MOSKAU (Dow Jones-VWD)--Ein kurzfristiger Lizenzentzug für die wichtigste operative Fördergesellschaft der Yukos Oil Co, Moskau, ist offenbar vom Tisch. Das für Rohstoffe zuständige Ministerium habe die Entscheidung über die Förderlizenz für die Yukos-Tochter Yuganskneftegaz auf unbestimmte Zeit verschoben, berichtet die russische Nachrichtenagentur Prime-Tass am Donnerstag unter Berufung auf einen Ministeriumsvertreter. Ursprünglich hatte das Thema am Donnerstag auf der Tagesordnung Anzeige gestanden. Möglicherweise gibt es einen Zusammenhang mit der kurzfristig zu erwartenden Bewertung des Ölförderers durch die Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein.
Auf deren Basis wollen Gerichtsvollstrecker Yuganskneftegaz verkaufen, um die noch ausstehenden Steuerschulden des Mutterkonzerns von 1,2 Mrd USD aus dem Jahr 2000 zu begleichen. Unterdessen hat der viertgrößte russische Ölförderer OAO Surgutneftegaz indirekt angedeutet, dass er bei der Verwertung von Yuganskneftegaz nicht mit von der Partie sein wird. Es sei nicht geplant, weitere Vermögenswerte von Yukos zu übernehmen, hieß es von dem Ölförderer, dem eine politische Nähe zum russischen Präsidenten Wladimir Putin nachgesagt wird.
Surgutneftegaz hat im Grundsatz bereits der Übernahme einer Förderinfrastruktur zugestimmt, die eine Yukos-Tochter beim Talakan-Feld in der sibirischen Provinz Jakutien errichtet hat. Der stellvertretende Surgutneftegaz-Generaldirektor Sergej Fjodorow hatte sich am Dienstag noch ausweichend geäußert, als er gefragt wurde, ob sein Unternehmen für Yuganskneftegaz mitbieten werde.
Von Seiten der Reederei OAO Wolgotanker kam am Donnerstag eine für den angeschlagenen Ölkonzern entlastende Meldung: Yukos habe die Transportrechnungen bis einschließlich Ende Oktober im voraus bezahlt, sagte ein Sprecher. Wolgotanker transportiert bis zum Saisonende Im späten November täglich etwa 100.000 Barrel Erdöl für Yukos. -Von Geoffrey T. Smith und Larisa Naumenko, Dow Jones Newswires; +49 (0) 6196 405 395; unternehmen.de@dowjones.com (ENDE) Dow Jones Newswires/30.9.2004/DJN/rio/nas
O P T I  |