SeniVita Social Estate AG mit Verlust in 2019 - Gewinn erst in 2021? - Anleihenews


07.08.20 10:00
Anleihen Finder

Brechen (www.anleihencheck.de) - Testierter Jahresabschluss 2019 - die SeniVita Social Estate AG (SSE AG) hat das Geschäftsjahr 2019 mit einem Verlust in Höhe von 8,8 Mio. Euro inklusive Sondereffekte beendet (2018: -10,4 Mio. Euro), berichtet die Anleihen Finder Redaktion.

Bereinigt um diese Effekte habe das Jahresergebnis bei -3,3 Mio. Euro (2018: -4,5 Mio. Euro) gelegen.

Hintergrund: Die Ertragslage der SSE AG sei 2019 im hohen Maße durch Bewertungskorrekturen, etwa auf Forderungen gegen Tochterunternehmen, und durch Kosten für Restrukturierung und Refinanzierungsvorhaben geprägt gewesen. Die Sonderbelastungen hätten sich auf 5,5 Mio. Euro nach 5,9 Mio. Euro im Vorjahr summiert.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr habe der Betreiber von Pflegeeinrichtungen die Gesamtleistung von 10,0 Mio. Euro auf 36,5 Mio. Euro deutlich erhöhen können. Davon seien 25,7 Mio. Euro (Vorjahr: 6,1 Mio. Euro) auf den Verkauf von Immobilien entfallen. Der Immobilienumsatz sei jedoch unter Plan geblieben, weil einige Verkäufe teilweise erst im Jahr 2020 umsatzwirksam geworden seien.

Restrukturierung der Gesellschaft

Angesichts der Verlustsituation und eines negativen Eigenkapitals per 31. Dezember 2019 habe das SSE-Management zum Ende des Geschäftsjahres eine tiefgreifende finanzielle und operative Restrukturierung der Gesellschaft eingeleitet - im Ergebnis u.a. mit der Verlängerung der Anleihe 2015/25 und einer Anpassung der Zinskonditionen.

Das Restrukturierungsprogramm zur Erhöhung der Ertragskraft, zur Verbesserung der Servicequalität für die Hausbewohner und zur Steigerung der Auslastung in den Einrichtungen werde derzeit umgesetzt, berichte die SSE AG. So seien bereits erste personelle Veränderungen im Management erfolgt und Preiserhöhungen in Häusern, die nicht kostendeckend wirtschaften w[rden, eingeleitet worden.

ANLEIHE CHECK: Die SSE-Anleihe (ISIN DE000A13SHL2 / WKN A13SHL) sei um fünf Jahre bis zum 11. Mai 2025 verlängert worden. Neben der Laufzeitverlängerung werde der Zinssatz der Anleihe von vormals 6,50% p.a. auf 8,50% p.a. erhöht. Dabei werde nach einem jährlichen Stufenplan nur ein Teil des Zinses ausgezahlt, um die Liquiditätsbelastung an die Leistungsfähigkeit der SSE während der Transformation anzupassen. Der nicht ausgezahlte Zinsanteil solle am Ende der Laufzeit als einmalige Zusatzzahlung geleistet werden. Die Anleihe habe ein platziertes Volumen von 44,6 Mio. Euro.

Ende Mai habe die SSE AG mitgeteilt, dass zur kurzfristigen Generierung zusätzlicher Finanzmittel weitere Fremdkapitalmaßnahmen eine Option seien.

Ausblick auf Corona-Jahr 2020

Die Häuser der SeniVita-Gruppe hätten die Folgen der COVID-19-Pandemie nach Angaben des Unternehmens bislang "sehr gut" bewältigt. Derzeit sei weder bei Bewohnern noch beim Pflegepersonal ein aktiver Coronafall bestätigt. In wirtschaftlicher Hinsicht sei es zu Verzögerungen beim geplanten Verkauf der Tagespflege am Standort Emmering und bei der Vermarktung der fertiggestellten Objekte in Königsberg und Weidenberg gekommen. Die Mittelzuflüsse aus dem Abverkauf von Apartments in Königsberg und Weidenberg hätten sich verzögert, würden aber nach Einschätzung des Vorstands noch im Sommer erfolgen. SeniVita verzeichne eine "gute Resonanz" im Markt, da Pflegewohnimmobilien als Anlageobjekte weiterhin sehr begehrt seien.

Dennoch gehe SeniVita auch für 2020 erneut von einem negativen Jahresergebnis in der Größenordnung des Jahres 2019 aus, vorbehaltlich weiterer negativer Einflüsse durch die Corona-Pandemie. Im folgenden Jahr 2021 sei vorgesehen, dass die Gesellschaft bei weiterhin planmäßiger Umsetzung des Restrukturierungsprogramms operativ die Ertragswende schaffen werde.

"Unser Konzept hat sich bewährt"

"Das Pflegewohnkonzept 5.0, das wir bei SeniVita verfolgen, ist eine innovative Alternative zu klassischen stationären Pflegeeinrichtungen. Unser Baukastensystem aus Miete eines Apartments, ambulanter Pflege und Tagespflege ermöglicht ein selbstbestimmtes Leben auch bei Hilfe- und Pflegebedürftigkeit. Dieses Konzept hat sich gerade in den vergangenen Monaten der Corona-Krise als leistungsstark bewährt. Um es profitabel betreiben zu können, werden wir allerdings an unseren internen Schwächen arbeiten und unsere Konditionen teilweise auf Marktniveau anpassen müssen. Denn seniorengerechtes Wohnen und gute Pflege müssen einen angemessenen Preis haben. Dieses Postulat aus der Corona-Krise darf nicht in Vergessenheit geraten", sage Dr. Horst Wiesent, Vorstandsvorsitzender der SeniVita Social Estate AG.

Den kompletten Beitrag finden Sie hier. (News vom 06.08.2020) (07.08.2020/alc/n/a)