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Januar war äußerst turbulenter Monat für ungarische Anleihen
07.02.12 15:29
Pioneer Investments Austria
Wien (anleihencheck.de) - Ein äußerst turbulenter Monat war der Januar für ungarische Anleihen, so die Experten von Pioneer Investments Austria.
Nachdem die Regierung Orban mit Jahreswechsel ihr umstrittenes und von IWF und EU heftig kritisiertes Notenbankgesetz beschlossen habe, sei es zu einer wahren Flucht aus ungarischen Assets zu Beginn des Monats gekommen. Sogar über einen baldigen Default des Landes sei spekuliert worden. Mit Fitch habe auch die dritte große Ratingagentur das Rating Ungarns auf Sub-Investment Grade gesenkt.
Erst nachdem die EU ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Ungarn eingeleitet habe, habe die Regierung eingelenkt und versprochen, die beanstandeten Gesetzestexte zu ändern. Auch die Gespräche mit dem IWF wolle man bald wieder aufnehmen und zu einem positiven Abschluss bringen. Dies habe dann für eine deutliche Entspannung am Kapitalmarkt und eine Rally ungarischer Anleihen gesorgt. Die Renditen für ungarische Staatsanleihen, die zwischendurch bei über 11% gelegen hätten, seien bis zum Monatsende wieder auf unter 9% gefallen. In ihrer mit Spannung erwarteten Zinsentscheidung, bei der eigentlich mit einer weiteren Zinserhöhung gerechnet worden sei, habe die ungarische Notenbank in einer knappen Entscheidung den Leitzins unverändert bei 7% gelassen.
Polnische Anleihen hätten nur kurzfristig unter den ungarischen Problemen gelitten. Vielmehr habe eine mit 4,6% zurückgehende Inflationsrate sowie der sich generell verbessernde Ausblick für Polen für eine gute Performance polnischer Anleihen im Januar gesorgt. Die Renditen seien um bis zu 30 Basispunkte tiefer gesunken. Auch die polnische Zentralbank habe den Leitzins in diesem Monat unverändert gelassen (womit aber gerechnet worden sei).
Sehr freundlich sei die Stimmung am tschechischen Markt gewesen: Sowohl am Primärmarkt als auch am Sekundärmarkt habe rege Nachfrage nach Anleihen geherrscht, nachdem Zinserhöhungen in Tschechien für dieses Jahr sehr unwahrscheinlich erscheinen würden.
Trotz einer 2011 wieder deutlich angestiegenen Inflationsrate von 10,5% (das Ziel der Notenbank habe bei 5,5% gelegen) hätten türkische Anleihen im Januar eine schöne Performance erzielen können. Hauptgrund dafür sei wohl der wieder zurückgekehrte Optimismus auf den internationalen Kapitalmärkten gewesen. Vor allem kurzlaufende türkische Anleihen hätten davon deutlich profitiert. Trotz der angezogenen Inflation habe die Notenbank den Leitzins nicht erhöht, sie scheine die Inflation eher über den Wechselkurs zu bekämpfen. (Ausgabe Februar 2012) (07.02.2012/alc/m/a)
Nachdem die Regierung Orban mit Jahreswechsel ihr umstrittenes und von IWF und EU heftig kritisiertes Notenbankgesetz beschlossen habe, sei es zu einer wahren Flucht aus ungarischen Assets zu Beginn des Monats gekommen. Sogar über einen baldigen Default des Landes sei spekuliert worden. Mit Fitch habe auch die dritte große Ratingagentur das Rating Ungarns auf Sub-Investment Grade gesenkt.
Polnische Anleihen hätten nur kurzfristig unter den ungarischen Problemen gelitten. Vielmehr habe eine mit 4,6% zurückgehende Inflationsrate sowie der sich generell verbessernde Ausblick für Polen für eine gute Performance polnischer Anleihen im Januar gesorgt. Die Renditen seien um bis zu 30 Basispunkte tiefer gesunken. Auch die polnische Zentralbank habe den Leitzins in diesem Monat unverändert gelassen (womit aber gerechnet worden sei).
Sehr freundlich sei die Stimmung am tschechischen Markt gewesen: Sowohl am Primärmarkt als auch am Sekundärmarkt habe rege Nachfrage nach Anleihen geherrscht, nachdem Zinserhöhungen in Tschechien für dieses Jahr sehr unwahrscheinlich erscheinen würden.
Trotz einer 2011 wieder deutlich angestiegenen Inflationsrate von 10,5% (das Ziel der Notenbank habe bei 5,5% gelegen) hätten türkische Anleihen im Januar eine schöne Performance erzielen können. Hauptgrund dafür sei wohl der wieder zurückgekehrte Optimismus auf den internationalen Kapitalmärkten gewesen. Vor allem kurzlaufende türkische Anleihen hätten davon deutlich profitiert. Trotz der angezogenen Inflation habe die Notenbank den Leitzins nicht erhöht, sie scheine die Inflation eher über den Wechselkurs zu bekämpfen. (Ausgabe Februar 2012) (07.02.2012/alc/m/a)


