in einen nationalen Spieler verwandelt Manchmal müssen Investoren die Katze im Sack kaufen. Über die neue Westgrund sind nur wenige Details bekannt. Aber wer immer wartet, bis es offizielle Stellungnahmen oder Research von großen Banken gibt, dem entgeht eine Menge vom möglichen Aufwärtspotenzial.
Völlig neuer Konzern. Bei der Westgrund AG hat sich in den vergangenen Monaten enorm viel getan. Das meiste davon spielte sich hinter den Kulissen ab, so dass der Börsenkurs die Chancen der Firma nicht widerspiegelt. Noch im Jahr 2006 übernahm die Schweizer Vermögensverwaltung Marivag 75 Prozent der Anteile an Westgrund vom Bankhaus Lampe. Im Zuge des Deals kaufte Marivag dem Bankhaus Forderungen von 6,5 Millionen Euro ab, auf die die Schweizer dann verzichteten. Dadurch war der Immobilienkonzern auf einen Schlag schuldenfrei.
Kurz darauf brachte die Kölner Unternehmerfamilie Leffin durch eine Sachkapitalerhöhung ihre Immoleto GmbH ein. Bei erfahrenen Börsianern klingelt es jetzt schon: Es handelt sich um die Familie von Marc Leffin, dem Vorstand und Gründer der höchsterfolgreichen Vivacon AG.
Die neue Westgrund wird in Zukunft ein wesentlich größeres Rad drehen. Bisher konzentrierte sich das Unternehmen auf Wohn- und Gewerbeimmobilien in Nordrhein-Westfalen. Jetzt soll bundesweit zugeschlagen werden. Ins Auge gefasst werden dabei gute Kleinstadtlagen – ein Segment, das von den großen internationalen Investoren noch vernachlässigt wird. Dabei sollen ganze Betreiberunternehmen zu günstigen Preisen übernommen und dann zu größeren Einheiten verschmolzen werden. Diese wiederum können dann mit Paketaufschlag verkauft werden.
Noch im Jahr 2007 stehen der Westgrund laut Unternehmens-Website 100 Millionen Euro für Investitionen zur Verfügung. Mit dieser Summe können erfahrene Immobilienspezialisten einen Profit von zehn Prozent realisieren. Das wäre ein Gewinn von rund zehn Millionen Euro. Unter Berücksichtigung aller Kapitalmaßnahmen liegt die Marktkapitalisierung bei dem heutigen Kurs von 50 Euro umgerechnet bei 90 Millionen Euro. Das entspräche einem günstigen Kurs-Gewinn-Verhältnis von neun. Ein weiterer Satz der Web-Seite macht Appetit auf mehr: Aus Westgrund soll ein Milliardenkonzern geschmiedet werden. Das wollen viele. Aber nur Marc Leffin, einer der Hauptanteilseigner, hat bei Vivacon schon bewiesen, dass er das kann. |