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2012 ist Qualität Trumpf
09.01.12 14:36
J.P. Morgan Asset Management
Frankfurt (anleihencheck.de) - "2012 ist Qualität bei der Geldanlage Trumpf", sagt Dan Morris, Stratege von J.P. Morgan Asset Management, und rechnet für das neue Jahr zwar mit einem geringeren weltweiten Wachstum, eine Rezession sieht er trotz der großen globalen Verunsicherung indes nicht.
Sicherlich würden viele Investoren weiterhin auf Europa schauen. Auch wenn das vergangene Jahr die Eurozone vor große Herausforderungen gestellt habe, werde das Jahr 2012 erste Besserungen zeigen. In den USA sei das beherrschende Thema die bevorstehende Präsidentschaftswahl im November. Da hier entgegen den historischen Erfahrungen kaum mit fiskalpolitischem Rückenwind zu rechnen sei, werde die amerikanische Wirtschaft den Aufschwung aus eigener Kraft vorantreiben müssen.
Aktuell gehe die amerikanische Zentralbank (FED) von einem Wirtschaftswachstum zwischen 2 bis 2,5 Prozent aus. Insgesamt würden die Experten von J.P. Morgan ein weltweites Wirtschaftswachstum von 2,1 Prozent prognostizieren. Mit einem Plus von 4,7 Prozent würden die Emerging Markets der weltweite Wachstumstreiber bleiben, während die entwickelten Nationen gerade mal eine Steigerung ihrer wirtschaftlichen Aktivitäten von 1,2 Prozent erzielen dürften.
"Gemessen an ihren Kurs-Gewinn-Verhältnissen sind Aktien aus Europa und USA deutlich unterbewertet", habe Aktienexperte Tilmann Galler von J.P. Asset Management in Frankfurt gesagt. Dabei betone Galler, dass US-Titel gegenüber ihrem langfristigen Durchschnitt mit einem Abschlag von 23 Prozent gehandelt und Aktien aus Europa und Großbritannien mehr als 30 Prozent unter ihren historischen Bewertungen notieren würden. Stratege Morris favorisiere insofern hochwertige Aktien von großen Unternehmen mit attraktiven Dividendenrenditen.
Auch Aktienexperte Galler sei davon überzeugt, dass 2012 das Jahr der Dividendentitel sein wird: "Substanzwerte schlagen den Markt im historischen Vergleich. Dieser Effekt ist vor allem den Dividenden zu verdanken. Auch für Anleger, die regelmäßige Einnahmen anstreben, eignen sich diese Papiere, da die Ausschüttung meist die aktuelle Inflationsrate übertrifft." Ein weiteres Augenmerk lege Galler auf die Ausschüttungsquote. Sie zeige, wie hoch die ausgeschüttete Dividendensumme am Gesamterfolg des Unternehmens sei. Dieser liege bei US-Unternehmen gerade mal bei 26 Prozent.
"Selbst in unruhigen Marktphasen können diese Unternehmen ihren Dividendenverpflichtungen nachkommen", erkläre der Aktienexperte. Während die Dividendenrendite amerikanischer Unternehmen im Schnitt bei 2,2 Prozent liege, würden europäische Substanzwerte Anlegern mehr als 4,6 Prozent in Aussicht stellen.
Aber auch Unternehmensanleihen sollten Anleger in ihrer Auswahlentscheidung bedenken, rate JPMAM-Stratege Morris. Denn während Staatsanleihen aus den USA oder aus Deutschland im aktuell niedrigen Zinsumfeld nur eine geringe Rendite böten, könnten viele Anleihen von Unternehmen aus den Bereichen Investment-Grade und High Yield mit deutlich attraktiveren Verzinsungen aufwarten. Investment-Grade-Anleihen seien qualitativ sehr hochwertige Papiere, die von den Ratingagenturen mindestens mit dem Qualitätssiegel BBB- ausgezeichnet würden. Die Bonitätseinstufung von High-Yield-Anleihen liege darunter.
"Anleger sollten entsprechend ihrer Risikotoleranz in den Anleihesegmenten Papiere von Unternehmen in Betracht ziehen, deren Bilanzen schon über die vergangenen Jahre stark waren", empfehle Michael Mewes, Anleiheexperte von J.P. Morgan Asset Management in Frankfurt. Während er in Europa große international aufgestellte Unternehmen aus defensiven Sektoren bevorzuge, liege sein Augenmerk in den USA insbesondere auf Anleihen von Unternehmen, die hohe Cash-Flows erzielen, über eine starke Eigenkapitalquote verfügen würden und dabei auch aus dem Segment unter dem Investment-Grade kommen dürfen.
