Virgin lanciert eigenes Online-Musikgeschäft Kommerzielle Flüge ins All ab dem Jahr 2007 sev. London, 27. September
Virgin Digital, eine Tochtergesellschaft von Richard Bransons Virgin Group, hat am Montag eine eigene Online-Musik-Datenbank lanciert. Virgin Digital offeriert eine grosse Datenbank mit mehr als 1 Mio. Songs und bietet unter www.virgindigital.com die Möglichkeit, für 99 US-Cent Titel via Computer herunterzuladen oder für $ 7.99 pro Monat ein Abonnement zu lösen, welches das Abspielen von über 100 000 Musikalben erlaubt. Vorerst ist der neue Service in den USA lanciert, Virgin kündigte aber an, das Angebot auf andere Länder ausweiten zu wollen. Virgin dringt mit dem Online-Musikgeschäft in einen zunehmend vollen Markt ein.
Die Konkurrenz hat sich positioniert Klarer Marktführer ist der beliebte iTunes Store von Apple. Der Computerhersteller hat über seinen Online-Shop in den vergangenen Monaten bereits mehr als 125 Mio. Stücke verkauft und hält nach eigenen Angaben 70% des Marktes für legal heruntergeladene Musik. Dabei wird der Marktführer aber inzwischen von Unternehmen konkurrenziert, die ebenfalls grosse Mittel zur Verfügung haben. So hat Microsoft in diesem Monat eine Testversion ihres eigenen Online- Shops lanciert, das Webportal Yahoo hat angekündigt, für 160 Mio. $ den Musikvertrieb Musicmatch zu kaufen. Weitere Anbieter sind neben den illegalen Tauschbörsen Rhapsody von RealNetworks und Napster, das mittlerweile dem Unternehmen Roxio gehört. Experten prognostizieren, dass der kommerzielle Markt für Online- Musik allein in den USA von 100 Mio. $ im Jahr 2003 bis 2009 auf 1,7 Mrd. $ wachsen wird.
Virgin ist offenbar trotz der Konkurrenz überzeugt, einen schönen Marktanteil gewinnen zu können. Der Markt habe ein enormes Wachstumspotenzial und sei keinesfalls saturiert, erklärte Zack Zalon, Chef von Virgin Digital, am Montag. Obwohl das Unternehmen relativ spät in den Markt kommt, sind die Karten nicht endgültig verteilt. Virgin kann es sich als grosser Musik- Detaillist nicht leisten, den Markt kampflos der Konkurrenz zu überlassen. Zack Zalon bezeichnete den Vorstoss als langfristig ausgelegt. Es gehe nicht darum, im kommenden Monat profitabel zu werden. Virgin wolle aber in den kommenden fünf Jahren zu einem gewichtigen Spieler werden, hiess es. Dabei will sich Virgin Digital die Hilfe anderer Unternehmen der Virgin- Gruppe zunutze machen. So soll etwa Richard Bransons neue Reality-Fernsehshow, die im November auf dem News-Corp.-Netz anläuft, Werbung für den Dienst machen. Trotz der grossen Auswahl hat Virgin Digital allerdings einen eklatanten Schönheitsfehler: Das Angebot ist zwar mit 50 verschiedenen Digital-Playern kompatibel, darunter auch Microsofts «Play for Sure». Der äusserst erfolgreiche iPod von Apple gehört allerdings nicht dazu. Die grosse Gruppe der iPod-Käufer fällt somit als potenzielle Kundschaft komplett unter den Tisch.
Für 110 000 Pfund ins All Richard Branson hat noch höher fliegende Ambitionen. Der britische Milliardär kündigte ebenfalls an, ab 2007 kommerzielle Flüge ins Weltall anzubieten. Die Flüge sollen bis zu drei Stunden dauern, für Gruppen von bis zu fünf Personen geeignet sein und den Passagieren die Erfahrung von Schwerelosigkeit erlauben. Pro Person soll der Flug 110 000 £ kosten. Die neue Gesellschaft Virgin Galactic rechnet mit 3000 Passagieren in den ersten fünf Jahren. Branson kündigte weiter an, bis zu 100 Mio. $ investieren und beim Jungfernflug mit an Bord sein zu wollen. |