Gesundheitspolitik: Was derzeit wirklich passiert

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neuester Beitrag:  19.05.08 21:20
eröffnet am: 12.02.08 01:07 von: rolo Anzahl Beiträge: 65
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12.02.08 01:07 #1 Gesundheitspolitik: Was derzeit wirklich passiert
Gerade bei Nachdenkseiten gefunden. Langer, sehr langer Text. Aber wirklich lohnenswert.

Ich bin 38 Jahre alt und Allgemeinarzt mit einer gut gehenden Hausarztpraxis in Neuötting, Oberbayern, geistig gesund und ein völlig normaler Bürger mit einer Lebensgefährtin und einem 15 Monate altem Sohn, bin seit 12 Jahren Gemeinderat und seit sechs Jahren Kreisrat der CSU, einer Partei, die sicherlich weit entfernt ist vom Ruf, linkspolitische und revolutionäre Gedanken zu pflegen. Es ist nicht meine Aufgabe, solche Texte zu schreiben und es gibt in Deutschland Tausende, die dies besser, packender und erheblich vollständiger schaffen und wenigstens einer von denen sollte das auch tun.
Ich bin von tiefstem Herzen Demokrat und, wie mir in den letzten Tagen bewusst geworden ist, ein hoffnungsloser Idealist. Ich habe nicht mehr gemacht, als mir selbst die Frage zu beantworten, warum wir niedergelassenen Ärzte, Hausärzte und Fachärzte aussterben sollen, obwohl sich an der Charakteristik unseres Berufes und der Faszination für die nachfolgende Generation nichts geändert hat; der Wunsch dazu kam mit Sicherheit nicht aus der Bevölkerung, nicht von unseren Patienten. Von Jan Erik Döllein.


Hier gehts weiter...


Quelle: www.nachdenkseiten.de

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"Ehrgeiz ist die letzte Zuflucht der Erfolglosen"

Bewertung:
13

12.02.08 01:44 #2 ein klasse artikel!
12.02.08 01:48 #3 Jammern auf hohem Niveau
Ich dacht,die durchschnittliche Hausarztpraxis bringt so um die 175.000 p.a.
Da dürfte ja noch einiges für den Dottore übrig bleiben.

 
12.02.08 01:50 #4 linie, darum geht's da nicht.
12.02.08 01:52 #5 Unterschwellig aber doch wieder die alte Leier
12.02.08 01:55 #6 wetten, dass du den artikel
nicht durchgelesen hast
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..vor lauter globalisierung und computerisierung dürfen die schönen dinge des lebens wie kartoffeln oder eintopf kochen nicht zu kurz kommen..

in meiner rede vor den landfrauen 2004
12.02.08 01:55 #7 finde ich nicht.
ist aber sicherlich nicht so spannend wie dein rekordthread.




*g*  
12.02.08 01:56 #8 Nöö,nur schnell überschlagen
12.02.08 08:50 #9 Die Leute lesen zu wenig!
12.02.08 10:52 #10 Da siehst du es vega...die Schlagzeile machts..
und jeder der jetzt noch sagt, wir haben eine "freie" Presse, der glaubt auch an den Weihnachtsmann...
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"Ehrgeiz ist die letzte Zuflucht der Erfolglosen"
12.02.08 11:14 #11 175 k€ kann gut sein,
aber der unterschied zwischen umsatz und ergebnis ist dir schon bekannt, oder????
wenn da die hälfte übrig bleibt, wärs schon gut.

wegen mir kann der ne halbe million verdienen, wenn er mich verbünftig behandelt. zum kotzen, diese neiddebatten, bei einem berufsstand, den man nicht hoch genug schätzen kann.
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mfg
GF
Inauguriertes Mitglied der Kölsch-Gruppe
12.02.08 11:23 #12 ich lach mich tot
ich kenne keinen, der im gesundheitswesen arbeitet und schlechtes geld verdient.

die müssen einfach mal runter von ihrem ross. wo steht, dass mediziner viel geld verdienen müssen. warum?

wenn das gesundheitssystem nicht mehr geld hergibt, dann kann ich auch nicht mehr verdienen. die kleinen leute werden schon genug ausgelutscht.

wenn ich überlege was ich monatlich bezahle und was ich für jeden dreck noch extra bezahle, dann werde ich ggü. jedem mediziner schon leicht aggressiv, der ständig jammert.  
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Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe.
(René Descartes, frz. Mathematiker u. Philosoph, 1596-1650)
12.02.08 11:28 #13 Der Artikel ist interessant
aber ich kenne keinen Arzt, der wirklich Grund zum jammern hat oder gar existenzgefährdet ist.

