Man mag von der Institution des Papstes und der Kirche denken was man mag. Aber der Ratzinger ist sichelich intellektuell gesehen ein ziemliches Kaliber. Ich glaube nicht, dass er ein leichter Gegner wäre in einem Streitgespräch. Seine 1. Enzyklika hab ich mir mal ausgedruckt und weitgehend durchgelesen. Er weiß wirklich auf hohem Nieveau zu argumentieren, versteht einiges von Textaufbau und kann seine Thesen - ohne jede Naivität - vertreten.
Das, was kiiwii in seinem posting oben zur Sozialarbeit geschrieben hat, ist im Prinzip die knappe Essenz dessen, was Ratzinger in der oben geposteten Predigt tatsächlich gesagt hat - nur die wenigsten haben wohl das wirklich gemerkt, weil er es in wesentlich schönere Worte zu packen verstand, als kiiwii, und weil er es eingepackt hat in einen Bezug auf den Jakobus, den "Linken" und "Humanisten" unter den Apostelbriefschreibern. Das hat er sehr geschickt gemacht. Er ist streng konservativ, weiß seine Strenge aber so geschickt herzuleiten und mit besänftigendem Beiwerk auszuschmücken, dass die meisten plötzlich glauben, sie könnten eine Geisteswende hin zu liberaleren Haltungen bei ihm feststellen. Womöglich sind die Leute einfach nicht gewöhnt, dass einer aus der Kirche nicht wie ein einfacher Schafshirte mit naiven Bildern daherkommt, sondern von "blendender" Intellektualität ist. Man sollte ihn jedenfalls nicht unterschätzen.
Gruß BarCode |