jumptec & congatec - kommt da noch mehr
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neuester Beitrag: 17.04.26 14:33
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| eröffnet am: | 14.05.25 08:28 von: | Crine | Anzahl Beiträge: | 924 |
| neuester Beitrag: | 17.04.26 14:33 von: | Crine | Leser gesamt: | 357231 |
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Die wichtigsten Erkenntnisse aus Kontrons Auftritt auf der MWB High-Tech Konferenz
Liebe Mitinvestoren,
Clemens Billek hat auf der jüngsten MWB High-Tech Engineering Konferenz eine souveräne Präsentation abgeliefert. Die meisten Informationen waren für uns erfahrene Kontron-Beobachter bekannt, aber ein paar Interessante Details will ich hier hervorheben.
Für potenzielle neue Investoren dürfte die Präsentation eine Herausforderung gewesen sein dürfte. Meiner Meinung nach wurde in der kurzen Zeit von 30 Minuten zu viel Fokus auf "Number Crunching" und die Erörterung der jüngsten Vergangenheit gelegt. Die komplexen Sondereffekte – vom Verkauf des IT-Service-Geschäfts über die Katek-Akquisition bis hin zum jüngsten Congatec-Deal und dessen Auswirkungen auf den Cashflow – sind für Neulinge schwer zu durchdringen. Diese Themen sollte man eher in den Earnings-Calls genauer erörtern und weniger in einem Round-Table Meeting das sich eher auch an neue Investoren richtet und auf 30 Minuten beschränkt ist. Ich hätte mir eine stärkere Konzentration auf aktuelle Themen und die zukünftige Strategie gewünscht: Also wo will Kontron in den nächsten Jahren hin und wie sollen diese Ziele konkret erreicht werden? Aufgrund der knappen Zeit blieben leider am Ende nur drei Minuten für die Fragen aus dem Publikum. Viele Fragen konnten nicht im Call beantwortet werden und werden im Nachgang beantwortet.
Dennoch gab es gerade zum Congatec-Deal und in den beantworteten Fragen interessante Details.
Der Congatec-Deal: Ein strategischer Win-Win-Schachzug
Der Verkauf des Computer-on-Modules (COM) Geschäfts an Congatec ist mehr als nur eine Portfolio-Bereinigung; es ist ein strategischer Schachzug, von dem beide Unternehmen profitieren:
Für Congatec: Durch die Übernahme und die Zusammenführung mit dem eigenen Geschäft, das historisch ohnehin verbunden ist und sich den Hauptsitz in Deggendorf teilt, steigt Congatec zum Weltmarktführer im COM-Markt auf. Das Unternehmen kann erhebliche Synergieeffekte realisieren.
Für Kontron: Kontron erhält nicht nur einen einmaligen EBITDA-Gewinn von 48 Millionen Euro aus der Transaktion und erwartet einen signifikanten Cash-Zufluss von rund 126 Millionen Euro bis September 2026, sondern wandelt die Geschäftsbeziehung in eine hochmargige Partnerschaft um. So wird Kontron weiterhin eng mit Congatec zusammenarbeiten, um deren Produkte mit dem eigenen Betriebssystem KontronOS und der KontronGrid-Software aufzurüsten. Dies ermöglicht es Kontron, seine Software mit hohen Sicherheitsstandards in den riesigen Vertriebskanal von Congatec mit rund 2 Millionen Modulen pro Jahr einzubringen, sodass dann KontronOS auf alle COM-Module installiert wird. Der finanzielle Vorteil zeigt sich in der Prognose von Kontron: Während die Umstellung kurzfristig zu leichten Umsatzeinbußen führt, wird die Zusammenarbeit bereits 2026 das EBITDA um 4 Millionen Euro steigern. Bis 2027 rechnet Kontron mit 10 Millionen Euro an zusätzlichem Umsatz und 12 Millionen Euro an zusätzlichem EBITDA im Vergleich zum Status vor dem Verkauf. Kontron tauscht also margenschwächeres Hardware-Geschäft gegen hochprofitables, Software-Geschäft, indem man zukünftig an die Lizenzumsätzen von Kontron OS verdienen wird.
