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Rentenmarkt: Erhöhte Nervosität
21.10.16 07:19
Helaba
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der Konjunkturausblick in Deutschland hat sich aufgehellt, so die Analysten der Helaba.
Der ifo-Geschäftsklimaindex habe sich im September ebenso erholt gezeigt wie der ZEW-Index. Der Schreck über das Brexit-Votum sei offenbar rasch überwunden worden. Der Produktionsindex für den Euroraum sei im August mit 105,3 wieder an das Januar-Hoch von 106,0 herangerückt, während in Deutschland mit 111,4 sogar ein neuer Jahreshöchststand verzeichnet worden sei. Im Vormonatsvergleich hätten im Euroraum insbesondere Vorleistungs- und Investitionsgüter einen bemerkenswerten Zuwachs aufgewiesen. Dies mache Hoffnung, dass die seit vier Monaten stagnierende Euro-Arbeitslosenquote (10,1%) weiter abgebaut werde. Auf globaler Ebene würden die Einkaufmanagerindices ein positives Bild zeigen: Damit bestehe weiterhin eine gute Chance, dass der deutsche Export sein Vorjahresniveau übertreffe. Gegenüber dem Zeitraum Januar bis August 2015 würden die Ausfuhren eine Veränderung von +0,8% aufweisen. Die Importe lägen hingegen auf einem unveränderten Niveau.
Die Euro-Teuerung sei im September von 0,2% auf 0,4% gestiegen. Zu Jahresbeginn 2017 sei mit einem Sprung der Teuerung auf die 1%-Marke zu rechnen. Die deutsche Rate notiere bereits bei 0,7%. Die inflationsdämpfenden Effekte der Energiepreise würden immer weiter abnehmen. Die Jahresrate sei von -5,6% auf -3,0% gestiegen. Der jüngste Anstieg der Ölpreise auf 50 US-Dollar je Barrel habe die abgeschlossene Bodenbildung bei den Energiepreisen bestätigt. Die Inflationserwartungen seien aufwärtsgerichtet. Gebremst würden sie allerdings von den anhaltend niedrigen Güter- und Dienstleistungspreisen im Euroraum. Die entsprechend ausgewiesene Jahresrate habe zuletzt bei 0,8% notiert.
Die Zeit für eine Abkehr von der expansiven Geldpolitik im Euroraum sei trotz relativ robuster Konjunktur und tendenziell steigender Teuerung allerdings noch nicht gekommen. Vielmehr sei weiterhin von einer Verlängerung des Anleihekaufprogramms auszugehen. Gerüchte über eine schrittweise Reduktion des Anleihekaufprogramms seitens der EZB hätten zuletzt zu einer spürbaren Verunsicherung der Anleger geführt. Im Mai 2013 habe ein entsprechender Hinweis von FED-Präsident Ben Bernanke bezüglich des so genannten "Tapering" in den USA ausgereicht, um die Renditen 10-jähriger US-Treasuries innerhalb von nur drei Monaten von 2% auf 3% ansteigen zu lassen. Dies scheinen die Investoren nicht vergessen zu haben, so die Analysten der Helaba.
Die Sensibilität gegenüber der grundsätzlichen Ausrichtung der Geldpolitik nehme weltweit zu. Die zuletzt ablehnende Haltung der Bank of Japan gegenüber weiter sinkenden Zinsen habe dazu ebenso beigetragen, wie die EZB-Aufforderung an die Fiskalpolitik, mehr zu tun. Es würden sich zudem Hinweise verdichten, dass die FED noch in diesem Jahr die Leitzinsen anheben werde. Deutsche Renten würden somit in unruhigem Fahrwasser bleiben. Ein großer Eisberg im fundamentalen Zahlenmeer sei gleichwohl nicht auszumachen. (Ausgabe vom 20.10.2016) (21.10.2016/alc/a/a)
Der ifo-Geschäftsklimaindex habe sich im September ebenso erholt gezeigt wie der ZEW-Index. Der Schreck über das Brexit-Votum sei offenbar rasch überwunden worden. Der Produktionsindex für den Euroraum sei im August mit 105,3 wieder an das Januar-Hoch von 106,0 herangerückt, während in Deutschland mit 111,4 sogar ein neuer Jahreshöchststand verzeichnet worden sei. Im Vormonatsvergleich hätten im Euroraum insbesondere Vorleistungs- und Investitionsgüter einen bemerkenswerten Zuwachs aufgewiesen. Dies mache Hoffnung, dass die seit vier Monaten stagnierende Euro-Arbeitslosenquote (10,1%) weiter abgebaut werde. Auf globaler Ebene würden die Einkaufmanagerindices ein positives Bild zeigen: Damit bestehe weiterhin eine gute Chance, dass der deutsche Export sein Vorjahresniveau übertreffe. Gegenüber dem Zeitraum Januar bis August 2015 würden die Ausfuhren eine Veränderung von +0,8% aufweisen. Die Importe lägen hingegen auf einem unveränderten Niveau.
Die Zeit für eine Abkehr von der expansiven Geldpolitik im Euroraum sei trotz relativ robuster Konjunktur und tendenziell steigender Teuerung allerdings noch nicht gekommen. Vielmehr sei weiterhin von einer Verlängerung des Anleihekaufprogramms auszugehen. Gerüchte über eine schrittweise Reduktion des Anleihekaufprogramms seitens der EZB hätten zuletzt zu einer spürbaren Verunsicherung der Anleger geführt. Im Mai 2013 habe ein entsprechender Hinweis von FED-Präsident Ben Bernanke bezüglich des so genannten "Tapering" in den USA ausgereicht, um die Renditen 10-jähriger US-Treasuries innerhalb von nur drei Monaten von 2% auf 3% ansteigen zu lassen. Dies scheinen die Investoren nicht vergessen zu haben, so die Analysten der Helaba.
Die Sensibilität gegenüber der grundsätzlichen Ausrichtung der Geldpolitik nehme weltweit zu. Die zuletzt ablehnende Haltung der Bank of Japan gegenüber weiter sinkenden Zinsen habe dazu ebenso beigetragen, wie die EZB-Aufforderung an die Fiskalpolitik, mehr zu tun. Es würden sich zudem Hinweise verdichten, dass die FED noch in diesem Jahr die Leitzinsen anheben werde. Deutsche Renten würden somit in unruhigem Fahrwasser bleiben. Ein großer Eisberg im fundamentalen Zahlenmeer sei gleichwohl nicht auszumachen. (Ausgabe vom 20.10.2016) (21.10.2016/alc/a/a)