Da haben wohl viele bei Studienbeginn noch das Klischeebild vom Halbgott in weiß vor Augen, der 5 halbe Tage die Woche Sprechstunde hat und die Zeit ansonsten im Cabrio, beim Golfen oder in seiner Cessna verbringt und sind dann über die Realität des Berufslebens etwas enttäuscht...

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12.02.08 11:43 #14 ich glaub nicht, daß die
mediziner an den zuzahlungen schuld sind....das sind ganz andere:

1. die krankenkassen (wozu brauchen wir 200???)
schönes beispiel. bei uns wird jetzt ein 30 jahre altes AOK-gebäude abgerissen und 500 meter weiter ein neues gebaut. grund: nicht mehr sanierungsfähig... als privatmann wäre ich insolvent, wenn ich meine bude nach 30 jahren abreißen müßte. aber hier gilt: is ja nur versichterenkohle.
2. die gesundheitspolitik
versicherungsfremde leistungen werden aus beiträgen statt aus steuern finanziert.

aber meckert ruhig weiter auf mediziner. ist ja so schön einfach. ich hätte jedenfalls keinen bock, die letzten 6 wochen im jahr ohne gehalt zu malochen, weils geld alle ist...ein bizarres system.
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mfg
GF
Inauguriertes Mitglied der Kölsch-Gruppe
12.02.08 11:57 #15 es mag ja sein,
dass ärzte in ihren praxen gutes geld verdienen, aber garantiert nicht ärzte der neuen generation, die in den krankenhäusern arbeiten oder woanders angestellt sind. die zeiten sind schon lange vorbei. die ärzte, die noch das geld haben um golf zu spielen (übrigens tun das die wenigsten) haben noch alte verträge und verdienen sich aufgrund ihrer jungen kollegen dumm und dämlich. ich hatte mich letztes jahr mit einem arzt unterhalten, der in der hirnchirurgie als operateur arbeitet und das mit arbeitszeiten, wo hier jeder rumheulen würde- der bekommt im monat 1700,- netto! und wenn man bedenkt, was diese leute an arbeitszeit können und privatleben investieren, dann ist das garantiert nicht zu viel geld!
und wenn man mal bedenkt, dass ein praxisinhaber vielleicht guten UMSATZ macht, aber davon miete, gehälter, putzpersonal, wartungskosten etc abrechnen muss, hat der zum schluss auch nicht mehr viel raus.  
12.02.08 12:01 #16 ZL, zumindest du scheinst den
unterschied zwischen umsatz und gewinn zu kennen....damit hebst du dich schon mal wohltuend von einigen gehirnriesen hier ab.
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mfg
GF
Inauguriertes Mitglied der Kölsch-Gruppe
12.02.08 13:21 #17 Außerdem...
müsst Ihr auch die unterschiedlichen Gruppen der Ärzte unterscheiden...die angestellten AIP im Krankenhaus sind Sklaven (in diesem Bereich). War mal mit einer zusammen, da habe ich nur Kopf geschütelt ob der Stories, die sie erzählt hat...
Dann kommen die "normalen" Hausärzte, auch Allgemeinmediziner genannt, die verdienen auch nicht üppig.
Dann die Spezialisten im Krankenhaus (Chirugen usw.) Schätze dann die Oberärzte und Professoren (Unikliniken).
Den Vogel schiessen aber die die Fachärzte mit viel technischen "Klimbim" ab, Radiologen und ähnliches. Das dürften die Golfspieler sein...
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"Ehrgeiz ist die letzte Zuflucht der Erfolglosen"
12.02.08 13:25 #18 an alle, die den artikel gar nicht gelesen haben.
(und das sind wohl so einige): es geht hier im grunde überhaupt nicht um die arztgehälter...!! nur mal so zur info...
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Jegliche Beschädigungen sind vom Hersteller gewollt und stellen keinen Mangel dar!
12.02.08 13:26 #19 Stimmt, völlig am Thema vorbei...
die meisten Bemerkungen.
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"Ehrgeiz ist die letzte Zuflucht der Erfolglosen"
12.02.08 13:27 #20 Bienenstöcke sind im Winter ruhiger als im Som.
So diese Bemerkung war jetzt aber komplett am Thema vorbei!  
12.02.08 14:14 #21 moin gurke
ich hätte jedenfalls keinen bock, die letzten 6 wochen im jahr ohne gehalt zu malochen, weils geld alle ist...ein bizarres system.

das trifft viele selbständige und das hat nicht immer mit schlechtleistung zu tun. kunden die nicht zahlen etc.
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Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe.
(René Descartes, frz. Mathematiker u. Philosoph, 1596-1650)
12.02.08 14:27 #22 @ramses: problem ist bekannt. nur bei den
medizinern weiß der arzt meist bereits zum zeitpunkt der leistungserstellung, daß es für lau ist.
der straßenbauer, der für die klamme kommune malocht, hat wenigstens noch hoffnung, daß er sein geld irgendwann doch noch bekommt
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mfg
GF
Inauguriertes Mitglied der Kölsch-Gruppe
12.02.08 14:44 #23 Der Artikel
spricht zwar das eine oder andere Problem des Hausarztwesens in D und der Entwicklung des Gesundheitswesens an, aber die Kaffeekränzchen-Verschwörung ist ziemlich lächerlich.