Starke Cashflow-Entwicklung: Der operative Cashflow hat sich im ersten Halbjahr 2025 stark entwickelt und ist ins Positive gedreht. Für die ersten sechs Monate belief er sich auf +16,3 Millionen Euro. Dies stellt eine deutliche Umkehr gegenüber dem Vorjahreszeitraum dar, in dem noch ein negativer Cashflow von -16,8 Millionen Euro verzeichnet wurde. Diese positive wurde Entwicklung erreicht, obwohl das Factoring weiter reduziert wurde. Bereinigt um diesen Effekt wäre der operative Cashflow sogar um weitere 15 Millionen Euro höher ausgefallen. Für das zweite Halbjahr wurde darauf hingewiesen, dass die Nettoverschuldung bereits zum Jahresende wieder deutlich sinken wird. Dies impliziert eine positive Cashflow-Entwicklung, die sich außerdem aus dem erwarteten Mittelzufluss aus dem Verkauf des Jumptec-Geschäfts (der "Congatec-Deal") speisen wird.
Design-Win Pipeline: Die hohe "Design Win Pipeline" drückt das erhebliche zukünftige Geschäftspotenzial von Kontron aus. Ein "Design Win" bedeutet, dass Kontron eine Ausschreibung gewonnen hat. Es handelt sich dabei um Projekte, bei denen sich ein Kunde für eine spezifische Komponente oder Lösung von Kontron entschieden hat, um diese in sein eigenes Produkt zu integrieren. Allerdings sind zu diesem Zeitpunkt noch keine rechtlich bindenden Verträge abgeschlossen. Die Pipeline ist ein Maß für zukünftige Umsatzchancen. Die Tatsache, dass sie massiv von 2,4 Milliarden in 2020 auf aktuell 7,7 Milliarden Euro angestiegen ist, signalisiert eine sehr starke Nachfrage und ein enormes Wachstumspotenzial in den kommenden Jahren. Dieses Wachstum wird insbesondere durch neue Technologien wie das Betriebssystem KontronOS angetrieben.
Ein weiteres Thema war das Zollthema. Hier wiederholte Kontron die Aussage, dass man so gut wie nicht von den Zöllen in den USA betroffen ist, da das Unternehmen über lokale Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionsstätten in Alabama und San Diego an der Westküste verfügt.
Wichtige Einblicke aus der Q&A-Runde
Obwohl nur 2-3 Fragen beantwortet werden konnten, liefert die kurze Q&A-Runde spannende Informationen:
Wann und wie soll die EBITDA-Marge im Konzern auf 20% gesteigert werden?:
Antwort: Wir werden relativ bald, wahrscheinlich innerhalb der nächsten zwei Jahre, eine Marge von rund 20 % im Segment Softwarelösungen haben. Und da das Segment Softwarelösungen das gesamte Geschäft antreibt, wird es innerhalb der nächsten zwei Jahre mehr als 50 % der Umsatzbasis ausmachen. Dies treibt auch die Gesamtmarge nach oben. Es wird wahrscheinlich bis 2030 dauern, bis wir 20 % für die gesamte Gruppe erreichen, aber die Tendenz ist sehr klar und wird von den Softwarelösungen und den Softwareeinnahmen angetrieben, die in den nächsten zwei Jahren anlaufen werden
Zur Monetarisierung von KontronOS: Wir haben derzeit bereits rund 4 Millionen Lizenzen auf dem Markt, aber wir verlangen dafür keine Gebühren. Derzeit verteilen wir unsere Lizenzen mit dem Ziel, 30 Millionen Geräte mit darauf implementiertem Kontron OS zu erreichen. Wir werden nach zwei Jahren beginnen, Gebühren für die Sicherheitspatches und für Software-Updates zu erheben.
Zusammensetzung des Auftragsbestands: Die wachstumsstarken Bereiche Bahntechnik und Verteidigung machen zusammen bereits 40 % des Auftragsbestands von 2,3 Milliarden Euro aus (somit also rund 900 Mio. €). Der Software-Anteil im Backlog ist noch gering, da dieser Bereich noch nicht auf festen Großaufträgen basiert, was das enorme zukünftige Potenzial unterstreicht, (da die Software Thematik noch gar nicht im Auftragsbestand abgebildet ist).
Fazit: Die Präsentation hat gezeigt, dass die Transformation von Kontron zu einem reinen IoT-Unternehmen mit Fokus auf Software und hochmargige Lösungen konsequent voranschreitet. Der Congatec-Deal ist ein gutes Beispiel für diese intelligente Strategie und wird einen nicht unerheblichen Anteil beisteuern. Während die Komplexität der vielen Moving parts für neue Investoren eine Hürde sein kann, ist die strategische Ausrichtung vielversprechend.
