http://www.bundesfinanzministerium.de/nn_55228/DE/..._Spritpreis.html Wie setzt sich der Spritpreis zusammen?
Grundlagenwissen zum Benzinpreis und seiner Entwicklung
Montage: Mann zieht Geldschein aus Portemonnaie, Auto wird betankt Quelle: Bundesministerium der Finanzen Wie setzt sich der Spritpreis zusammen?
Benzin ist teurer geworden, das steht fest. Aber woran liegt dies? Wir haben für Sie die häufigsten Fragen gesammelt und beantwortet. Wie setzt sich der Spritpreis zusammen?
Die Steuern [Glossar] machen zwar etwa zwei Drittel des Spritpreises aus. Bis auf die Mehrwertsteuer [Glossar], die sich prozentual am Gesamtpreis bemisst, ist der Energiesteueranteil jedoch fix.
Hinzu kommen der so genannte Produkteinstandspreis und der Deckungsbeitrag der Mineralölkonzerne. Beide unterliegen Schwankungen, die wirtschaftlich bedingt sind.
Die Kosten für einen Liter Benzin setzen sich wie folgt zusammen:
* Produkteinstandspreis: Preis, zu dem die Ware importiert wird. Er richtet sich nach der Entwicklung auf den internationalen Ölmärkten. * Deckungskosten: Sie entfallen auf die Mineralölkonzerne. Die Summe deckt die Kosten der Konzerne und ihren Gewinn ab. Darin enthalten ist auch der Anteil für den gesetzlichen Bevorratungsverband von rund einem halben Cent. Falls es eine Krise gibt, sichert er einen Ölvorrat, der 90 Tage reichen soll. * Energiesteuer [Glossar] (früher „Mineralölsteuer [Glossar]“): Darin enthalten ist seit 1999 die Ökosteuer [Glossar]. Die Höhe der Energiesteuer unterscheidet sich nach Treibstoffart. Die umweltverträglichsten Energieträger besteuert der Staat am geringsten. Flüssiggas als Kraftstoff: rd. 18 Cent/kg Erdgas: rd. 18, Cent/kg Diesel: 47,04 Cent/Liter Benzin: 65,45 Cent/Liter * Mehrwertsteuer in Höhe von 19 Prozent: Sie wird erhoben auf den Warenpreis und die Energiesteuer.
Verdient der Staat am höheren Spritpreis?
Die Spritpreise sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Der Vorwurf, der Staat verdiene daran kräftig mit, ist aber falsch. Mit rund 40 Milliarden Euro [Glossar] jährlich ist die Energiesteuer, die unter anderem auf Benzin und Diesel anfällt, für den Bund zwar die wichtigste Verbrauchsteuer. Ein hoher Preis regt aber dazu an, weniger Kraftstoff zu verbrauchen. Wenn weniger verbraucht wird, sinken auch die Einnahmen des Staates aus der Energiesteuer.
Zudem ist die Energiesteuer ein fester Betrag. Von dem Jahr 1999 bis zum Jahr 2003 erhöhte der Staat diese Abgabe moderat in fünf Stufen – für einen Liter Benzin etwa von 50,1 auf 65,45 Cent. Die ökologische Steuerreform war damit abgeschlossen. Seit 2003 hat sich die Energiesteuer auf Kraftstoffe nicht mehr erhöht.
Unabhängig von der Energiesteuer fällt auf den Spritpreis noch Umsatzsteuer [Glossar] an. Weil Umsatzsteuer prozentual berechnet wird, liegt sie tatsächlich höher, je teurer der Sprit ist. Aber es ist falsch, daraus zu schließen, dass der Staat deshalb insgesamt mehr Umsatzsteuer einnehmen würde.
Die Rechnung ist einfach: Jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden. Was die Verbraucher mehr an Umsatzsteuer an der Tankstelle bezahlen, geben sie an anderer Stelle weniger für den Konsum aus. Im Endeffekt bleibt das Steueraufkommen [Glossar] aus der Umsatzsteuer für den Staat gleich. Weder im Hinblick auf die Konjunktur [Glossar], noch auf Steuereinnahmen hat der Staat ein Interesse an hohen Kraftstoffpreisen.
Übrigens ist der Steueranteil am Spritpreis seit Einführung der Ökologischen Steuerreform sogar prozentual zurückgegangen. Bei Diesel sank er von 1999 bis 2006 von 72 auf 54 Prozent. Seitdem macht der steigende Rohölpreis einen immer größeren Anteil an den Tankstellenpreisen aus. Was macht der Staat mit den Einnahmen aus der Ökosteuer?
Was der Staat durch die Ökosteuer seit 1999 mehr bekommt, investiert die Bundesregierung sinnvoll. Fast alle Einnahmen aus der Ökosteuer kamen der Rentenkasse zugute. Ohne die Ökosteuer wären die Beitragssätze zur Rentenversicherung um circa 1,7 Prozent höher. Damit sorgt die Ökosteuer für niedrige Lohnnebenkosten [Glossar] – und erhöht die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Warum ist der Spritpreis so stark gestiegen?
Der Anstieg der Spritpreise ist vor allem den höheren Kosten für Rohöl geschuldet. Ein Hauptgrund dafür ist, dass auf dem Weltmarkt immer mehr Rohöl nachgefragt wird, das Angebot aber nicht steigt. Besonders aufstrebende Staaten wie China treiben die Nachfrage zusätzlich in die Höhe – und damit den Preis. ----------- Vorsicht, lesen gefährdet ihre Dummheit |