Erweiterte Funktionen
Renditen auf Bundesanleihen nach misslungener Emission deutlich gestiegen
25.11.11 08:45
BayernLB
München (anleihencheck.de) - Nach dem Anstieg der Risikoprämien auf Staatsanleihen Frankreichs, der Niederlande, Belgiens, Österreichs und Finnlands in der Vorwoche sind in der abgelaufenen Woche auch die Renditen auf Bundesanleihen nach einer misslungenen Emission am Mittwoch deutlich gestiegen, so die Analysten der BayernLB.
Zwar lägen diese aktuell weiter auf sehr niedrigem Niveau und würden eine negative Realverzinsung für Investoren bedeuten. Am Status der Bundesanleihen als "sicherer Hafen" würden sich aber erste Risse zeigen. Grund hierfür sei wohl vor allem die anhaltende Diskussion über den Weg aus der Staatsschuldenkrise.
Die diskutierten Modelle, sowohl ein stärkeres Engagement der EZB als auch eine (Teil) Vergemeinschaftung der Staatsschulden über die Ausgabe gemeinsamer Anleihen, würden ein höheres Haftungsrisiko für Deutschland bedeuten. Dieses werde am Anleihemarkt zunehmend berücksichtigt. Allerdings dürften auch die generelle Zurückhaltung der Investoren hinsichtlich Anlagen im Euroraum sowie der späte Zeitpunkt im Jahr zu dem schwachen Emissionsergebnis beigetragen haben.
Mit der Präsentation des Grünbuchs der EU-Kommission am Mittwoch habe die Debatte über Eurobonds an Dynamik gewonnen. Zwar habe Bundeskanzlerin Merkel eine rasche Einführung solcher Anleihen erneut abgelehnt. Auch ein Bekenntnis der EZB zu unlimitierten Interventionen, und damit zu einer Monetarisierung der Staatsschulden, sei nach jüngsten Äußerungen von Seiten der Notenbank vorerst vom Tisch. Der Druck auf die Bundesregierung aus anderen europäischen Ländern dürfte bei steigenden Risikoaufschlägen aber zunehmen.
Wohl auch aus diesem Grund hätten Kanzlerin Merkel und der französische Präsident Sarkozy angekündigt, noch vor der nächsten Sitzung des Europäischen Rates am 9. Dezember Vorschläge für eine Änderung der EU-Verträge zur Einführung automatischer Sanktionsmechanismen bei Defizitverstößen und eines Durchgriffsrechtes der EU-Kommission auf die nationalen Haushaltspläne vorzulegen. Automatische Sanktionen müssten die disziplinierende Wirkung der Kapitalmarktzinsen ersetzen und würden in Regierungskreisen als Voraussetzung für eine Zustimmung Deutschlands zu einer gemeinschaftlichen Haftung für Staatsanleihen gelten.
Allerdings seien die politischen Hürden zur Einführung von Eurobonds unverändert sehr hoch und ein langwieriger Ratifikationsprozess lasse deren Einsatz zur Lösung der aktuellen Schuldenkrise als ungeeignet erscheinen. Auch deshalb sei es wichtig, dass die Beschlüsse vom 26. Oktober zur Hebelung der EFSF rasch und konsequent umgesetzt werden, um die EZB bei der Stabilisierung der Anleihemärkte abzulösen. Mit rund 2% der Wirtschaftsleistung des Euroraumes sei das Volumen der von der EZB gehaltenen Anleihen im Vergleich zur FED oder der Bank of England zwar weiterhin gering.
Eine deutliche Ausweitung des Interventionsvolumens dürfte eine vollständige Sterilisierung der freigesetzten Liquidität aber erschweren. Im Fall von Zweifeln der Investoren an der Feuerkraft der EFSF könnte der EZB-Rat die EFSF aber temporär als Partner bei Offenmarktgeschäften akzeptieren und so eine Rückabsicherung hinsichtlich des zur Verfügung stehenden Volumens liefern. Hierzu sei die Zustimmung des EZB-Rates ausreichend.
