bis weit über das Schwarzwald-Städtchen hinaus bekannt ist. Gemeint damit ist, dass ein Ereignis mit viel Getöse angekündigt wird - und nichts dabei herauskommt.
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble ist einer, der den Spruch gerne mal anbringt. Ihm ist er besonders geläufig, weil er aus Gengenbach stammt, einem Ort einige Kilometer weiter talabwärts, und weil er als Kind bei den Freilicht-Aufführungen der Schieß-Geschichte als Statist mitgewirkt hat, ebenso wie sein bereits verstorbener Bruder Thomas.
Was auf der am Fuß des Schlossbergs gelegenen Freilichtbühne seit 60 Jahren aufgeführt wird, ist ein Stück von Erwin Leisinger. "Er war ein begnadeter Heimatdichter", sagt Spielleiterin Bärbel Ketterer. Ihr Schwiegervater Albert Ketterer hatte seinen Freund Leisinger überredet, das Stück zu schreiben.
Wer es gesehen hat, weiß, was es mit dem "Hornberger Schießen" auf sich hat: Es war im Jahr 1564, da kündigte sich der Herzog zum Besuch an. Nachtwächter Lauble hat es beim Lauschen im Rathaus erfahren und gleich im "Bären" beim Bier unter die Leute gebracht. Es wurde entschieden, den hohen Herrn mit donnernden Kanonenschlägen zu empfangen. Am Tag der Ankunft des Herzogs wird ein Schützenfest gefeiert und in der brütenden Hitze ordentlich gebechert.
Der Nachtwächter wird auf den Ausguck, das Schloss-Rondell, geschickt. Er soll kräftig |