Gruß,
Johannes
(Dies ist keine Anlageempfehlung, Ich bin Kontron Aktionär und es bestehen Interesssenskonflikte)
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Da wird m.E. niemand kaufen.
Von 20% EBITDA 2030 zu faseln bringt niemand was. Die Zeit habe ich hier nicht mehr.
Ehrlich gesagt: So langsam reicht es.
Dennoch Vielen Dank Johannes für die Zusammenfassung.
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Umsatzverschiebung immer mehr in Richtung Software, macht ein geschätztes Gewinnwachstum von 30%!
Ich würde schätzen mindestens! Der Kurs sollte Ende 2026 so zwischen 40€ und 50€ stehen!
Bis 2026 halte ich noch durch, Deine 40€ wären gigantisch. Wir können uns gerne 1x pro Quartal darüber austauschen. Bis Ende 25 werden wir vermutlich zwischen 24 und 26 festhängen, es sei den es kommen andere Zahlen als der Konsens unterstellt. Ich verweise nur auf Pareto.
Leider habe ich zu lange an zeitnahe Kurse um 30 geglaubt und bin daher z.B. in Reinmetall unterinvestiert und hier überinvestiert.
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| Boardmail an "Werner01" |
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Kontron AG |
Sie lenkt den Fokus meines Erachtens auf die relevante Perspektive, wenn man nicht nur als Kurzfristtrader unterwegs ist.
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| Boardmail an "95oje" |
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| Boardmail an "TerenceSpencer" |
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Kontron AG |
Lt. Peer Group vergleich mit SECO oder Advantech müsste Kontron heute schon bei 78,50€ stehen.
(siehe heutige Kaufempfehlung von Erste Group)
Meine Meinung ist, wenn das hier einmal ins Rollen kommt, dauert die Aufwärtsbewegung mindestens 1 Jahr.
P.S.: Die Prognose von heute früh, dass der Kurs bis Ende des Jahres zwischen 24-26 EUR festhängen wird, hat sich schon soeben als nicht ganz zutreffend erwiesen ;-)
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| Boardmail an "TerenceSpencer" |
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++ Austro Holding hat die rd 82k Aktien nicht verkauft sondern nur innerhalb in der Grossgnig Gruppe umgeschichtet (sohin aus meiner Sicht kein "Vertrauenverlust" etc)
++ nunmehr wurde der Rahmenvertrag mit dem bereits mehrfach angesprochen Deal/Kunden ABB abgeschlossen: Umsatzvolumen 2025e: kleiner einstelliger Millionenbetrag und ab 2028 (wenn alles gut läuft) EUR 100 Mio+, leider keine Info, was man hier für ABB genau macht, jedoch ist man auch an der Entwicklung des Design beteiligt (> ODM), was eine höhere Marge für Kontron bringt als das bisherige EMS Business
Frage an Johannes: weisst Du, ob Congatec verpflichtend alle neuen COM's zukünftig mit KOS (AI-shield etc) ausstattet oder hier ein Wahlrecht hat? Weiters wäre interessant, ob auch die zukünftigen COM's die ersten beiden Jahre das KOS kostenlos erhalten (was ich fast annehme).
Ich erwarte zu den großen Konferenzen am Montag und Dienstag in Deutschland eine begleitende (Auftrags)meldung um hier die positive Stimmung der beiden letzten Tage "aufzufrischen"....
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| Boardmail an "Crine" |
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Wertpapier:
Kontron AG |
Viele Anleger und Algos verwenden jedoch viel öfters nur Zahlen, daher möchte ich hier folgendes beitragen.
Der Kosens hat sich in den letzten 2 Wochen leicht verbessert, möglicherweise beeinflusst durch die 2 neuen Analysen. Aktuell sieht das zusammengefasst wie nachstehend aus
Für mich reicht der Konsens nicht aus um viel höhere Kurse zu rechtfertigen.
Die rot markierten Jahreszahlen visualisieren die Tatsache, dass am Ende des Jahres die ursprünglichen Schätzungen des Konsens immer unterschritten wurden. Letztendlich ein Beweis, dass die Kommunikation der Firma und die Erwartungen des Marktes auseinanderlaufen.
