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Attacke auf Indexriesen: Morningstar startet eigene Bond-Barometer


24.05.19 13:00
FONDS professionell

Wien (www.anleihencheck.de) - Die Fondsratinggesellschaft Morningstar hat eine eigene Serie von Anleihe-Barometern gestartet, so die Experten von "FONDS professionell".

Diese würden alle wichtigen Bondmärkte wie Staats-, Unternehmens- und Wandelanleihen sowie inflationsindexierte und forderungsbesicherte Wertpapiere abdecken, teile das Unternehmen mit. Zudem würden die Messlatten die Entwicklung der jeweiligen Anleihenmärkte in wichtigen Ländern und Kenregionen wie den USA, Japan, Europa, Australien sowie den Emerging Markets widerspiegeln.

Die neuen Indices sollten sowohl als Vergleichsmaßstäbe für aktive Manager dienen, aber auch als Baustein für die Konstruktion eines Portfolios taugen, heiße es in der Mitteilung. Bei der Entwicklung sei daher ein Mittelweg eingeschlagen worden zwischen einer möglichst breiten Abdeckung des Marktes einerseits und andererseits der Möglichkeit, dass Anleger auch in die zugrundeliegenden Wertpapiere investieren könnten. Die Barometer seien also eindeutig dafür gedacht, als Basis für Produkte wie börsengehandelte Indexfonds (ETFs) zu dienen.

Damit greife Morningstar die etablieren Indexanbieter wie MSCI, S&P Dow Jones oder FTSE Russell sowie Bloomberg an. Mit dem enormen Wachstum passiver Investments würden deren Marktbarometer nicht mehr nur die Funktion eines Vergleichsmaßstabs einnehmen, sondern würden über entsprechende Produkte selbst zu Investmentvehikeln. Vom ETF-Boom würden auch die Indexanbieter selbst profitieren: Sie würden Lizenzgebühren für die Nutzung der Barometer kassieren.

Die weltweit größten Architekten von Indices, die von ETFs genutzt würden, seien MSCI und S&P Dow Jones. Danach würden mit Abstand FTSE Russell sowie Bloomberg folgen. Morningstar spiele hier keine größere Rolle - noch. Die Gesellschaft habe auf Aktienmärkte bereits Indices lanciert und stelle diese zum Teil kostenlos oder für Produktanbieter zu deutlich günstigeren Konditionen zur Verfügung als die etablierten Akteure.

"Wir glauben, dass eine demokratischere Verteilung von Information dazu führt, dass im Investment-Ökosystem die gleichen Spielregeln gelten", erkläre Sanjay Arya, Leiter der Indexabteilung von Morningstar. "Um bessere Investmentleistungen zu erbringen, müssen Anleger die Marktmechanismen bis in die Tiefe verstehen können."

Dass Newcomer im Indexgeschäft durchaus Chancen auf einen Durchbruch hätten, sei bereits bewiesen. So habe der Indexfonds-Gigant Vanguard bereits im Jahr 2012 zahlreiche seiner Fonds auf Barometer des Center for Research in Security Prices (CRSP) der Universität in Chicago umgestellt - auch wegen der geringeren Kosten. Das CRSP rangiere mit fünf Prozent Marktanteil mittlerweile auf Rang sechs der Barometerbauer für Indexfonds. Zunehmend würden aber Asset Manager auch damit beginnen, selbst Indices zu entwickeln. (24.05.2019/alc/n/a)