Auf konjunktureller Seite dürften die in der kommenden Woche veröffentlichten Daten für die USA eine Fortsetzung des derzeitigen moderaten Expansionstempos anzeigen. Im Euroraum sollten wichtige Frühindikatoren auf einen Rückgang der Wirtschaftsleistung im Winter hindeuten. In Deutschland dürfte die Befragung der Haushalte erneut auf eine robuste Konsumnachfrage hinweisen, die vom stabilen Arbeitsmarkt gestützt werde. (25.11.2011/alc/m/a)
Zwar lägen diese aktuell weiter auf sehr niedrigem Niveau und würden eine negative Realverzinsung für Investoren bedeuten. Am Status der Bundesanleihen als "sicherer Hafen" würden sich aber erste Risse zeigen. Grund hierfür sei wohl vor allem die anhaltende Diskussion über den Weg aus der Staatsschuldenkrise.
Die diskutierten Modelle, sowohl ein stärkeres Engagement der EZB als auch eine (Teil) Vergemeinschaftung der Staatsschulden über die Ausgabe gemeinsamer Anleihen, würden ein höheres Haftungsrisiko für Deutschland bedeuten. Dieses werde am Anleihemarkt zunehmend berücksichtigt. Allerdings dürften auch die generelle Zurückhaltung der Investoren hinsichtlich Anlagen im Euroraum sowie der späte Zeitpunkt im Jahr zu dem schwachen Emissionsergebnis beigetragen haben.
Wohl auch aus diesem Grund hätten Kanzlerin Merkel und der französische Präsident Sarkozy angekündigt, noch vor der nächsten Sitzung des Europäischen Rates am 9. Dezember Vorschläge für eine Änderung der EU-Verträge zur Einführung automatischer Sanktionsmechanismen bei Defizitverstößen und eines Durchgriffsrechtes der EU-Kommission auf die nationalen Haushaltspläne vorzulegen. Automatische Sanktionen müssten die disziplinierende Wirkung der Kapitalmarktzinsen ersetzen und würden in Regierungskreisen als Voraussetzung für eine Zustimmung Deutschlands zu einer gemeinschaftlichen Haftung für Staatsanleihen gelten.
Allerdings seien die politischen Hürden zur Einführung von Eurobonds unverändert sehr hoch und ein langwieriger Ratifikationsprozess lasse deren Einsatz zur Lösung der aktuellen Schuldenkrise als ungeeignet erscheinen. Auch deshalb sei es wichtig, dass die Beschlüsse vom 26. Oktober zur Hebelung der EFSF rasch und konsequent umgesetzt werden, um die EZB bei der Stabilisierung der Anleihemärkte abzulösen. Mit rund 2% der Wirtschaftsleistung des Euroraumes sei das Volumen der von der EZB gehaltenen Anleihen im Vergleich zur FED oder der Bank of England zwar weiterhin gering.
Eine deutliche Ausweitung des Interventionsvolumens dürfte eine vollständige Sterilisierung der freigesetzten Liquidität aber erschweren. Im Fall von Zweifeln der Investoren an der Feuerkraft der EFSF könnte der EZB-Rat die EFSF aber temporär als Partner bei Offenmarktgeschäften akzeptieren und so eine Rückabsicherung hinsichtlich des zur Verfügung stehenden Volumens liefern. Hierzu sei die Zustimmung des EZB-Rates ausreichend.
Auf konjunktureller Seite dürften die in der kommenden Woche veröffentlichten Daten für die USA eine Fortsetzung des derzeitigen moderaten Expansionstempos anzeigen. Im Euroraum sollten wichtige Frühindikatoren auf einen Rückgang der Wirtschaftsleistung im Winter hindeuten. In Deutschland dürfte die Befragung der Haushalte erneut auf eine robuste Konsumnachfrage hinweisen, die vom stabilen Arbeitsmarkt gestützt werde. (25.11.2011/alc/m/a)


