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Unternehmensanleihen der Emerging Markets auf Jahressicht im Plus


07.10.11 11:47
Fisch Asset Management

Zürich (anleihencheck.de) - Lange Zeit konnten sich Unternehmensanleihen aus den Emerging Markets den globalen Unsicherheiten entziehen, so die Experten von Fisch Asset Management.

Doch im Laufe des Septembers sei auch diese Anlageklasse in Mitleidenschaft gezogen worden.

"Seit sich die Unruhen aus der Euro-Schuldenkrise vehement auf alle Weltmärkte übertragen haben, mussten Unternehmensbonds der Schwellenländer Kursverluste hinnehmen. Besonders betroffen sind dabei Papiere von Firmen aus Osteuropa aufgrund der Nähe und den engen Handelsbeziehungen zu Mitteleuropa. Dennoch schützen Unternehmensanleihen im Segment "Investment Grade" die Investoren auf Jahressicht vor Verlusten und erfüllen den zurzeit einzig wichtigen Aspekt bei Anlegern: Sicherheit. Gemessen an einem gut diversifizierten Portfolio stehen zum Ende des dritten Quartals für das Kalenderjahr 2011 rund zwei Prozent Rendite zu Buche. Das ist nicht zuletzt im Vergleich mit High-Yield-Anleihen und deren Rückschlägen sehr erfreulich", so Philipp Good, Senior Portfolio Manager bei Fisch Asset Management.

Besser als osteuropäische Unternehmensanleihen hätten Firmenbonds aus Lateinamerika performt. Die starke Binnenwirtschaft - insbesondere in Brasilien - habe dazu geführt, dass sich die Kreditmärkte gut gehalten hätten. Ebenfalls zu den Favoriten von Good würden ausgewählte Papiere aus sicheren Staaten der Region Middle East zählen. Zum Beispiel Anleihen aus den Bereichen "Öl" und "Financial". "Banken stehen dort weitaus solider dar als europäische Finanzhäuser - wie die jüngsten Meldungen aus Frankreich und Belgien leider bestätigen", so der Fondsmanager.

Der asiatische Raum sei zwar auch keine problemfreie Zone, wie der Fall des chinesischen Unternehmens Sino-Forest (ISIN CA82934H1010/ WKN 899033) gezeigt habe, aber generell sehe Good den gelben Kontinent positiv. Als Gründe nenne er die deutlich stärkere Wirtschaftsentwicklung zahlreicher Länder bei einem wesentlich geringeren Verschuldungsgrad im Vergleich zu Europa und Amerika.

Die Unsicherheit in den Märkten habe auch bei den Unternehmensanleihen der Emerging Markets zu einem Abverkauf zugunsten der Liquidität geführt. In der Folge hätten sich die Spreads bei Anleihen im Bereich "Investment Grade" auf 370 Basispunkte ausgeweitet. Ende März seien es noch rund 200 Basispunkte gewesen.

"Anleger erhalten mit einer Ablaufrendite von über fünf Prozent pro Jahr eine sehr hohe Entschädigung in diesen unruhigen Märkten. Berücksichtigt man zudem, dass in den Kursen bereits eine Rezession eingepreist ist, zeigt sich die Attraktivität der Anlageklasse. Sobald sich die Märkte in ein ruhigeres Fahrwasser begeben und sich die angestaute Liquidität auflöst, wird ein weiterer Schub von Neuemissionen erfolgen. Und damit ergeben sich interessante Anlagechancen. Das ist auch wichtig, da die meisten Investoren einen Nachholbedarf im Anleihensegment der Schwellenländer haben. Ich bin mir aber sicher: die wachsende Notwendigkeit einer Berücksichtigung der Emerging Markets im Sinne einer weltweiten Diversifikation wird das nachhaltig ändern", so Good. (07.10.2011/alc/m/a)