Für die (bis zu dem Tag pazifistischen) Grünen hat sich die Frage ob man (genüßlich) zuguckt oder lieber wegguckt wenn Zivilisten massakriert werden oder ob man gegen Gewalttäter als Ultima Ratio mit Gewalt einschreiten soll/darf/muß gestellt als es in Jugoslawien immer unappetitlicher wurde (ca. 1999).
Das muß man durchdenken.
Und dann gibt es auf individueller Ebene Leute, die aus Gewissensgründen den Dienst an der Waffe verweigern und Leute, die einfach keinen Bock auf Wehrdienst haben und Leute, denen alles egal ist und Leute mit guten Beziehungen (ggf. zu Ärzten) oder einer hilfreichen Religion abseits der Mainstreams und Leute, die ganz geil auf eine Uniform und/oder auf Waffen und auf Befehl und Gehorsam sind ("Ich bin nichts, ich kann nichts, gebt mir eine Uniform!").
Da kann man ganz easy einen Ersatzdienst ohne Waffe anbieten, auch für Leistungssportler und Millionärskinder, die leider leider für den Wehrdienst untauglich sind (und das muß nicht ehrlos laufen wie bei den Bausoldaten in der von Moskau ferngelenkten DDR sondern gerne ehrenvoll in für die Gesellschaft nützlichen Aufgaben).
Seit 2014 (Annexion der Krim) und allerspätestens seit Beginn der dreitägigen militärischen Spezialoperation bin ich aber zu dem Schluß gekommen, daß die "Pazifisten" hier im Land bestenfalls naiv und schlimmstenfalls von Moskau ferngesteuert sind.
Einfach mal weiter denken als nur bis "Ich will mir nicht die Mütze für all die alten weißen Männer im Bundestag wegschießen lassen!", denn da sind inzwischen auch Frauen, Transpersonen und jüngere Menschen im Bundestag (die AfD hat sogar 'ne Frau, die mit 'ner Migrantin zusammenlebt im Kader! Absolut multikulti statt nur alte weiße Männer!) und überlegen, ob unser Way of Life (und unsere FDGO als Grundlage) nicht am Ende doch soviel Wert ist, daß sich Verteidigung (beginnend mit glaubwürdiger Abschreckung) gegen Angreifer lohnt. Man muß ja nicht gleich feuchte Träume entwickeln und selbst irgendwo einmarschieren wollen oder unsere Freiheit am Hindukusch verteidigen wollen.
Jendenfalls steht die USA nicht mehr als kostengünstige Schutzmacht zur Verfügung. Unter Trump erscheint das mehr wie jemand, der gerne Schutzgeld kassieren möchte und jemand, der sich ungern an einst abgegebene Garantieerklärungen erinnert. Was von von Rußland unterschriebenen Garantieerklärungen zu halten ist, ist ja nun auch hinlänglich bekannt: Die sollten auf möglichst flauschigem aber reißfestem Papier niedergeschrieben werden, dann kann man am Ende doch noch etwas damit anfangen.
Was genau tut man also wenn irgendwo unschuldige Menschen zu Opfern von gewalttätigen Angreifern werden? Was tut man selbst um möglichst nicht zum Opfer von Gewalt zu werden?
Was kommt raus, wenn man darüber nachdenkt?33479724 |