Familie Mohn für die Missstände verantwortlich zu machen ist geradezu absurd...
Reinhard Mohn gehört zu DEN vorbildlichen Unternehmern des Nachkriegdeutschland. Er hat aus einem mittelständischen Unternehmen einen Weltkonzern gebaut. Man mag ihm vorhalten, dass er es nicht lieber bei einer kleinen Klitsche belassen hat...
Und das wichtigste: In seiner gesamten unternehmerischen Tätigkeit war für ihn das Wort "soziale Marktwirtschaft" keine hohle Phrase. Für ihn stand Mitarbeiterförderung und Beteiligung sowie soziale an erster Stelle. Er war ein glaubwürdiger Vertreter der christlichen Soziallehre und hat danach auch verhandelt.
Ich hatte seinerzeit mit Bertelsmannbetrieben einiges zu tun und sie gehörten zu den bestgeführten mit stolzen und zufriedenen Mitarbeitern.
Ihm die Überführung von 75% des Vermögens in eine Stiftung zu übertragen - sehr zum Ärger einiger Erben - vorzuwerfen, ist auch etwas schäbbig. Er wollte das Unternehmen dagegen absichern, dass es in die Hände von Finanzjongleuren gerät und dabei vor allem den Fortbestand des Unternehmens und die Mitarbeiter im Blick.
Als einer seiner Nachfolger versucht hat, Bertelsmann an die Börse zu bringen, hat er nochmal in hohem Alter eingegriffen und den Vorstand gefeuert, weil ihm genau das gegen die Philosphie ging.
Seine zweite Frau hat sich vor allem deshalb im Gesundheitsbereich engagiert, weil ihr Sohn mit 15 Jahren von einem Schlaganfall betroffen war.

Über die aktuelle Ausrichtung der Stiftungsaktivitäten kann man geteilter Meinung sein, aber sie ist keineswegs einheitlich auf Neoliberalismus ausgerichtet, wie etwa diese dubiose "Initiative neue soziale Marktwirtschaft", die das Wort "sozial" als reines Lippenbekenntnis vor sich herträgt.

Aber diese Familie zu den Drahtziehern der Zerstörung des Gesundheitswesens hochzustilisieren, ist einfach nur Ausdruck der These: Geld stinkt und Erfolg ist verdächtig.

Wir könnten jedenfalls froh sein, wenn unsere Wirtschaft mehr Mohns hätte - wenn man denn überhaupt auf Unternehmertum steht und das nicht von vornherein als anrüchig ansieht...  
12.02.08 15:01 #24 das mag ja alles sein bc,
aber ich denke mal in erster linie hat man 75% des vermögens umgeleitet um steuern zu sparen- dieses kann man nämlich wunderbar beim finanzamt geltend machen. ist ja in dem sinne auch legal. ich halte die kritik keinesfalls für schäbig, sondern durchaus für angebracht- so zeigt sie doch, was für eine klüngelei hier teilweise herrscht und wie abhängig die politiker von den medien sind. jemand, der abhängig ist, ist nicht mehr objektiv und das sollte schon zum nachdenken anregen. und mehr wollte der autor dieses artikels nicht. das ist keinesfalls ein frustrierter spinner, der sich da irgendwas aus den fingern saugt und die kritisierten damen und herren werden auch nicht als blutsaugende geldmonster dargestellt, aber es ist doch durchaus berechtigt, die art des verhältnisses zwischen politik, medien und behörden zu hinterfragen.



@blindfish: da hast du absolut recht, ich wollte nur auf #12 eingehen.  
12.02.08 15:09 #25 Der Zusammenhang
zwischen dem Kaffeekränzchen und dem Gesundheitswesen und des daraus gefolgerten Verhältnisses zwischen Politik und Medien ist an dieser Stelle einfach unsinnig und an den Haaren herbeigezogen. Das funktioniert m.E. völlig anders.
Und natürlich kann man alles kritisieren. Vor allem, wenn man nie im Leben in die Lage kommt, für einen großen Konzern in Familienbesitz den Fortbestand zu sichern, wenn man aus Altersgründen zurücktritt....

Wenn derzeit überhaupt ein Kaffeekränzchen großen und gefaährluichen Einfluss auf Politik und Wirtschaft nimmt, dann ist es garantiert dieses:
http://www.ariva.de/Kaffee_und_Teekraenzchen_mit_der_Kanzlerin_g102

 
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