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Trickserei mit Gas-Umlage: Konstruktionsfehler offenbar schwerwiegender als bekannt Konzerne mit Milliardengewinnen haben die Umlage beantragt – und manche wollen auch noch daran verdienen. Durch eine Ungenauigkeit könnte das legal sein.
Düsseldorf Die umstrittene Gasumlage hat offenbar einen weiteren kritischen Konstruktionsfehler. Die Umlage, die kriselnde Gashändler vor der Insolvenz bewahren sollte, wird nicht nur von Unternehmen in Anspruch genommen, die keine staatliche Hilfe benötigen. Diese könnten sogar versuchen, mit der Umlage Zusatzgewinne zu erwirtschaften, wie es in Branchenkreisen heißt.
Die Firmen könnten demnach höhere Kosten in Rechnung stellen, als sie tatsächlich haben. Dem Handelsblatt ist mindestens ein Fall bekannt, in dem ein Unternehmen dies versuchen will.
Die Gasumlage soll Importeure dafür entschädigen, dass sie ausfallende Gaslieferungen aus Russland am Markt zu deutlich höheren Preisen ersetzen müssen. Wie viel Geld die Händler bekommen, soll anhand der tagesaktuellen Preise des jeweiligen Monats errechnet werden.
Diese liegen beispielsweise für Oktober, also dem Monat, ab dem die Gasumlage erhoben wird, zurzeit bei 300 Euro die Megawattstunde (MWh). Das sind aber in einigen Fällen wohl nicht die Preise, die Importeure tatsächlich für die Ersatzbeschaffung bezahlen. |