Bush will Europäer bei G8-Gipfel wegen flauen Wachstums mahnen
SAVANNAH/SEA ISLAND (dpa-AFX) - US-Präsident George W. Bush will seinen G8-Kollegen aus Europa beim Gipfeltreffen auf Sea Island wegen des flauen Wirtschaftswachstums im Euro-Raum auf die Finger klopfen. Das sagte eine US-Regierungsbeamtin am Dienstag, einen Tag vor den Wirtschaftsgesprächen der Staats- und Regierungschefs aus den USA, Kanada, Japan, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Russland im US-Bundesstaat Georgia.
Die Aussichten seien so rosig wie seit Jahren nicht mehr. 2004/2005 werde die Weltwirtschaft voraussichtlich so stark wachsen wie seit Ende der 70er Jahre nicht mehr, sagte die Beamtin. Darauf werde Bush verweisen, und Japan ausdrücklich zu dem Aufschwung gratulieren. "Die große Ausnahme ist die Euro-Zone", sagte die Beamtin. Bush werde die Kollegen mahnen, die Strukturreformen voranzutreiben, auf den Arbeitsmarkt, bei den Pensionskassen und im Gesundheitsbereich. Die Länder müssten die Phase des globalen Aufschwungs nutzen, diese Reformen durchzusetzen.
ÖLPREIS STEHT NICHT AUF DER TAGESORDNUNG
Das Thema Haushaltsdefizite werde in der eineinhalbstündigen Diskussion auch angesprochen, sagte die Beamtin. Die Bush-Regierung hatte bei Amtsantritt einen Haushalt mit schwarzen Zahlen übernommen. Mit der milden Rezession 2001, massiven Steuersenkungen und den Kriegen in Afghanistan und dem Irak ist daraus ein Rekorddefizit von mehr als 500 Milliarden Dollar geworden. Die Regierung hat versprochen, das Defizit innerhalb von fünf Jahren zu halbieren.
Das Thema Ölpreise steht nach US-Angaben nicht auf der Tagesordnung. Es bleibe den Staats- und Regierungschefs natürlich unbenommen, die Energiepreise dennoch anzusprechen./oe/DP/he mfG rübe  |