Noch risikofreudigeren Anlegern rate Morris zu Anleihen aus den Schwellenländern. Doch auch hier gelte es, auf Qualität zu achten. Deswegen empfehle Anleiheexperte Mewes primär hochwertige Papiere in Betracht zu ziehen - Papiere, die von den Ratingagenturen im Investment-Grade-Bereich eingestuft würden. "Während einige entwickelte Wirtschaftsnationen im vergangenen Jahr von den Ratingagenturen herabgestuft wurden, konnten wir in den Emerging Markets eine gegenläufige Entwicklung feststellen. Dieser positive Trend wird sich in diesem Jahr weiter fortsetzen", sei Mewes überzeugt und verweise auf die guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
"Hierbei gewinnen vor allem Anleihen, die in lokaler Währung begeben werden, mehr und mehr an Bedeutung", erläutere er und ergänze: "Viele aufstrebende Wirtschaftsnationen haben ihre Hausaufgaben gemacht und ihre Schulden im Griff." Ein anderes Bild zeige sich beim Blick auf die etablierten Wirtschaftsnationen, die ihre Schuldenberge weiter anhäufen würden, während die Verschuldung vieler Emerging Markets sinke. Weiteres Plus: Die demografische Entwicklung sei intakt. Neben den sich permanent verbessernden Rahmenbedingungen würden die höheren Renditen für eine Depotbeimischung sprechen. So würden Emerging-Market-Papiere in Lokalwährung bei rund 6,5 Prozent rentieren, während Hartwährungsanleihen von Ländern aus den aufstrebenden Nationen rund 3 Prozent zahlen würden.
Zwar hätten sich Aktien aus den Schwellenländern den Kursentwicklungen der internationalen Märkte 2011 nicht entziehen können und das Jahr im Minus abgeschlossen. Dennoch sollten Aktien aus den Emerging Markets in 2012 wieder zu ihrer Wachstumsstärke zurückfinden und attraktive Kursgewinne erzielen können. "Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den Emerging Markets sind intakt", habe JPMAM-Stratege Morris gesagt. Insofern sollten Aktien von Unternehmen, die auf die heimische Wirtschaft setzen würden, gute Erträge erzielen können.
Auch unter Bewertungsaspekten würden Aktien aus den aufstrebenden Wirtschaftsnationen attraktiv erscheinen, wisse Aktienexperte Galler: "Mit einem Preis Buch-Verhältnis von 1,5 sind Aktien aus den Schwellenländern sehr günstig bewertet." Er verweise darauf, dass dieser Indikator in den vergangenen 20 Jahren für Anleger mit einem Anlagehorizont von mindestens zwölf Monaten immer ein klares Kaufsignal dargestellt habe.
Die uneinheitliche weltweite wirtschaftliche Entwicklung und die Verunsicherung vieler Marktteilnehmer sollten Anleger bei ihren Investitionsentscheidungen beachten. Morris resümiere insofern: "Hochwertige Papiere, egal ob Aktien oder Renten, bieten in einem solchen Umfeld ein attraktives Chance-Risiko-Verhältnis". (09.01.2012/alc/m/a)
Sicherlich würden viele Investoren weiterhin auf Europa schauen. Auch wenn das vergangene Jahr die Eurozone vor große Herausforderungen gestellt habe, werde das Jahr 2012 erste Besserungen zeigen. In den USA sei das beherrschende Thema die bevorstehende Präsidentschaftswahl im November. Da hier entgegen den historischen Erfahrungen kaum mit fiskalpolitischem Rückenwind zu rechnen sei, werde die amerikanische Wirtschaft den Aufschwung aus eigener Kraft vorantreiben müssen.
Aktuell gehe die amerikanische Zentralbank (FED) von einem Wirtschaftswachstum zwischen 2 bis 2,5 Prozent aus. Insgesamt würden die Experten von J.P. Morgan ein weltweites Wirtschaftswachstum von 2,1 Prozent prognostizieren. Mit einem Plus von 4,7 Prozent würden die Emerging Markets der weltweite Wachstumstreiber bleiben, während die entwickelten Nationen gerade mal eine Steigerung ihrer wirtschaftlichen Aktivitäten von 1,2 Prozent erzielen dürften.
"Gemessen an ihren Kurs-Gewinn-Verhältnissen sind Aktien aus Europa und USA deutlich unterbewertet", habe Aktienexperte Tilmann Galler von J.P. Asset Management in Frankfurt gesagt. Dabei betone Galler, dass US-Titel gegenüber ihrem langfristigen Durchschnitt mit einem Abschlag von 23 Prozent gehandelt und Aktien aus Europa und Großbritannien mehr als 30 Prozent unter ihren historischen Bewertungen notieren würden. Stratege Morris favorisiere insofern hochwertige Aktien von großen Unternehmen mit attraktiven Dividendenrenditen.