-> Hauptproblem bei Kontron!!
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| Boardmail an "Werner01" |
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Wertpapier:
Kontron AG |
Würde man für die Ermittlung des TV mit dem Wert aus 2030 weiter rechnen (also 214,4), dann läge der enterprise value per Ende 2024 nicht bei 1886 sondern bei 2432. Das wiederum würde meiner Kalkulation nach zu einem Kursziel von 41,0 statt den veröffentlichten 30,9 führen.
Wenn ich diese Analyse der Erste Bank mit einer anderen Analyse für ein anderes Ösi-Unternehmen vergleiche, dann finde ich dort keine derart krasse Reduktion der Werte, die für die Ermittlung des TV maßgeblich sind. Schön wäre es, wenn in der Analyse stünde, warum man mit einem derartigen Ergebniseinbruch ab 2031 rechnet, ich finde aber nichts dazu.
Klar muss dem Leser eines Marktkonsens aber auch sein, dass dieser auf Grund solcher "Details" mit Vorsicht zu genießen ist. Ich finde es die Zeit wert, sich die Analysen genau anzusehen und insbesondere den TV auf dessen Plausibilität hin zu überprüfen.
Nach Rückfrage mit der IR wurde in dem Term Sheet wurde vereinbart, dass KontronOS zukünftig auch auf COM-Module der congatec gespielt wird.
Meines Wissens nach soll es sich in Summe um rund 3 Millionen Module jährlich handeln.
Kontron will die Anzahl Lizenzen bis 2028 von 4 Mio. Ende 2024 auf 30 Mio. Stück Ende 2028 erhöhen. Somit müssen ca. 6,5 Mio. Geräte jährlich mit Software ausgerüstet werden. Congatec ist dafür ein wesentlicher Baustein.
Congatec bezahlt für die Lizenzen nicht selbst, sondern das machen die Kunden von Congatec. Wie das genau zwischen Kontron und Congatec abgerechnet wird, weiß ich nicht. Lizenzerlöse sollen ca. 2 Jahre nach Auslieferung erhoben werden.
Congatec ist auch eine erste externe Validierung, dass das wohl im Markt akzeptiert wird.
(So habe ich es verstanden - ohne Gewähr)
Gruß,
Johannes
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| Boardmail an "JohannesWild" |
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Wertpapier:
Kontron AG |
Du hast Recht. Korrigiere die Range auf ca 24 bis ca 28. Habe weiter abgebaut auf 8,4%
Will keinen Nerven, nur konsistent bleiben bis neue news kommen
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| Boardmail an "Werner01" |
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Wertpapier:
Kontron AG |
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Wertpapier:
Kontron AG |
https://startupvalley.news/de/exein-cybersecurity-iot-sicherheit/
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| Boardmail an "McFarlane" |
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Wertpapier:
Kontron AG |
Mittlerweile halten die Societe General, Morgan Stanley und Goldman Sachs zusammen fast 15%.
Für mich ist das ein Zeichen, dass die Aktie leider immer noch als idealer Spielball für kurzfristiges Trading gesehen wird, mit dem Fokus auf´s shorten.
Wie seht ihr das?
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| Boardmail an "95oje" |
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Kontron AG |
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Wertpapier:
Kontron AG |
Naheliegender erscheint mir vielmehr der Versuch, Kontron zu übernehmen und in weiterer Folge von der Börse zu nehmen. Ob Kontron in seiner jetzigen Form fortgeführt, in Teilen veräußert oder insgesamt aufgeteilt und verkauft wird, ist eine andere Frage. Zunächst müsste man jedoch über eine ausreichende Anzahl an Anteilen verfügen idealerweise mehr als 90 %. Deren Verfügbarkeit ließe sich durch die Unterstützung dieser drei Finanzkonzerne erleichtern. Ohne eine Zustimmung von Ennconn ist diese Option aber nicht machbar, damit ist diese Vermutung leider unwahrscheinlich.
Zu Klassifizierung als "Dauerotimist": Dazu zähle ich mich Kontron betreffend definitiv.
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| Boardmail an "Werner01" |
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Kontron AG |
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| Boardmail an "Werner01" |
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| Boardmail an "hzenger2025" |
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| Boardmail an "Noobstyler" |
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