brauche ich,wenn ich etwas beurteilen will, wenigstens irgendeine durchschaubare Anzahl von Fakten und Zahlen. Daran hat sich meine Kritik oben aufgehängt: dass der Zahlenwald und die Defininitionen so langsam einen undurchdringbaren Dschungel bilden, der zu völlig willkürlichen Schlüssen führt. Mal ein Beispiel mit Extremzahlen zur Veranschaulichung.
Wenn aus einer definierten Gruppe von 100 10% straffällig werden, habe ich es mit 10 Straftätern zu tun. Wenn im Jahr drauf 15% straffällig werden, dann ist das prozentual ein enormer Anstieg. Allerdings nominal gesamtgesellschaftlich eine eher lässliche Größe von 5 Leuten mehr. Wenn ich die Gruppe so definiere, dass sie eine Million umfasst, dann ist der Anstieg von 10% auf 15% natürlich deutlich relevanter, weil es sich immerhin um 50.000 mehr Straftäter handelt. Bei gleichem prozentualem Anstieg.
Komplizierter wird es, wenn die zu Grunde liegende Zahl sich dramatisch verändert. Wenn die Gruppe im Jahr 2015 100.000 Leute umfasst und davon 10% straffällig werden, dann geht es um 10.000 Straftäter. Wenn die Größe der Gruppe sich verzehnfacht, also die Bezugsgröße nun 1 Mio. ist, diese aber nur noch 5% Straftäter ausweist, also 50.000, dann hab mehrere Kennzahlen, die mehrere Interpretationen zulassen. Z.B.:
1. Die Zahl der Straftäter hat sich verfünffacht. Dramatisch!!! Wir gehen unter! 2. Der %-Anteil der Straftäter hat sich halbiert. Toll!!! Alles wird besser.
Beide "Fakten" stimmen. Beide Interpretationen letztlich auch.
Die ungefähre "Wahrheit" dagegen liegt irgendwo dazwischen...
----------- Alles ist relativ. |