Auch Aktienexperte Galler sei davon überzeugt, dass 2012 das Jahr der Dividendentitel sein wird: "Substanzwerte schlagen den Markt im historischen Vergleich. Dieser Effekt ist vor allem den Dividenden zu verdanken. Auch für Anleger, die regelmäßige Einnahmen anstreben, eignen sich diese Papiere, da die Ausschüttung meist die aktuelle Inflationsrate übertrifft." Ein weiteres Augenmerk lege Galler auf die Ausschüttungsquote. Sie zeige, wie hoch die ausgeschüttete Dividendensumme am Gesamterfolg des Unternehmens sei. Dieser liege bei US-Unternehmen gerade mal bei 26 Prozent.
"Selbst in unruhigen Marktphasen können diese Unternehmen ihren Dividendenverpflichtungen nachkommen", erkläre der Aktienexperte. Während die Dividendenrendite amerikanischer Unternehmen im Schnitt bei 2,2 Prozent liege, würden europäische Substanzwerte Anlegern mehr als 4,6 Prozent in Aussicht stellen.
"Anleger sollten entsprechend ihrer Risikotoleranz in den Anleihesegmenten Papiere von Unternehmen in Betracht ziehen, deren Bilanzen schon über die vergangenen Jahre stark waren", empfehle Michael Mewes, Anleiheexperte von J.P. Morgan Asset Management in Frankfurt. Während er in Europa große international aufgestellte Unternehmen aus defensiven Sektoren bevorzuge, liege sein Augenmerk in den USA insbesondere auf Anleihen von Unternehmen, die hohe Cash-Flows erzielen, über eine starke Eigenkapitalquote verfügen würden und dabei auch aus dem Segment unter dem Investment-Grade kommen dürfen.
Noch risikofreudigeren Anlegern rate Morris zu Anleihen aus den Schwellenländern. Doch auch hier gelte es, auf Qualität zu achten. Deswegen empfehle Anleiheexperte Mewes primär hochwertige Papiere in Betracht zu ziehen - Papiere, die von den Ratingagenturen im Investment-Grade-Bereich eingestuft würden. "Während einige entwickelte Wirtschaftsnationen im vergangenen Jahr von den Ratingagenturen herabgestuft wurden, konnten wir in den Emerging Markets eine gegenläufige Entwicklung feststellen. Dieser positive Trend wird sich in diesem Jahr weiter fortsetzen", sei Mewes überzeugt und verweise auf die guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
"Hierbei gewinnen vor allem Anleihen, die in lokaler Währung begeben werden, mehr und mehr an Bedeutung", erläutere er und ergänze: "Viele aufstrebende Wirtschaftsnationen haben ihre Hausaufgaben gemacht und ihre Schulden im Griff." Ein anderes Bild zeige sich beim Blick auf die etablierten Wirtschaftsnationen, die ihre Schuldenberge weiter anhäufen würden, während die Verschuldung vieler Emerging Markets sinke. Weiteres Plus: Die demografische Entwicklung sei intakt. Neben den sich permanent verbessernden Rahmenbedingungen würden die höheren Renditen für eine Depotbeimischung sprechen. So würden Emerging-Market-Papiere in Lokalwährung bei rund 6,5 Prozent rentieren, während Hartwährungsanleihen von Ländern aus den aufstrebenden Nationen rund 3 Prozent zahlen würden.
Zwar hätten sich Aktien aus den Schwellenländern den Kursentwicklungen der internationalen Märkte 2011 nicht entziehen können und das Jahr im Minus abgeschlossen. Dennoch sollten Aktien aus den Emerging Markets in 2012 wieder zu ihrer Wachstumsstärke zurückfinden und attraktive Kursgewinne erzielen können. "Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den Emerging Markets sind intakt", habe JPMAM-Stratege Morris gesagt. Insofern sollten Aktien von Unternehmen, die auf die heimische Wirtschaft setzen würden, gute Erträge erzielen können.
Auch unter Bewertungsaspekten würden Aktien aus den aufstrebenden Wirtschaftsnationen attraktiv erscheinen, wisse Aktienexperte Galler: "Mit einem Preis Buch-Verhältnis von 1,5 sind Aktien aus den Schwellenländern sehr günstig bewertet." Er verweise darauf, dass dieser Indikator in den vergangenen 20 Jahren für Anleger mit einem Anlagehorizont von mindestens zwölf Monaten immer ein klares Kaufsignal dargestellt habe.
Die uneinheitliche weltweite wirtschaftliche Entwicklung und die Verunsicherung vieler Marktteilnehmer sollten Anleger bei ihren Investitionsentscheidungen beachten. Morris resümiere insofern: "Hochwertige Papiere, egal ob Aktien oder Renten, bieten in einem solchen Umfeld ein attraktives Chance-Risiko-Verhältnis". (09.01.2012/alc/m/a)


