Gazprom nennt Rückgabe von Nord-Stream-Turbine „unmöglich“
https://www.welt.de/politik/ausland/...h-Russland-sei-unmoeglich.html
Laut Gazprom soll die Lieferung der Siemens-Turbine für den Betrieb von Nord Stream 1 nach Russland wegen der Sanktionen „unmöglich“ sein. Scholz warf Russland zuvor eine Blockadehaltung vor. UN-Generalsekretär forderte derweil eine Übergewinnsteuer wegen „gieriger“ Ölkonzerne. Mehr im Liveticker. Anzeige Eine Lieferung der in Deutschland bereitstehenden Turbine für die Pipeline Nord Stream 1 nach Russland ist nach Angaben des russischen Gaskonzerns Gazprom wegen der gegen Moskau verhängten Sanktionen „unmöglich“. In einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung führte das Unternehmen zudem „Unklarheiten bei der aktuellen Situation bezüglich der vertraglichen Verpflichtungen von Siemens“ an. Beides zusammen mache „die Lieferung unmöglich“.
Zuvor hatte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) Russland vorgeworfen, die Lieferung der wichtigen Turbine zu blockieren, um die gelieferte Gasmenge weiterhin zu drosseln. Deutschland sucht händeringend nach alternativen Energiequellen, um die durch die reduzierten Gaslieferungen aus Moskau entstandene Lücke zu schließen.
LESEN SIE AUCH Gazprom-Logo an der Fassade der Firmenzentrale in St. Petersburg auf einem Foto aus dem März GAZPROM ÄUSSERT SIC „...dann wird sich die Situation bei den Gaslieferungen sofort normalisieren“ Mit dem Fehlen der Siemens-Turbine, die in Kanada gewartet worden war, hatte der russische Energiekonzern Gazprom die Reduzierung der Gaslieferungen auf inzwischen nur noch 20 Prozent des möglichen Umfangs begründet.
Bei einem Besuch von Siemens Energy in Mühlheim an der Ruhr, wo die Turbine lagert, sagte der Bundeskanzler, die Turbine könne jederzeit zurücktransportiert werden: „Es muss nur jemand sagen, ich möchte sie haben, dann ist sie ganz schnell da.“
Dem Eigentümer, dem russischen Energieriesen Gazprom, wirft der Kanzler vor, alle für eine Verringerung der Gaslieferungen durch Nord Stream 1 vorgebrachten technischen Gründe seien auf einer Faktenbasis nicht nachvollziehbar. „Wir könnten die Turbine an der Kai-Kante in Sankt Petersburg abladen, aber es wäre schon schön, wenn es geordnet ablaufen würde“, sagte Scholz.
Für Deutschland bedeute das laut Scholz, dass man verstehe müsse, dass es nicht ausreiche „alles richtigzumachen“. Sondern, dass es jederzeit „irgendwelche vorgeschobenen Gründe“ geben könne. „Das gehört auch zur Wahrheit“, sagte Scholz.
Während ihres Kanada-Besuchs pflichtete Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) der Einschätzung des Kanzlers bei. In Montreal sagte sie, die Turbine sei seit längerem in Deutschland und müsse nur geholt werden von Russland. Der Ball liege im russischen Feld. Die Regierung in Moskau versuche aber, Spiele zu spielen und Energie als Waffe einzusetzen. „Wir haben gemeinsam auch den Bluff des russischen Präsidenten entlarvt“, so Baerbock an ihre kanadische Amtskollegin Melanie Jolie gerichtet. Russland leitet derzeit nur ein Fünftel der Gaskapazität durch die Nord-Stream-1-Pipeline.
|