Berlin - "Noch nie hat der Westen, haben die USA diesen brandgefährlichen Konflikt so vernachlässigt, noch nie war das sogenannte Nahost-Quartett, also die USA, die EU, die Uno und Russland, so wenig engagiert", sagte Joschka Fischer in einem Interview der "Zeit" über die Krise im Nahen Osten. "Wenn wir weiter die Hände in den Schoß legen" und es nicht zu einer energischen diplomatischen Offensive komme, könne aus den einzelnen Krisenherden des Nahen Ostens "schnell eine gewalttätige, nicht mehr beherrschbare Konfrontation in der Region entstehen", sagte der Grünen-Politiker.
Skeptisch äußerte sich Fischer zu einem Einsatz internationaler Truppen im Libanon. "Nur ein robustes Mandat mit robusten Fähigkeiten könnte vielleicht etwas Positives erreichen. Aber das Risiko wäre gewaltig", sagte Fischer. "Ich glaube, dass politischer Druck auf die Radikalen und das Engagement für einen Neustart von Verhandlungen sehr viel wichtiger sind."
Aus: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,427503,00.html |