Beate Uhse AG: Fruchtet die strategische Neuausrichtung? - Anleihenews


28.11.16 09:00
Anleihen Finder

Brechen (www.anleihencheck.de) - Erste kleine Fortschritte. Derzeit ist die Situation bei der Beate Uhse AG von der Umsetzung strategischer Maßnahmen im Konzern geprägt, berichtet die Anleihen Finder Redaktion.

Das zeige sich auch an den Zahlen des dritten Quartals, die der Erotik-Konzern heute veröffentlicht habe. Insgesamt liege der Umsatz nach neun Monaten deutlich unter dem Ergebnis des Vorjahres, die operativen Kennzahlen würden sich hingegen verbessert zum Vorjahr zeigen. Von Anlegerseite werde dem Unternehmen trotz Neuausrichtung und neuem CEO noch nicht allzu viel zugetraut, der Anleihe-Kurswert bleibe weiterhin im Keller - aktuell bei 23 Prozent.

Operatives Ergebnis verbessert

Auf Ergebnisseite seien laut Beate Uhse erste Effekte aus der eingeleiteten Neuausrichtung zu erkennen, so liege das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) im dritten Quartal 2016 bei minus 0,6 Millionen Euro nach minus 4,5 Millionen Euro im dritten Quartal 2015. Das EBITDA habe auf plus 0,5 Millionen Euro (Q3 2015: minus 0,5 Millionen Euro) verbessert werden können.

Positiv auf die Ergebnissituation hätten sich laut Unternehmen - neben der Einstellung des Kataloggeschäfts - vor allem die Fokussierung auf margenträchtigere Umsätze im Bereich E-Commerce sowie der Verkauf der Entertainmentsparte Ende September 2016 im Rahmen eines Asset-Deals ausgewirkt. Demgegenüber habe jedoch insbesondere die Entwicklung im Großhandel das Konzernergebnis belastet.

Umsatz deutlich geringer

Der Umsatz liege, was nach Angaben des Unternehmens auch einer bewussten Umsatzbereinigung und Fokussierung auf margenträchtigere Umsätze im Onlinehandel geschuldet sei, bei 25,5 Millionen Euro im dritten Quartal 201625 (Q3/2015: 30,6 Millionen Euro). Geringe Umsätze im Einzelhandel aufgrund des verstärkten Wettbewerbs durch den Onlinehandel sowie die gesunkene Nachfrage im Bereich Großhandel hätten zusätzlich zum Umsatzrückgang beigetragen, berichte die Beate Uhse AG.

Prognose für Gesamtjahr

Der Vorstand rechne für das Gesamtjahr 2016 auf Basis des bisherigen Geschäftsverlaufs sowie der Erwartungen für das vierte Quartal nach wie vor mit Umsätzen von 105 bis 110 Millionen Euro. Auf der Ergebnisseite werde an der zuletzt abgegebenen Prognose für das operative Ergebnis (EBIT) im unteren Bereich des recht großen Plankorridors von minus 1,0 bis plus 2,0 Millionen Euro festgehalten.

Unternehmensanleihe notiere bei 23 Prozent

ANLEIHE CHECK: Die Unternehmensanleihe 2014/19 (ISIN DE000A12T1W6 / WKN A12T1W) der Beate Uhse AG habe ein Gesamtvolumen von 30 Millionen Euro und sei mit einem jährlichen Zinskupon in Höhe von 7,75 Prozent ausgestattet. Die Anleihe laufe regulär bis Juli 2019. Aktuell notiere die Erotik-Anleihe bei 23 Prozent (Schlusskurs: 25.11.2016). Fast im kompletten Jahresverlauf 2016 habe der Anleihe-Kurswert unter 40 Prozent gelegen.

Verwirrung um Zinszahlung: Die Beate Uhse AG habe Anfang Juli 2016, die am 09. Juli 2016 fällige Zinszahlung der Beate Uhse-Anleihe im Volumen von rund 2,25 Millionen Euro verschoben. Das habe für großes Aufsehen bei Anlegern und Kapitalmarktexperten gesorgt. Die Zinszahlung sei dann aber am 22. Juli 2016 (innerhalb der 14-Tage-Frist) nachgeholt worden. Die Mittel für die Zinszahlung seien dabei im Wesentlichen aus der Aufnahme eines neuen Darlehens gekommen.

Neuer Kapitän

Am 29. September 2016 sei Herr Nathan van Rijn mit Wirkung zum 3. Oktober 2016 als Chief Executive Officer (CEO) in den Vorstand berufen worden und vervollständige diesen mit Cornelis Vlasblom (CFO) und Dennis van Allemeersch (COO).

INFO: Die Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2015 habe am 27. Oktober 2016 am Sitz der Gesellschaft in Hamburg stattgefunden. Die Aktionäre und Aktionärsvertreter hätten ein Grundkapital von 54,43 Prozent nach 54,59 Prozent in 2015 vertreten. Die Beschlüsse zu den Punkten der Tagesordnung, darunter die Entlastung von Vorstand und Aufsichtstrat sowie die Wahl des Abschlussprüfers, seien mit einer großen Mehrheit von jeweils über 97 Prozent gefasst worden.

Den kompletten Beitrag mit Kennzahlen (IFRS) finden Sie hier. (News vom 25.11.2016) (28.11.2016/alc/n/a)